Wo geht’s lang in unserem Agrar- und Ernährungssystem?

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MdB und Landwirt Artur Auernhammer diskutierte mit der Landesvorsitzenden der Bayrischen Jungbauernschaft, Magdalen Eisenhammer, Studenten der Landwirtschaftsschule sowie Angela Kraus und Gunther Strobl vom Haus der Bayrischen Landwirtschaft über einen zukunftsfähigen Wandel in der Agrar- und Ernährungssystem

Zweifel und viele Fragen begleiten die Online-Gesprächsrunde im Haus der Bayrischen Landwirtschaft

Ein „weiter so“ scheidet aus – so ist zumindest ein Fazit der Zukunftskommission Landwirtschaft, die nach den großen Bauernprotesten im Jahr 2019 ins Leben gerufen wurde. Eine Kommission, in der Vertreter aller beteiligten Verbände zusammen an einem Tisch saßen und sich Gedanken über Zukunft von Agrar- und Ernährungssystem gemacht haben. Umweltverbände, Vertreter aus Politik, Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie. Es wird nicht leicht sein, Wege aus dem Spannungsfeld zu finden, in denen sich diese Bereiche bewegen. Zwischen den Forderungen der Verbraucher, den Vorgaben der Lebensmittelindustrie, der Konkurrent einer globalen Marktwirtschaft und nicht zuletzt den klimatischen Veränderungen.

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Vier praktizierende Landwirte sind aktuell unter den mehr als 700 Abgeordneten im Bundestag zu finden. Einer davon ist Artur Auernhammer, der an diesem Abend zur Online-Gesprächsrunde im Haus der Bayrischen Landwirtschaft zugeschaltet war. Seine Meinung: ein Wandel in der Landwirtschaft, der alle Vorgaben wie Düngemittelverordnung, Insektenschutz, artgerechte Tierhaltung und anderes mehr berücksichtigt, ist nur über einen finanziellen Ausgleich darstellbar. Durch den Markt alleine sei ein solcher Umbau nicht zu finanzieren und zudem brauche der Landwirt mehr Planungs- und Rechtssicherheit. „Laut Umfragen sind 70-80 % der Menschen dazu bereit, mehr Geld für mehr Tierwohl auszugeben“, betonte Auernhammer. „Aber in der Praxis sind es dann nur 10-20%!“ Ein Wandel in der landwirtschaftlichen Produktion sei also nicht alleine über den Markt zu regeln. Ein Markt auch, in der die Lebensmittelindustrie zu viel Macht in der Preispolitik besitzt.
„Wir müssen weg von einer Flächenprämie hin zu leistungsorientierter Bezahlung der Landwirte – und das europaweit.“ Ansonsten sei man nicht länger wettbewerbsfähig. Viele dieser Forderungen ständen bereits in den Ergebnissen der Zukunftskommission – „die aber im Koalitionsvertrag der neuen Regierung keine Berücksichtigung gefunden haben“, wie der Abgeordnete kritisiert.

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Für die Landesvorsitzende der Bayrischen Jungbauernschaft, Magdalena Eisenmann, ist es „erschreckend zu hören, dass so viele Veränderungen vor uns stehen“. Aber es bliebe wohl nichts anderes übrig, wenn die Landwirtschaft eine Zukunft haben soll, die auch von der Gesellschaft mitgetragen wird. Ihre zentrale Forderung dabei: man müsse endlich mit den Landwirten diskutieren und nicht nur über sie. Viel Hoffnung beruhen auf den Empfehlungen im Abschlussbericht der Zukunftskommission, in der man ihrer Meinung nach gute und zukunftsfähige Kompromisse gefunden hätte. „Wir stehen vor großen Herausforderungen“, betonte die Studentin, „aber wir haben hier gut ausgebildete junge Landwirte und sie sind der Schlüssel für unsere Zukunftsfähigkeit.“ Eine Zukunft, in der es kein „weiter so“ geben könne, aber in der die Veränderungen wirtschaftlich begleitet werden müssten.

Für Sie berichtete Barbara Geiling.

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