Ü50 und kein bisschen müde

Kategorie: Vereine

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Anstoßen auf über 50 Jahre Hilfsdienst Herrsching e.V., der mit seinem Pflegedienst und niederschwelligen Hilfsangeboten eine wichtige soziale Einrichtung der Gemeinde Herrsching ist – und übrigens: jederzeit gerne neue Mitglieder willkommen heißt!
V.l.: Revisor Alfred Dürrschmidt, 2. Vorsitzender Konrad Wünsch, Vorsitzende Carmen Fuchs, 3. Vorstand Nikolaus Antis, Schatzmeisterin Renate Albrecht und Schriftführerin Susi Wirries

Der Hilfsdienst Herrsching präsentiert sich gutgelaunt auf der Jubiläums-Jahreshauptversammlung

Über 45.000 Kilometer rollen die Dienstwägen des Hilfsdienstes jährlich über die Straßen zu älteren oder kranken Mitbürgern. Denen die Mitarbeiter des Hilfsdienstes dabei helfen, ein möglichst eigenständiges Leben daheim zu führen. Ehrenamtliche Kräfte kümmern sich in ihrer Freizeit um Menschen, die unter Demenz oder anderen psychischen Krankheiten leiden und entlasten damit auch die pflegenden Angehörigen. Sie bieten Besuchsdienste in Altenheimen und Kliniken – zumindest dann, wenn Corona nicht dazwischenfunkt – und muntern durch gesellige Treffen das Leben von Senioren auf. Seit 51 Jahren ist der Hilfsdienst Herrsching e.V. in Herrsching und Umgebung aktiv und ein Gründungsmitglied konnte das verschobene Jubiläum noch mitfeiern: Eva Welz war gemeinsam mit Anna Koch und Brunhild Weber damals die treibende Kraft hinter dieser starken Einrichtung und wohnte dem Abend mit ihren 102 Jahren bei.

„Ich freue mich unglaublich, dass wir heute hier so zahlreich zusammenkommen konnten“, begrüßte die 1. Vorsitzende des Hilfsdienstes, Carmen Fuchs, die Mitglieder, Mitarbeiter und Gäste. Mit dabei auch die 2. Bürgermeisterin Tina Reich und Dekan Simon Rapp. Ein Zusammenkommen, das an Selbstverständlichkeit verloren hat, seit Corona Einzug gehalten hat – und dem Hilfsdienst so manches Problem in den Weg gelegt hat. Umso mehr wollten sie diese Gelegenheit nutzen, um all jenen zu danken, die die Arbeit des Vereins ermöglichen. Allen voran den Mitarbeitern, die an 365 Tagen des Jahres unterwegs sind, um die Klienten zu betreuen. An die Geschäftsführerin Andrea Faganello, die immer mit Rat und Tat zur Seite steht. An die ehrenamtlichen Helfer der verschiedenen Angebote und für die gute Zusammenarbeit plus Unterstützung der Gemeinde. An ihre Vorstandskollegen, die immer als Team zusammenarbeiten, an alle Mitglieder und Sponsoren und nicht zuletzt an die Familien im Hintergrund, „die uns den Rücken frei halten“!

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Humorvoll und übersichtlich berichtete Pflegedienstleiter Michael Hübner dann über die Arbeit des vergangenen Jahres. In dem einmal mehr viele stetig angepasste Corona-Verordnungen keine Langeweile aufkommen ließen – und er seine Dankbarkeit darüber aussprach, dass beim Hilfsdienst alle Mitarbeiter geimpft sind. Wie gut dieses Team hier arbeite sei schon aus der Tatsache erkennbar, dass er jeden Tag aus Landsberg anreise: „Für ein schlechtes Team würde ich das nicht machen!“
Sein größtes Anliegen aber sei es, dieses Team erweitern zu können. Denn wie auch die Krankenhäuser und anderen Pflegeeinrichtungen suchten auch sie händeringend mehr Personal. „Aktuell können wir keine neuen Klienten aufnehmen“, bedauerte er und auch so müssten die Mitarbeiter immer wieder Sonderschichten einlegen. „Ob für 2 Stunden pro Woche, 10 Stunden, Halb- oder Ganztags. Ungelernt, angelernt oder qualifizierte Kräfte – bei uns ist jeder willkommen!“

Die Besuchsdienste in den Altenheimen und Krankenhäusern haben am meisten unter den Einschränkungen gelitten – bzw. mussten wegen Besuchsverbot ganz eingestellt werden, wie die Koordinatorin Renate Albrecht mit Bedauern berichtete. Auch der beliebte Mittwochsclub hatte eine lange Pause, da „mir das Thema einfach zu heiß war“, sprich – die Ansteckungsgefahr zu groß – bedauerte Carmen Fuchs. Umso erfreulicher, dass in der laufenden Woche wieder ein Mittwochsclub anstand. Zum ersten Mal nach 2 1/4 Jahren!

