Ein Herrschinger Boot mit dabei beim Roseninsel-Achter am Starnberger See:

Kategorie: Aktuelles

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Nicht nur das Rudern, sondern auch das Foto ist schwierig bei dem Achter, der mit 17,5 Meter Länge etwa so groß wie ein LKW-Sattelzug ist. Am Boot: Steuermann Heinz Schrewe, Benedikt Haack, Veit Eitner, Florian Krafft, Kaati Engelhardt, Nancy Wunger, Melanie Krallmann, Holger Rossner und Jasmin Runtemund

Rudern im Gleichklang gegen Welle, Wind und viele Gegner

Zum 37. Mal traten 75 Ruderboote am 23. September zum Roseninsel-Achter an – Deutschlands größter internationaler Langstrecken-Achter-Regatta und beliebter Treffpunkt so vieler Ruder-Begeisterten. Vom MRSV-Gelände bis zur Roseninsel, um zwei leuchtende Bojen herum und wieder retour: ein Kraftakt für die Mannschaft an den Skulls, eine Herausforderung für den Sportler am Steuer und ein spannendes Ereignis für die vielen Zuschauer. Mit dabei: die „Obacht“, der hölzerne Achter vom TSV Herrsching mit einer engagierten und sehr gutgelaunten Mannschaft.

Über 17 Meter lang und rund 120 Kg schwer – filigran geht anders und nicht umsonst gelten die schmalen Riesen als Königsklasse der Ruderboote. Es ist immer ein besonderer Anblick, wenn hier acht Teammitglieder an den Skulls im Gleichklang durch das Wasser pflügen. Angeleitet vom Steuermann, der über Mikro Takt, Tempo und Richtung vorgibt.
An diesem Samstag der Regatta aber glitten 75 dieser Boote in 4 verschiedenen Rennen durch den Starnberger See. Vorbei an Dampfern (die hier Vorfahrt haben!) und Segelbooten (dito), gut durchgerüttelt von Wind und Wellen auf der Suche nach einer möglichst perfekten Route. Aber bis es so weit ist, steht immer so einiges an Vorbereitungen an …

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Ein bisschen Anspannung ist immer dabei, wenn das Boot im Wasser und der Startschuss nicht mehr weit ist

Zum einen natürlich das Training, bis in diesem schmalen Boot ein Team zusammenwächst, das im Gleichklang nach Vorgabe des Schlagmanns/-frau die Ruder setzt. Für die Herrschinger nicht einfach, wo alle mitten im Beruf stehen und verletzungsbedingt im letzten Moment der Schlagmann auf die Steuerposition wechseln musste.
Dann ist da noch dieses Ungetüm von Boot, dass laut Straßenverkehrsordnung nur als Schwertransport die Straßen befahren dürfte. Die meisten Achter lassen sich daher in der Mitte teilen und werden mittels enger Beschraubung zur vollen Länge zusammengefügt. Die Ausleger müssen für den Transport abmontiert und die empfindlichen Ruder aus Carbon in Taschen gepackt werden. Und so ist es nicht erstaunlich, dass auf dem Gelände des MRSV Starnberg und der angrenzenden Wiese zum Undosa hin bereits am frühen Morgen geschäftiges Treiben herrscht. Überall sind Anhänger zu sehen, auf denen halbe Boote, zum Teil mehrstöckig, lagern. Die Teams kennen ihre Handgriffe und es dauert nicht lange, bis die vielen Achter auf den mitgebrachten Böcken stehen und jeder seine persönliche Position bei Rollsitz und Ruder einstellt. Danach hieß es warten, bis die Startzeit näher rückt. Ein enges Zeitfenster, müssen doch die Boote des vorangegangenen Rennens über den Steg aus dem Wasser und die nächsten auf dem gleichen Weg ins Wasser. Davor gilt es, die 17,5 Meter-Teile zwischen Zuschauern, Bäumen und Absperrungen durchzumanövrieren – nicht eben einfach, bei diesem Gewicht und dieser Länge!  Die nächste Hürde: rechtzeitig vor dem Startschuss einen günstigen Startplatz finden. Nicht ganz einfach auf einem bewegten See, wo die Startlinie – zwangsläufig – nur eine imaginäre Linie zwischen 2 Punkten ist.
Und dann endlich geht es los. Acht Ruderpaare setzen gleichzeitig ins Wasser. Ziehen durch, drehen auf, den Rollsitz unter dem Körper nach vorne gezogen und wieder einsetzen. Eine enorme Konzentrationsleistung – von der Kraft ganz zu schweigen. Konzentration insbesondere auch für den Steuermann, der als Bremse nur 8 Paddelpaare zur Verfügung hat und bei schnellen Manövern die Trägheit des Bootes einkalkulieren muss.

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Anrudern, aussteigen und weg: bei einer so gut besuchten Regatta muss es schnell gehen, auch wenn die Beine vielleicht noch müde vom Rennen sind!

Aber: die Obacht schaffte es als Vierte ins Ziel – mit einer wirklich respektablen Zeit von 56 Minuten! Erschöpft und glücklich die Mannschaft, die im ersten Moment gar nicht so traurig darüber war, eine gute Weile warten zu müssen, bis sie an den Steg zum Ausstieg dürfen. Nach der Anspannung macht sich nun doch der Körper bemerkbar und fordert eine kleine Erholungspause nach diesem Kraftakt!
Viele rote Köpfe mit breitem Lachen im Gesicht klettern nach und nach aus den kippeligen Fahrzeugen. Der Roseninsel-Achter ist trotz seiner Größe und Beliebtheit eine Breitensportveranstaltung, bei der die Teilnahme im Mittelpunkt steht. Rudern mit der wunderschönen Kulisse der Alpen im Hintergrund, gemeinsam mit Sportskollegen aus ganz Deutschland und in diesem Jahr Italien. Begleitet von einem Oktoberfest-Light auf dem Gelände des MRSV, wo das Bier und die vielen kulinarischen Leckerbissen deutlich günstiger sind als beim großen Bruder in München.
Und das Team der Obacht? Wollen im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder mit dabei sein. „Diesmal früher anfangen, in einer festen Mannschaft zu trainieren – das wäre klasse“ meint Kaati Engelhart, die im Verein als Trainerin engagiert ist. Ein leichteres Boot wäre natürlich auch noch so ein Wunschgedanke – aber die sind leider ausgesprochen teuer … Daher: erstmal auf zum Festgelände und hier die verlorenen Kalorien wieder nachfüllen und gemeinsam dieses Erlebnis feiern!

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Gemeinsam geschafft! Die schöne aber auch mit Verantwortung verbundene Tatsache bei Rudern ist: nur als Team kann man hier bestehen

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Für Sie berichtete Barbara Geiling.

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