Blues-Musiker Ignaz Netzer zu Gast im Kurparkschlösschen

Kategorie: Kultur

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Eine gewisse Sammelleidenschaft für Gitarren gibt der Blues-, Folk-, Gospel- Musiker Ignaz Netzer gerne zu – und bediente sich ihrer abwechselnd auf seinem ausgezeichneten Soloprogramm im Kurparkschloss

Man nannte ihn schon den „weißesten Schwarzen Deutschlands“ und für einen Blues-Musiker ist dies ein Lob der ganz besonderen Art. Denn nicht nur, dass diese Musikrichtung die Musikwelt nachhaltig revolutionierte und die Wurzel eines Großteils populärer Musik ist. Es ist auch eine Musikform, die sich in der afroamerikanischen Gesellschaft der USA Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt hat. Die aus „Arbeitsliedern“ der Sklaven entstand und deren Name an die wehmütige Erinnerung an die Heimat hinweist: Der Ausdruck „feeling blue“ – auf Deutsch: traurig/melancholisch – gibt der Musikrichtung ihren Namen.

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Traurig aber ist Ignaz Netzer beileibe nicht. Der Gewinner des German Blues Award lebt für diese Musik, die er mit seiner tiefen Stimme und technisch ausgereiften Gitarrenspiel so eindrucksvoll interpretiert. Die er mit Erzählungen und Informationen würzt und als Grundlage klangvoller Eigenkompositionen nutzt. Und mit der er an diesem Abend die Zuhörer im Kurparkschloss von Beginn an für sich gewann: nur wenige Sekunden dauerte es, bis die Füße um einen herum zu wippen beginnen. Und sie tun es immer weiter in den folgenden 1 ½ Stunden, in denen Ignaz Netzer einen gelungenen Mix aus Jazz, Folk und Gospelsongs
präsentiert. Ob „You Gotta Move“ von den Rolling Stones – ein Stück, „älter als Keith Richards aussieht“, oder Me and Bobby McGee“ ein Song mit dem Janis Joplin bekannt geworden ist. Ein Stück von Bessie Smith, die dafür einen jungen Trompeter mit ins Boot holte, den damals noch niemand kannte. Sein Name: Louis Armstrong. Oder ein Gospel, den er in einer Kirche in den USA kennenlernte und für dessen Umsetzung er rhythmische Leibesübungen von den Zuhörer erbat (und was ihm fast erstaunlich gut gelang!).

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Humorvoll präsentiert, gefühlvoll und einfach richtig gut gespielt und gesungen: Man glaubt dem Musiker ohne Einschränkung, wen er davon spricht, wie hart der lange Lockdown für ihn war – ganz abgesehen von den finanziellen Einbußen. In Herrsching lassen ihn die Gäste dann auch nicht so schnell wieder gehen. Wollen noch mehr hören von seinen Künsten auf „der Schwäbischen Version des Schweizer Alphorns“ (der Mundharmonika). Von dem musikalischen Philosophieren darüber, wenn der Fluss statt Wasser doch Whiskey mit sich führen würde. Oder seinem Song für Lady Gaga: dem frechsten seiner Katzen, dessen Geschlecht er zu spät erkannte.

Für Sie berichtete Barbara Geiling.

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