Umbau oder Neubau?

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Einst geplant, um hier das Gymnasium zu bauen, wird das Areal zwischen Seefelder Straße und Gewerbegebiet nun höchstwahrscheinlich Bauplatz für ein neues Krankenhaus im westlichen Landkreis

Die Weichen scheinen gestellt für den Klinik-Neubau in Herrsching

Der Ortsverband der CSU Herrsching hatte zu einer Online-Informationsveranstaltung geladen. Thema: der geplante Klinik-Neubau in Herrsching. Schon lange Zeit beschäftigt dieses Thema die Gemüter und wurde zeitweise sehr gegensätzlich diskutiert. Vor allem, als ein Standort in Seefeld diskutiert wurde, das im Landschaftsschutzgebiet liegt. Mittlerweile scheint relativ sicher zu sein, dass dieses neue Klinikum für den westlichen Landkreis in Herrsching gebaut wird. Auf den Grundstücken an der Seefelder Straße, wo einst das Gymnasium seine Heimat finden sollte. Landrat Stefan Frey, die Bürgermeister aus Herrsching und Seefeld, Christian Schiller und Klaus Kögel, sprachen über Stand der Entwicklung, Planungen und Konsequenzen dieses Großprojekts.

„Die Klinik ist ein großer Schritt in Richtung eines wichtigen Infrastrukturfortschritts für Herrsching.“ Florian Kleber, Schriftführer des Ortsverbands der CSU Herrsching, hatte die Moderation der Infoveranstaltung zum Klinikneubau in Herrsching übernommen. Er und die 2. Bürgermeisterin betonten, dass ihre Partei voll und ganz hinter dem Projekt stünde. Wie auch der Bürgermeister, der an dieser Stelle noch einmal auf das Grundstück zu sprechen kam. „Für die Klinik konnte hier ein anderer Preis bezahlt werden, als es der Gemeinde für den Bau eines Gymnasiums möglich war“, betonte er. Von welchen Preisen man genau spricht, wollte der Landrat aus Käuferschutzgründen nicht verlautbaren. Auf einen „insgesamt sehr vernünftigen Preis“ hätte man sich in Monate dauernden Verhandlungen für den Kauf der gut 25.000 m2 geeinigt, von denen ca. 18.000 m2 der Gemeinde gehören. Stefan Frey sprach an dieser Stelle seine Dankbarkeit für die großartige Zusammenarbeit mit Verwaltung und Gemeinderat Herrsching aus, „die mit dem neuen Klinikum für den westlichen Landkreis zu einem großartigen Ergebnis geführt haben“.

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Und die bestehende Schindlbeck-Klinik?
Eine Sondierung der Erweiterungsmöglichkeit wird zeitgleich geprüft, bestätigte der Landrat. Zeitgleich, um eine möglichst zügige Abwicklung zu gewährleisten, da die Baukosten so rasant steigen. Und die Sondierung sei notwendig, um den für die Förderung benötigten Nachweis zu erbringen, dass keine Aufstockung möglich ist. Denn davon gehen die zuständigen Planer augenscheinlich fest aus. Alleine der Umbau bei laufendem Betrieb sei kaum zu bewerkstelligen und würde sehr hohe finanzielle Einbußen bedeuten. „Wir sind jetzt in der glücklichen Lage, ein Grundstück zu haben, mit dem wir in Ruhe in die Planung einsteigen können!“ Ein Prozess, der mit Kartierung und Begutachtung des Grundstücks beginne, während die Kliniken als „Vorhabensträger“ in die Raumplanung einsteigen. Die Ergebnisse gehen dann in die Hände des Gemeinderats, damit dieser die Bauleitplanung übernimmt. „Ende 2024 in die Bauphase einzusteigen“ sei sein hoffnungsvoller Wunsch.
In der anschließenden Diskussion ergaben sich noch einige Fragen zum alten und neuen Standort. Sehr wichtig dabei die Diskussion, was mit dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) geschehe, welches aktuell in der Schindlbeck-Klinik beheimatet ist – und dort eine sehr wichtige und geschätzte Einrichtung darstellt. Stefan Frey erwiderte, dass noch keine Detailplanung für die Raumordnung vorlägen und er daher keine anschließende Antwort geben könne. Energetisch würde das Gebäude auf dem neuesten Stand der Technik sein und die Planung mit ausgewiesenen Fachplanern stattfinden. Als Bauzeit werden ca. 2 Jahre anvisiert.

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Die Verkehrsanbindung ist zur Seefelder Straße vorgesehen und soll vermutlich via Kreisverkehr geregelt werden. Den Vorschlag, die Rettungswache in die Klinik zu integrieren, fand er sehr sinnvoll, verwies aber wieder auf die noch ausstehende Raumplanung. Nur soviel sei sicher: der Platz ließe keine Integration zusätzlicher Angebote wie Sanitätshaus und weitere Praxen zu. In Planung sei allerdings, neben der internistischen und chirurgischen Abteilung, den Fachbereich HNO mit einzugliedern.

Viele Fragen zielten auch auf die Nachnutzung der Grundstücke der Kliniken in Seefeld und Herrsching ab. Für Seefeld fand Bürgermeister Klaus Kögel die Vorstellung „extrem positiv“, auf diesem Grundstück in der Ortsmitte Wohnungen planen zu können. Z.B. für Mitarbeiter der Klinik, die dringend auf bezahlbaren Wohnraum hoffen.
Gleiches gilt für die Nachnutzung des Geländes der Schindlbeck-Klinik. Christian Schiller schränkte indes ein, dass die Nutzung sehr davon abhänge, welche Einrichtungen der Klinik schlussendlich umzögen. Blieben MVZ und Praxen am bisherigen Standort, stünde dementsprechend weniger Raum zur Verfügung – den er ebenfalls gerne in Wohnraum umwandeln würde. Ein „sehr wichtiger Aspekt auch für die Suche nach Mitarbeitern“, betonte Christian Doerk, Leitung EDV der Schindlbeck-Klinik. Der aber auch noch einmal die wichtige Rolle des MVZ betonte, sowie die hervorragende Ergänzung von ambulanter und stationärer Versorgung, wie sie derzeit in der Klinik praktiziert werden kann.

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2021 feierte das Klinikum Schindlbeck ihr 75-jähriges Jubiläum und noch zum Ende dieses Jahres plädierte der Geschäftsführer, Dr. Robert Schindlbeck in einer Gemeinderatssitzung für die Prüfung zum Erhalt von diesem Standort – den sein Vater hier gegründet hatte

Klinik-Neubau anstelle von Klinik-Umbau: für die Verantwortlichen in diesem Entscheidungsprozess augenscheinlich die einzig adäquate Lösung. Robert Schindlbeck hatte sich in der Vergangenheit deutlich für den Verbleib am alten Standort ausgesprochen. Eine aktuelle Stellungnahme dazu ist nicht möglich, da er sich zu diesem Thema nicht äußern darf. Auf die Frage, ob Ärzte und Verwaltung gleichermaßen für den Umzug sind, glaubt der Landrat, dass hier alle an einem Strang ziehen. Die Vorteile, wie die Schaffung neuer, moderner Strukturen, mehr Platz, kein Eingriff in den laufenden Betrieb und eine bessere verkehrliche Anbindung seien deutliche Vorteile. Demgegenüber sprächen keine Pluspunkte für den Erhalt des alten Standorts.

Für Sie berichtete Barbara Geiling.

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