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Etwas eingeschränkt aber mit viel Engagement wurde das Niederschwellige Betreuungsangebot unter der Leitung von Susi Wirries durchgeführt. Unter Einhaltung der jeweils aktuellen Regeln brachten die 5 Helfer mehr Abwechslung in den Alltag der besuchten Personen, während die Angehörigen diese Zeit für sich nutzen können. Ob Spielen, Spazieren gehen und Zuhören – für die Besuchten eine so willkommene Abwechslung und die Angehörigen eine große Erleichterung. Wer Interesse daran hat, dieses Angebot zu unterstützen, ist jederzeit herzlich willkommen, betonte Susi Wirries. Die neuen Helfer werden durch Schulung und Gespräche gut auf diese Aufgabe vorbereitet.
Bevor die Entlastung des Vorstands – erfolgreich – beantragt wurde, verkündete Schatzmeisterin Renate Albrecht gewohnt schnell und gut strukturiert den Kassenbericht. 2021 konnte der Verein ein winzig kleines Plus von gut 1.000 Euro erwirtschaften, doch die gestiegenen Benzin- und Personalkosten stehen noch als Fragezeichen für das laufende Haushaltsjahr im Raum. An dieser Stelle dankte sie dem Autohaus Czasny ganz herzlich für die stetige Unterstützung bei der Pflege ihrer Dienstautos.

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50 Jahre Hilfsdienst Herrsching e.V.

Im Anschluss an diesen „offiziellen“ Teil der Versammlung hatte Renate Albrecht einen unterhaltsamen Rückblick auf die 50 Jahre Herrschinger Hilfsdienst vorbereitet. Von der Gründung am 11. November 1971 durch Eva Welz (evangelische Frauengruppe), Anna Koch (katholische Frauengruppe) und Dr. Brunhild Weber (Bäuerinnenschule). Die ambulante Krankenpflege startete mit examinierten Krankenpflegerinnen, die per Fahrrad und Bus zu ihren Kunden fuhren. Bereits 1973 wurde der Mittwochsclub unter der Leitung von Anna Koch gegründet, der 1976 ins neue Pfarrzentrum übersiedelte und dort alsbald die noch heute beliebten Kegelnachmittage begannen.
Zwei Jahre später stieß Christa Sepperl zum Vorstand dazu – und blieb dort 35 Jahre bis 2014. Von der Gemeinde für dieses unermüdlichen Einsatz geehrt, verstarb sie überraschend im gleichen Jahr.

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1992 hielt der Computer Einzug in den Hilfsdienst und es war Andrea Faganello, die mit der Einrichtung betraut wurde. Neue Büroräume durch ihren langjährigen Sponsor Hans Steierl, Einführung der Pflegeversicherung, Wechsel des Dachverbands, vorgeschriebene Prüfungen durch den medizinischen Dienst („Immer mit einer 1 vor dem Komma!“), Carmen Fuchs kommt in den Vorstand (2011) und schließlich 2012 der Umzug in die Bahnhofstraße 38. Hierzu ging ein herzlicher Dank an Tina Reich, die sich damals sehr engagiert dafür eingesetzt hatte. Und 2014? „Haben wir uns emanzipiert“, grinst Renate Albrecht und mit Konrad Wünsch kam der erste männliche Vorstand in den Verein. Eine Art Weckruf, sind mittlerweile doch beide Pflegedienstleiter Männer, zwei Vorstände „und das gesamte Kuratorium Männer“!
Diese und viele weitere Wegpunkte markieren die erfolgreiche Arbeit des Hilfsdienst Herrsching e.V. Der an diesem Abend noch mit allen Gästen auf die erfolgreiche Zeit anstieß – und auf die Jahre, die hoffentlich noch folgen werden.

Für den ehrenamtlichen Helferkreis wird stets Verstärkung gesucht!

Schon mit geringem Zeitaufwand können Sie Menschen in besonderen Lebenslagen in ihrem eigenen Zuhause wirkungsvoll unterstützen. Vor allem an Demenz erkrankte Pflegebedürftige und deren Angehörige kann der Hilfsdienst Herrsching auf diese Art und Weise zusätzlich unterstützen und somit deren Alltag erleichtern.
Geboten werden individuelle Einsatzmöglichkeiten, kostenlose Schulungen, freie Zeiteinteilung sowie eine angemessene Aufwandsentschädigung.

Nähere Informationen erhalten Sie beim Hilfsdienst Herrsching e.V., Bahnhofstr. 38, Frau Faganello oder Frau Wirries, Tel.: 08152 989940.

Für Sie berichtete Barbara Geiling.

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