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Full House bei der Jahreshauptversammlung der Wasserwacht - Ein Jahresrückblick und verschiedene Auszeichnungen standen im Mittelpunkt des gelungenen Abends

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 03. März 2014

(Text/Foto: bg) Zum ersten Mal seit langer Zeit tagten die Mitglieder der Wasserwacht mal nicht in ihrem BRK-Haus sondern im Gartensaal des Seefelder Hofs. Man könne so die Arbeit mit dem Gemütlichen verbinden, meinte der Vorsitzende Thomas Wuttke und schon bald waren alle Tische mit einer reich gedeckten Brotzeit versehen. Der Aufmerksamkeit schadete dies bestimmt nicht, denn Wuttke hatte einen informativen und humorvollen Jahresrückblick vorbereitet, mit dem er die vielen Gäste mühelos bei der Stange hielt. Es war ein aufregendes und ereignisreiches Jahr gewesen – und ein Jahr, das gezeigt hat, wie wichtig diese Institution für Herrsching und andere Regionen ist!

Zu Beginn seiner Rede begrüßte Thomas Wuttke alle aktiven und passiven Mitglieder, die Sponsoren, die so tatkräftig unterstützen, die zahlreich erschienene Jugend, den Kreiswasserwachtsvorsitzenden, die Feuerwehr, mit der es im vergangenen Jahr erstmalig gemeinsame Einsätze gegeben hatte - und nicht zuletzt zwei Vertreter, die zur Hälfte als „Wasserwachtler" und zum anderen Teil als Vertreter der Gemeinde hier waren: Anke Rasmussen aus dem Gemeinderat und Bürgermeister Christian Schiller.
Die Jugend machte den Anfang in seinem Bericht: Sehr erfreut nahm der Vorsitzende zur Kenntnis, dass viele junge Mitglieder sehr regelmäßig das angebotene Schwimmtraining im Weilheimer Hallenbad annehmen. So konnte auch eine ganze Reihe von ihnen das silberne und sogar goldene Rettungsschwimmerabzeichen ablegen. Er dankte in diesem Zusammenhang auch den Eltern für ihre Fahrdienste. Dass aber nicht nur das Training im Mittelpunkt steht, zeigten Fotos von Nachbesprechungen beim „Goldenen M" und eine Fahrt ins „Galaxy" nach Erding! Man merkt der Jugendleiterin Esther Kirschbaum an, mit wie viel Freude und Engagement sie hier bei der Sache ist!

Wasserwacht 2

Viele junge Leute sind in der Wasserwacht ehrenamtlich aktiv und auch für sie gab es eine ganze Reihe von Auszeichnungen

Und dann ging es los mit der Chronologie:
Pünktlich zum Saisonstart lief Wasser in ihr großes Rettungsboot, den „Toni" – „und das gehört da nicht hin!" meinte lakonisch der Vorsitzende. Es wird abgeschleppt und – glücklicherweise – auf Garantiekosten repariert. Leider kentert aber ebenfalls zur Saisoneröffnung das erste Segelboot mit 7 Leuten an Bord ... bzw. jetzt im 7 Grad kalten See! Keine einfache Bergung mit dem kleinen verbliebenen Rettungsboot und hier musste auch zum ersten Mal die Feuerwehr dazu geholt werden, da Öl ausgelaufen war. So begann die Wachsaison mit einem aufmunternden Paukenschlag und die Eröffnungsfeier etwas turbulent! Was los sein kann bei der Wasserwacht zeigt z.B. ein Protokollauszug vom 12.5.13: Kentern eines Kindersegelboots und zeitgleich eines weiteren Segelbootes. Diese gleiche Boot kippt 2 Stunden später nochmal um, während ein anderes strandet. Damit es nicht langweilig wird, stürzt schließlich noch eine Frau auf dem Steg und verletzt ich am Bein...
Im Juni dann das Hochwasser, das Herrsching zwar mit einem „blauen Auge" davonkommen lässt, aber trotzdem ständige Alarmbereitschaft mit sich brachte. Ein Teil der SEG (Schnellen Einsatz Gruppe) wird zudem in das Katastrophengebiet nach Deggendorf gerufen und hier gibt Stefan Schiller einen eindrucksvollen Bericht ihrer Arbeit dort.
Der Juli beginnt ruhig und endet dafür umso stürmischer! Ausgerechnet zum Ende des Schlossgartenfests sorgte eine Sturmböe für viel Unruhe auf dem See und bescherte der Wasserwacht gleich ihren nächsten Einsatz mit der Feuerwehr. Die Presse titelt dazu nur: „Kuchen am Ufer – Chaos auf dem See!" Nur eine Woche später das gleiche Spiel, nur das diesmal eine Gewitterwolke vielen Schaulustigen die Rettungsversuche direkt am Dampfersteg hautnah präsentierte!
Absicherungen bei Regatten, gemeinsame Veranstaltungen mit der Wasserwacht Pilsensee, Ferienprogramm, viele Weiterbildungs- und Ausbildungsmaßnahmen, Ausrichtung des Kreisjugendschwimmwettbewerbs ... Und trotzdem meinte Thomas Wuttke, „dass unsere Arbeit manchmal chillig ohne Ende ist", aber umso wichtiger wäre es, sich immer die Wahrnehmungsbereitschaft zu bewahren.
Nachdem der Vorsitzende noch auf die Finanzen und die neu einzuführende interne Mitgliederverwaltung eingegangen war, ging es noch an die Ehrungen verschiedener langjähriger Mitglieder. 5 Jahre dabei, 10 Jahre dabei, wie z.B. Stefan Schiller, der auch noch eine Auszeichnung für den geleisteten Einsatz in Deggendorf bekam – und 30 Jahre (!) dabei, wie der Bürgermeister Christian Schiller! Dieser bedankte sich zum Abschluss des „offiziellen" Teils vom Abend noch herzlich bei allen Aktiven der Wasserwacht und Feuerwehr. Er wünsche allen eine ruhige Saison und das vor allem niemand bei einem Einsatz verletzt würde!

Wasserwacht 1

„Als ich zum ersten Mal jemanden zur 30-jährigen Mitgliedschaft gratuliert habe, war mein erster Gedanke: Boah muss der alt sein!" – und nun hält Christian Schiller selber eine solche Urkunde in der Hand...