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Nach dem Buchsbaumzünsler droht der Eichenprozessionsspinner

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 05. November 2019

Herbstversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Herrsching

Was bewegte den Obst- und Gartenbauverein Herrsching im Sommer 2019? Antworten darauf gab die Vorsitzende Nathalie Stahl bei der Herbstversammlung am 11. Oktober 2019 vor rund 40 Mitgliedern im Seehof in Herrsching. In ihrer Präsentation zeigte sie Bilder der verheerenden Schäden, die der Buchsbaumzünsler anrichtet. Der Buchsbaumzünsler ist ein ostasiatischer Kleinschmetterling, der zu Beginn des 21. Jahrhunderts nach Mitteleuropa eingeschleppt wurde. Die Raupe des Schmetterlings frisst die Blätter, überall verdorren die Buchsbüsche und gehen ein. Und mit dem sich ebenfalls immer weiter ausbreitenden Eichenprozessionsspinner droht die nächste Plage: „Die Raupen haben Brennhaare. Der Kontakt mit der Haut ist für Mensch und Tier nicht ungefährlich", warnte Stahl. 

 

191011 GBV Begrüßung

Natalie Stahl zeigte erschreckende Fotos vom den Schäden, die der Buchsbaumzünsler angerichtet hat.

 

Als Alternativen zu Buchsbäumen zeigte Stahl Fotos von blühenden Sommerwiesen, die durch die Aussaat von ausgesuchten Samenmischungen wachsen. Ein Dorn im Auge der engagierten Gartler sind dagegen Steingärten mit Kunstpflanzen, Schotterornamente mit Blumenmuster oder gar Trauerweiden aus Kunststoff. „So kann man sich auch auf den Klimawandel vorbereiten", kommentierte Stahl die Auswüchse an scheinbar pflegeleichten Grünanlagen.

Die Vorsitzende berichtete ebenso vom Schulgartenprojekt mit der Garten AG der Christian Morgenstern Grundschule. Auf einem Teil des 1.200 Quadratmeter großen Geländes mit altem Baumbestand und Teich wurden gemeinsam mit den Schülern Beete angelegt „Es ist erfreulich einen solchen Garten zu haben, aber gleichzeitig auch nicht einfach", bat sie um Unterstützung bei dem Vorhaben, gemeinsam den Schulgarten wieder auf Vordermann zu bringen. Neue Obstbäume sind zu pflanzen, und der Zaun muss repariert werden, „die Schule alleine schafft das nicht". Unter den Gästen war auch Bürgermeister Christian Schiller. „Nathalie Stahl hat neuen Schwung reingebracht", dankte er dem Gartenbauverein im Namen der Gemeinde. Er hob die Bepflanzungen der Verkehrsinseln sowie das Schulprojekt hervor: „Die Gemeinde hilft mit!"

Stahl wies auf eine weitere Initiative hin: Der Gartenbauverein und die Evangelische Jugend der Kirchengemeinde Herrsching mit Diakon Hans-Hermann Weinen setzten am zweiten Oktoberwochenende 5.000 Wildkrokus-Zwiebeln. Dadurch sollen die Herrschinger Wiesen auf öffentlichem Grund hübscher werden. Dieses Mal ging es auf die Grünfläche vor dem Herrschinger Bauhof, direkt an der Rieder Straße. Wenn alles klappt, werden dort im kommenden Frühjahr gelbe sowie lila-blaue Krokusse zu sehen sein. Gepflanzt wurden Wildkrokusse, die sich zum Verwildern eignen und im besten Fall fleißig vermehren.

Mit Fotos zeigte Stahl anschließend etliche gelungene Beispiele lebendiger Gartengestaltungen in Herrsching und den umliegenden Gemeinden: Märchengärten, farbenfrohe Blumenbeete im Kurpark, üppige Rosenbeete, Kakteengärten, Naturgärten mit Teichen und bunt bepflanzte Tröge - nicht nur eine Freude für alle Insekten und Bienen. Besonders erwähnt wurde das Rosenbeet am Johanniterhaus in der Reineckestraße. „Die Bewohner haben das vorhandene Beet wieder auf Vordermann gebracht", freute sich Natalie Stahl über die Pracht. Die fleißigen Gärtner erhielten anschließend eine Auszeichnung im Wettbewerb um vorbildliche Gartengestaltung und Blumenschmuck.

191011 GBV Gartenauszeichnungen

Die Urkunden wurden von Anna Elisabeth Neppel, Vorsitzende des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege Starnberg, und der Geschäftsführerin, Ursula Lechner, überreicht. Geehrt wurden schließlich auch besonders treue Mitglieder für ihre teils bis zu 40-jährige Zugehörigkeit zum Gartenbauverein.

191011 Gartenbauverein Ehrungen

Fleißige Gartlerinnen und Gartler! Sie sind dem Gartenbauverein Herrsching seit Jahrzehnten treu: Die Geehrten mit Elisabeth Neppel, Vorsitzende des Kreisverbands (3.v.li.), Geschäftsführerin Ursula Lechner (re.) und Natalie Stahl (2.v.li.). 

 

191011 GBV langjaehrigeMitglieder

Schließlich bedankte sich Natalie Stahl bei den Gartenbesitzern, die sich beteiligt hatten: „Sie machen die Auszeichnung ja überhaupt erst möglich!" Ihr Dank galt auch ihrem engagierten Team und allen, die Bilder beigesteuert und bei der Auswahl geholfen hatten.

Der zweite Teil des Abends gehörte der Wiederentdeckung vergangener Pflanzenschätze. Referentin Bärbel Steinberger ging in ihrem Vortrag auf alte Gemüse- und Pflanzenarten bei Nutz- und Zierpflanzen ein. „Alte Gemüsesorten geraten in Vergessenheit, da sich die Leute davon abgegessen haben, sie als Arme-Leute-Essen gelten oder die Zubereitung aufwendig ist", erklärte die Expertin. Leider gingen dadurch auch Rezepte verloren. Dank alter Kochbücher und Internet sind sie heute aber wieder leicht zu finden. Richtig modern wird eine Sorte besonders dann, wenn sich Sterneköche des Gemüses annehmen, so zum Beispiel Pastinaken oder Rote Beete. Und der gute alte heimische Holunder legt durch das Getränk „Hugo" gerade eine neue Karriere hin.

Terminhinweis des Gartenbauvereins

21. November 2019, 18.00 Uhr, Winterliche Dekoration gestalten, Teilnahme nach Anmeldung unter 08152-3961665.

Für Sie berichtete Petra Schmieder.

Fotos (4): Petra Schmieder

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