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Wasserwirtschaft mit neuer Doppelspitze: Maximilian Bleimaier und Thomas Tinnes folgen Hermann Doblinger

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 08. Januar 2020
Langjähriger AWA-Vorstand zieht sich aus gesundheitlichen Gründen zurück

Maximilian Bleimaier und Thomas Tinnes heißen die neuen Vorstände der AWA-Ammersee Wasser- und Abwasserbetriebe und der Wassergewinnung Vierseenland. Die beiden gemeinsamen kommunalen Unternehmen (gKU) verantworten die Wasserver- und entsorgung in der Region. Der bisherige Vorstand, Hermann Doblinger, der die Einrichtungen seit vielen Jahren in Personalunion führte, muss sich aus gesundheitlichen Gründen mit 59 Jahren zurückziehen. Über den Vorstandswechsel wurde die Presse bei einem Termin am 10. Dezember informiert.

191210 AWA Neuer Vorstand Foto P.Schmieder

Führen künftig die Geschäfte der regionalen Wasserwirtschaft: Maximilian Bleimaier (3.v.li.) und Thomas Tinnes (3.v.re.). Die Verwaltungsratsvorsitzenden Wolfram Gum (Bürgermeister Seefeld, 2.v.li.) und Michael Muther (Bürgermeister Weßling, 2.v.re.) sowie deren Stellvertreter Christian Schiller (Bürgermeister Herrsching, re.) und Anna Neppel (Bürgermeisterin Andechs) stellten sie im Dezember vor.
Foto: Petra Schmieder

„Der Übergang ist vertrauensvoll zwischen dem bisherigen Vorstand und den Beiräten abgestimmt worden", erklärte eingangs Michael Muther, Verwaltungsratsvorsitzender der Wassergewinnung Vierseenland und 1. Bürgermeister von Weßling. Beide Posten seien ohne Ausschreibung besetzt worden, ergänzte AWA-Verwaltungsratsvorsitzender Wolfram Gum, der Bürgermeister von Seefeld ist. Die Wassergewinnung Vierseenland und die AWA werden jeweils von den angeschlossenen Gemeinden aus der Region getragen. Während die Wassergewinnung Vierseenland das Frischwasser liefert, verteilt es die AWA an die Haushalte und entsorgt das Abwasser.

Mit Maximilian Bleimaier und Thomas Tinnes sind zwei Fachleute am Start. Beide sind Mitarbeiter der AWA und werden ihre bisherigen Positionen und Tätigkeitsgebiete beibehalten. Bleimaier ist 27 Jahre alt und kommt aus Inning, wo sein Vater Bürgermeister ist. Der studierte Bauingenieur ist seit 2017 bei der AWA beschäftigt und leitet seit kurzem den technischen Bereich „Abwasser". Der 55-jährige Thomas Tinnes ist seit über drei Jahrzehnten in der Wasserwirtschaft tätig und gehört der AWA seit neun Jahren an. Der gelernte Schlosser und SHK-Techniker ist zudem Betriebswirt des Handwerks und Industrie-Wassermeister. Er ist als technischer Leiter für den Bereich „Trinkwasser" zuständig.

Zu zweit übernehmen sie die Aufgaben von Hermann Doblinger. Er hat die heutige gemeindeübergreifende Bewirtschaftungsstruktur wesentlich aufgebaut und sich als Pionier in der Neuorganisation der Wasserwirtschaft seit den 90er Jahren weit über den Landkreis hinaus einen Namen gemacht. Seit 2001 stand Doblinger dem damaligen „Zweckverband zur Abwasserbeseitigung Ammersee-Ost" vor. Daraus entstand 2006 das gemeinsame Kommunalunternehmen „Wasser- und Abwasserbetriebe AWA-Ammersee". Der AWA gehören heute neben Herrsching die Gemeinden Andechs, Inning, Pähl, Seefeld, Wielenbach und Wörthsee an. Die Betriebsführung der „Wassergewinnung Vierseenland gKU", die 2014 aus dem „Zweckverband Großräumige Wasserversorgung Landkreis Starnberg" hervorging, untersteht technisch und kaufmännisch der AWA und wurde ebenfalls bisher von Helmut Doblinger verwaltet. Ihre Träger sind Andechs, Herrsching, Pöcking, Seefeld, Starnberg, Weßling und Wörthsee.

Auf die neuen Chefs kommt in nächster Zeit einiges zu. Immer wärmere und trockenere Sommer gehen den Grundwasserbeständen an die Reserven. „Die Lage ist hier im Süden zwar besser als im Rest Deutschlands, dennoch müssen wir vorsorgen", erklärte Tinnes. Deshalb sollen in den kommenden Jahren bis zu fünf Millionen Euro in neue Brunnen investiert werden. Zu den ersten öffentlichen Aktionen im Frühjahr 2020 wird die Imagekampagne des Bundes „Trink Trinkwasser" gehören. Vorgesehen sind zum Beispiel öffentliche Wasserstellen, an denen die Bürger Trinkwasser zapfen können. „Dadurch sollen Plastikflaschen eingespart werden", wissen die Wasserexperten. Und Herrsching ist mal wieder vorn dran: Im Gemeindehaushalt 2020 seien 16.000 Euro für die Initiative eingestellt, kündigte Herrschings Bürgermeister Christian Schiller an, der zugleich stellvertretender Vorsitzender des AWA-Verwaltungsrats ist.

Für Sie berichtete Petra Schmieder.

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