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Das Volksbegehren Artenvielfalt ist mit großem Erfolg gestartet - SPD und Grüne vermitteln Hintergrundwissen auf Infoständen

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 04. Februar 2019

"Wenn wir noch lange diskutieren und dann zu spät reagieren sind alle gestorben und man kann nichts mehr tun!" Der Schüler Adrian Fuchs von der SPD Ortsverein Herrsching möchte mithelfen, die Politik zum Handeln aufzufordern und hat gemeinsam mit Parteigenossin Veronika Schnell und Willy Meyerhöfer von den Grünen eine Info-Aktion im Ort gestartet. Koordiniert wird das Ganze vom Landkreisverband und Willy Meyerhöfer zeigt sich bereits am ersten Tag des Begehrens recht zuversichtlich: „Unsere Kreisverbandsvorsitzende Kerstin Täubner-Benicke hat unglaubliche Aktivitäten für diese Aktion entwickelt", so dass er fest daran glaubt, Bayernweit die notwendige Hürde für dieses Begehren zu erlangen.

 

 

Worum geht es in diesem Volksbegehren? Aufgrund der Tatsache, dass immer mehr Arten von der Bildfläche verschwinden, wollen die Initiatoren des Begehrens die Politiker zum Handeln zwingen. In Bayern leben nur noch halb so viele Vögel, wie vor 30 Jahren, 73% aller Tagfalter sind verschwunden und 54% der Wildbienen vom Aussterben bedroht. Insgesamt ist die Biomasse von Fluginsekten in Biotopen um 70% in den letzten 30 Jahren zurückgegangen und damit geht ein entscheidender Faktor im ökologischen Zusammenspiel verloren. Insekten bestäuben Pflanzen, verwerten tote Pflanzen und Tiere und werden selber gefressen. Ein Ineinandergreifen, das unsere Ökosysteme funktionieren lässt – und damit auch ein wichtiger Faktor unserer Ernährungssicherheit ist.
Mit dem Volksbegehren wollen ihre Urheber erreichen, dass Bayern ein Vorreiter im Artenschutz wird. Im Zulassungsantrag werden daher sehr deutliche Ziele und notwendige Schritte dazu formuliert.

Artenvielfalt 1

Grüne und SPD aus Herrsching taten sich zusammen, um in Infoständen für die Unterzeichnung des Volksbegehrens „Rettet die Bienen" zu werben

So soll sich der Freistaat Bayern dazu verpflichten, im Sinne der „dauerhaften Sicherung und Entwicklung der Artenvielfalt in Flora und Fauna darauf hinwirken, deren Lebensräume zu erhalten und zu verbessern, um einen weiteren Verlust von Biodiversität zu verhindern". Um dieses Ziel zu erreichen, schlagen die Initiatoren eine ganze Reihe von Maßnahmen vor, wie z.B. die Ausweitung des ökologischen Landbaus. Der Einsatz von Pestiziden wird auf den Prüfstein gelegt, eine bayernweite Vernetzung von Lebensräumen für Tiere gefordert sowie ein verbesserter Informationsfluss seitens Naturschutzbehörde an den Landtag und die Öffentlichkeit. Naturbetonte Grenzen im Flurland wie z.B. Hecken, Baumreihen oder Kleingewässer zu erhalten oder schaffen, die nicht nur den Tieren als Lebensraum dienen, sondern auch den Feldern Erosionsschutz gewähren. Die Initiatoren betonen, dass Artenschutz und die Unterstützung der bäuerlichen Landwirtschaft eng zusammenhängen und es Landwirten nur bei einer fairen Bezahlung möglich sei, sich noch um die Natur zu kümmern. Trotzdem werden sie gerade von dieser Seite massiv kritisiert, da sich viele Vertreter durch die vorgeschlagenen Maßnahmen gegängelt fühlen, bzw. sogar in ihrer Existenz bedroht.

Artenvielfalt 3

In einem Bienenkostüm gab Anke Rasmussen bereitwillig Auskunft über Inhalt und Anliegen des Volksbegehrens „Rettet die Bienen" und verteilte Handzettel mit der Öffnungszeiten der Eintragungsräume

„Auch wenn das Volksbegehren nicht seine Zulassung erfährt oder nicht Punkt für Punkt umgesetzt wird, so bringt es die Politik auf jeden Fall unter Zugzwang" ist Adrian Fuchs überzeugt. Doch aktuell sieht es ganz danach aus, dass dieses Begehren die notwendige Stimmenanzahl bekommt. Auch in Herrsching standen viele Leute bereits am ersten Tag des Begehrens Schlange, um sich eintragen zu können.

Für Sie berichtete Barbara Geiling

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