Energiewende jetzt – wie kann das in Herrsching gelingen?

Kategorie: Veranstaltungen

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Die Hausherren der Schreinerei und Abgeordnete der Grünen/Bündnis90 begrüßen ihren Landtagsabgeordneten, Ludwig Hartmann, zu dem 1. Werkstattgespräch der Ortsgruppe. Otto und Wolfgang Darchinger, Gerd Mulert, Ludwig Hartmann, Martina Neubauer und Willy Meyerhöfer

Ludwig Hartmann sprach dazu im neuen „Werkstatt-Format“ der Grünen/Bündnis90

So manch interessierter Zuhörer der Ausführungen von Ludwig Hartmann hätte an diesem Abend wohl am liebsten eine Art Patentrezept erhalten, wie die Energiewende für Herrsching schnellstmöglich funktionieren kann. Dieses Rezept hatte der Landtagsabgeordnete der Grünen – natürlich – nicht dabei. Aber stattdessen: viele Hintergrundinformationen über die verfügbaren Technologien, um von den fossilen Energieträgern wegzukommen. Aktuelle Zahlen von Windkraftanlagen und PV-Anlagen versus solcher, die für eine Energiewende notwendig wären. Perspektiven und Anwendungsbeispiele der Geothermie – sowie potenzielle Förderungen, die hierzu auf den Weg gebracht werden müssten, um das finanzielle Risiko für die Kommunen abzufangen. Hinweise auf neuere Methoden und anderes mehr. Und letztlich: die ernüchternde Aussage, dass eine Energiewende letztlich nur mit Hilfe jedes Einzelnen funktionieren kann.

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„Werkstatt-Gespräch“ lautet das neue Format, in dem die Ortsgruppe Herrsching der Grünen/Bündnis90 nun regelmäßig zu Infoveranstaltungen und Diskussionen einladen wollen. Treffpunkt ist die Schreiner-Werkstatt von Gemeinderatsmitglied Wolfgang Darchinger – ein passender Ort, ist doch Holz ein wertvoller und nachhaltiger Rohstoff, der unverzichtbar bei dem Weg zur Energiewende ist. Bei dem 1. Termin war Ludwig Hartmann zu Gast, Landtagsabgeordneter der Grünen. Kompakt informierte er die zahlreich gekommenen Gäste über Maßnahmen der Regierung zur Umsetzung der Energiewende. Welche Förderungen laufen, was ist geplant – und reichen die getroffenen Maßnahmen?
Das Ziel ist ehrgeizig: bis 2030 soll 80% der Energie aus erneuerbaren Quellen gespeist werden. Für Bayern heißt dies konkret, dass in den kommenden 8 Jahren mehr passieren muss als in den vergangenen 25 Jahren. Bislang ist nur die Wasserkraft ein Energieträger, der prozentual gut genützt wird – und in Zukunft durch die Klimaerwärmung weniger zur Verfügung stehen wird. Wind und Sonne dagegen sind immer da und bieten einander eine sehr gute Ergänzung. Tatsache aber ist, dass beides noch zu wenig Verbreitung gefunden hat.

„Viermal so viel Sonnenkollektoren und das Sechsfache an Windrädern“ wären nötig, so betonte Ludwig Hartmann. Klingt nach viel – aber letztendlich hieße das bezogen auf Windräder, dass zu jeder bestehenden Anlage noch 2 neue dazukommen müssten. Grundlegend dafür wären zudem schnellere Genehmigungsverfahren. „Aber Bayern könnte schon jetzt in Vorleistung gehen“ kritisierte der Abgeordnete die Vorgehensweise der CSU. Viele der notwenigen Prüfungen seien sofort möglich und würden den Ausbau nach Genehmigung deutlich beschleunigen.
„Jedes einzelne Windrad und jede Solaranlage hilft bei der Abkehr von fossilen Energieträgern. Helfe dabei, sich aus der Abhängigkeit zu lösen und langfristig, die Energiepreise zu senken. „Die Energiepreisbremse ist der Preis, den wir jetzt dafür bezahlen, dass in den letzten 20 Jahren nichts unternommen wurde.“ 200 Milliarden Euro aber wäre eine Summe, die sich selbst Deutschland nicht auf Dauer leisten könne, betonte Hartmann.
Wind und Sonne aber alleine, würden für die Energiewende nicht ausreichen. Eine Prüfung in Herrsching z.B. habe ergeben, dass der Standort für Windenergie ungeeignet ist.
Geothermie? Für die Kommunen aufgrund der extrem hohen Kosten, mit denen sie in Vorleistung gehen müssten, ein zu hohes Risiko findet Bürgermeister Christian Schiller. Hier müsse mit Förderprogrammen gearbeitet werden.

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Als konkrete Maßnahmen für Herrsching schlug Hartmann vor, zunächst alle Liegenschaften mit Photovoltaik auszurüsten. Darüber hinaus wäre es sinnvoll, einen Wärmebedarfsplan für die Gemeinde zu erstellen und Straßen zu identifizieren, wo Nahwärme möglich ist. Offen sein für neue Technologien, wie z.B. die Wärmegewinnung aus Gewässern, wie es z.B. am Tegernsee gemacht wird. „Die Menschen mitnehmen bei den Projekten“ – durch Beteiligungsmöglichkeiten, Förderungen und Informationen. Eine Vorgehensweise, die hier im Ort durch die Energiegenossenschaft mit wachsendem Erfolg praktiziert wird, wie gerd Mulert betonte. Auch die Planungsverfahren gälte es schnell zu vereinfachen und den beteiligten Firmen mehr Garantien und Anreize zu gewährleisten.
„Wir müssen ein Energiesystem schaffen, das wir mit Stolz unseren Kindern und Enkelkindern übergeben“, forderte der Landtagsabgeordnete. „Mit erneuerbaren Energien, unabhängig und umweltfreundlich!“ Und dafür sei jeder einzelne gefragt.

Für Sie berichtete Barbara Geiling.

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