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Der Bahnhof als Zentrum für Kultur und Begegnung? Eine Gruppe von Herrschinger Bürgern probierte, wie das aussehen könnte

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 01. Oktober 2018

Dass es in Herrsching viele Künstler verschiedener Sparten gibt, ist nichts Neues. Auch, dass immer wieder nach Räumlichkeiten gesucht wird, wo Kunst und Kultur stattfinden kann, wo Begegnung möglich ist, die so oft gewünschten „niederschwelligen" Angebote für Jedermann. Viele Bürger wünschen sich den Bahnhof als ein solches Zentrum und andere Gemeinden wie Feldafing und Steinebach machten vor, wie das aussehen könnte. Der Bahnhofsplatz wird inzwischen überplant und war Gegenstand eines großen Architektenwettbewerbs. Und das Bahnhofsgebäude? „Ist vor einer Entwidmung durch die Bundesbahn nicht beplanbar" sagt ein Bürgermeister. „Sollte man sich im Vorfeld schon Gedanken gemacht werden, um die Bundesbahn mit konkreten Vorschlägen zu etwas mehr Eile anzutreiben" sagt eine Gruppe von Herrschingern. Und probierte kurzerhand mal aus, wie so ein Kulturbahnhof eventuell mal aussehen könnte.

Ricardo Volkerts singt vor dem Bahnhof, begleitet von Enno Müller-Spaethe auf dem Schlagzeug. Eine große weiße Tafel mit der Einladung „feel free" lädt zum Malen ein. Kaffee, Kuchen und auch ein heißer Tee gegen die morgendliche Kühle. Und im Gebäude eine Installation der Künstler aus dem Einbauschrank „Der Bahnhof – ein unbeschriebenes Blatt" sowie ein Plakat mit Platz für Wünschen zur Ausgestaltung dieses Ortes. Ein Platz, der schnell voller wird, genauso wie der Vorplatz, wo sich immer mehr Menschen einfinden.

Kulturbahnhof 1

„Der Bahnhof ... ein unbeschriebenes Blatt" – so lautete der Titel dieser Installation der Künstler aus dem Einbauschrank, den diese anlässlich der probeweisen Nutzung des Bahnhofs als Kulturraum geschaffen hatten

In gemeinschaftlicher Aktion hatten die Initiative „Herrsching gestalten", der Verein „Wir schaffen das e.V." und die Künstler im Einbauschrank diese Aktion ins Leben gerufen. „Sehr spontan", wie Mit-Initiatorin Julia Mindermann lacht – und sich sehr über den zunehmenden Anklang freut. „Wir wollten einfach mal gucken, wie so eine Nutzung aussehen kann und dabei möglichst viele verschiedene Menschen ansprechen".

Kulturbahnhof 4

Immer mehr Besucher kamen am Bahnhof zusammen, während dieser für einen Tag mal versuchsweise als Raum für Kultur und Begegnung genutzt wurde

Und dafür scheint der Bahnhof ideal zu sein. Ob Ankommende von der S Bahn, Einkaufende vom gegenüberliegenden Markt, von der Musik angelockte Menschen. Ob Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder Senioren. „Herrsching braucht so einen offenen Ort der Begegnung" sagt eine Besucherin und erntet viel Zuspruch in ihrer Umgebung. „Hoffentlich öfter" hört man sagen und „so schön". Ein Versuch also, der auf viel Zuspruch stieß und zumindest viele Ideen weckte, wie der Bahnhof einmal aussehen könnte - wenn das Eisenbahnbundesamt dereinst mal die Entwidmung vollzieht.

Für Sie berichtete Barbara Geiling

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