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Das Gymnasium in Herrsching nimmt Gestalt an - Architekten und Landschaftsplaner stellen drei Planungsvarianten im Kreistag zur Diskussion

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 29. Mai 2019

Lange Zeit war das Gymnasium in Herrsching ein Konstrukt aus Ideen, Hoffnungen, Anträgen und Planungen. In der Kreistagssitzung vom 27.05.19 aber nahm
das Gebäude und die umliegenden Anlagen Formen an. Das beauftragte Architekturbüro Schürmann Dettinger Architekten stellte ihre Planungsvarianten vor und der Landschaftsplaner Robert Wenk ihre Einbettung in die Umgebung. Darüberhinaus kamen Verkehrsplanung, Gebäudetechnik, Finanzen, mögliche Förderungen und Erweiterungsmöglichkeiten zur Sprache.

„Das Haus der Schule ist mehr als nur ein Raum, sie ist auch die Keimzelle unserer zukünftigen Generationen und deshalb wollen wir ihm die nötige Wertschätzung geben." Für das Architekturbüro Schürmann Dettinger Architekten ist das Gymnasium nicht ihre erste Schulplanung und ihnen liegt viel daran, das neue Lehrkonzept in die Räumlichkeiten zu integrieren. Ausdrücklich bedankten sie sich für die hervorragende Vorplanung und das klar definierte Anforderungsprofil.

Kreistag Gym 1

Anhand von Modellen konnten sich Mitglieder des Kreistags und Anlieger ein Bild davon machen, wie das zukünftige Gymnasium in Herrsching aussehen und sich in die Landschaft integrieren wird

Drei Varianten stellten sie auf der Kreistagssitzung dem Gremium sowie den dazu geladenen Mitgliedern des Gemeinderats Herrsching, Bürgermeister Christian Schiller und zukünftigen Nachbarn der Schule vor. Allen Modellen gemein ist, dass sie sich bestmöglich in das Landschaftsbild integrieren. Die Höhe des Gebäudes ist so flach geplant, dass für die Anwohner der Panoramastraße der Sichtkontakt zum See gewahrt bleibt und sie gleichsam so wenig wie möglich durch Lärm und Emissionen belästigt werden. Auch das Pädagogische Lernhaus-Konzept spiegelt sich in allen Varianten wieder, wo im Erdgeschoss das „Herz" der Schule gemeinschaftliche Nutzung anbietet wie z.B. Mensa, Aula, etc. Die Obergeschosse beherbergen Klassen- und fachspezifische Räume, sowie multifunktionale Plätze für Teamarbeit, Inklusion und Vorbereitungsphasen. Eine Tiefgarage im Untergeschoss bietet Platz für 80 Stellplätze und die Verkehrsanbindung verläuft ausschließlich über die Staatsstraße. Hier werden eine Verkehrsinsel und breite Fuß-/Radwege geplant. Die Möglichkeit einer Erweiterung von 3-zügig auf 4-zügig ist ebenfalls bei allen Modellen gegeben.
Variante 1, der „Pavillon" wirkt wie ein Ensemble von Einzelhäusern mit einer nicht integrierten Sporthalle. Diese Trennung käme der geplanten Nutzung durch Vereine zugute. Variante 2, der „Ring" weist einen kompakteren Baukörper auf, der im Außenbereich mehr Platz anbietet, das „Herz" der Schule um einen Innenhof erweitert und durch umlaufende Balkone Sonnen-/Witterungsschutz und Fluchtwege anbietet. Bei der „Terrasse" als Variante 3 sind die Gebäude stufig zum See hin angeordnet und beanspruchen als größter Baukörper den größten Eingriff auf das Biotop, wie Robert Wenk anhand einer Zeichnung deutlich machte.
Ein ganz wichtiges Thema für das Planungsteam ist die Energie. CO2-neutral über den gesamten Lebenszyklus der Schule ist ein gesetztes Ziel, das sie mit Hilfe nachhaltiger Baukonstruktion und Energiegewinnung erreichen wollen. Durch dieses Konzept in Verbindung mit der gebundenen Ganztagesklasse und der pädagogischen Ausrichtung
bestehe auch die Möglichkeit der Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Ein willkommener Zuschuss, denn die Finanzierung der Schule war auch auf der Kreistagssitzung ein diskutiertes Thema. Kämmerer Stefan Pilgram sprach von Gesamtbaukosten in der Höhe von bis zu 80.000 Euro. Die Regierung von Oberbayern wird sich mit einer Förderquote von 30-33% beteiligen und der Kreistag beschloss auf der Sitzung die Einrichtung eines Projektsteuerers für die baubegleitende Projekt- und Kostensteuerung. Nach eingehender Beratung wird das Gremium dann über die Planungsvarianten abstimmen und damit den Weg frei machen für die Bauleitplanung durch den Gemeinderat Herrsching.

Für Sie berichtete Barbara Geiling

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