Kulturkirche Breitbrunn startet digital

Kategorie: Kultur

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Hunderte Kerzen erleuchteten die Heilig Geist Kirche für das virtuelle Adventssingen

Unter dem Dach der Heilig-Geist-Kirche sollen künftig Kirche und Kultur ins Gespräch kommen

So war es nicht gedacht: Die Premiere in der neuen Kulturkirche in Breitbrunn musste am 3. Adventssonntag wegen des Corona-Lockdowns vor leeren Stühlen stattfinden. Dafür kam die adventliche Musik zum Mitsingen und Zuhören als Live-Stream via Internet zum Publikum nach Hause. „Leider können wir uns hier in unserer Kulturkirche nicht zum gemeinsamen Singen treffen“, begrüßte Pfarrer Simon Rapp aus der weihnachtlich geschmückten und von hunderten Kerzen erleuchteten Pfarrkirche Heilig Geist das Publikum an den Bildschirmen. Nach dreijähriger Sanierung ist die 1971 eingeweihte Kirche mit dem unverkennbaren Zeltdach seit Oktober 2020 wieder geöffnet. In Zukunft soll der architektonisch außergewöhnliche Bau neben Gottesdiensten auch kulturelle Veranstaltungen beheimaten. So kamen die Zuschauer des Online-Adventskonzerts mit der in Herrsching lebenden Opernsängerin Margarete Joswig leider nicht in den Genuss der herausragenden Akustik, für die der Kirchenraum unter Kennern bekannt ist. Der stimmungsvolle Liedvortrag der Mezzosopranistin wurde begleitet von Sänger Philipp Dengler, Organist Anton Ludwig Pfell und Violinistin Carolin Schwenzer. Gestreamt wurde mit vier Kameras; Regie und Tonstudio waren im rückwärtigen Schützenraum untergebracht. Bei den bekannten Weihnachtsliedern wurden die Texte auf dem Bildschirm eingeblendet, so dass die Konzertgäste mitsingen konnten: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, „Es kommt ein Schiff…“ oder „Tochter Zion“. Beim Publikum kam die 30 Minuten dauernde Singstunde sehr gut an: „Es war schön, wenn auch nur virtuell, mit vielen anderen unsere altgewohnten Weihnachtslieder ‚gemeinsam‘ zu singen“, kommentierte ein Zuhörer anschließend im Internet.

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Ursprünglich war für Januar 2021 die nächste Veranstaltung geplant. „Schon länger treibt Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat die Frage um, wie wir diese Kirche künftig beleben und auch ihren Unterhalt finanzieren“, berichtet Pfarrer Rapp. Aus den verschiedenen Ideen und Konzepten wage man sich nun an das Projekt „Kulturkirche Breitbrunn“. Es soll ein Raum zur Begegnung von Kirche und Kulturschaffenden entstehen, in dem sich Glaube und Kunst gegenseitig bereichern können. „Dabei darf der Glaube gerne auf die Probe gestellt werden. Wir möchten, dass die Kirche nicht nur das Umfeld bietet, sondern auch zur Sprache kommt“, so Rapp. Im neuen „Team Kulturkirche“ engagiert sich seit Kurzem eine Reihe Breitbrunner Bürger ehrenamtlich. Tonmeisterin Finni Melchior kümmert sich um die inhaltliche Planung, Jan Grunwald und Richard Kaindl übernehmen die Organisation und Benedikt Billig verantwortet Finanzen und Werbung. Jeden Monat soll eine Veranstaltung stattfinden. „Wir hoffen, dass wir im März mit dem Eröffnungskonzert starten können“, sagt Finni Melchior mit Blick auf die unsichere Planungssituation wegen Corona. Als Pilot­reihe waren zwei klassische Konzerte und eine Lesung sowie der Auftritt einer jungen Volksmusikgruppe vorgesehen.

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„Wir haben die Hoffnung, dass dieses belebende Element unserer Heilig-Geist-Kirche langfristig bei der Finanzierung des Unterhaltes hilft“, so Rapp. Noch stecke das Projekt in den Kinderschuhen. Eine dauerhafte Unterstützung sei auch durch einen gemeinnützigen Freundeskreis der Kulturkirche Breitbrunn denkbar. Bis dahin ist das Vorhaben noch auf Spenden angewiesen. Ein Termin in diesem Jahr indes ist schon fix: Am 24. Oktober wird mit einem festlichen Gottesdienst der 50. Weihetag der Heilig-Geist-Kirche gefeiert.

Für Sie berichtete Petra Schmieder.

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