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Naturbildung im Sinne der Generalswitwe

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 02. Juni 2020

Naturschutz- und Jugendzentrum des Bunds Naturschutz in Wartaweil

Mit täglichen Naturführungen und Aktionen für Kinder, Familien und Erwachsene aus Herrsching und der ganzen Region öffnete das Naturschutz- und Jugendzentrum in Wartaweil pünktlich zu den Pfingstferien wieder seine Tore. Noch bis zum 12. Juni ist es möglich, in kleinen Gruppen oder im Familienverband gemeinsam die Natur zu erleben.

 

Auf dem Ferienprogramm für Klein und Groß stehen Aktionen wie Laubhütten oder Floße bauen, Baumklettern, literarische Streifzüge durch den Wald sowie Insekten- und Biber-Entdeckungstouren (siehe Termine am Ende des Textes). „Selbstverständlich müssen bei allen Veranstaltungen die Hygieneregelungen eingehalten werden", weist Organisatorin Birgit Geurden auf nötige Sicherheitsmaßnahmen hin.

Endlich kann das riesige Freigelände im Ortsteil Wartaweil wieder seine Bestimmung erfüllen. „Bei uns sind alle willkommen, die sich mit der Natur auseinandersetzen", sagt Axel Schreiner, der pädagogische Leiter des Naturschutz- und Jugendzentrums. Als Einrichtung des Bundes Naturschutz in Bayern e.V. steht die Anlage in erster Linie allen Kreis- und Ortsgruppen, aktiven Mitgliedern sowie den Kinder- und Jugendgruppen für Fortbildung, Seminare, Workshops, Klausurtagungen und Ausflüge zur Verfügung. „Zugleich begrüßen wir auch externe Gruppen", so Schreiner. Es finden Konzert-, Theater- und Künstlertreffen ebenso statt wie Yoga- und Tai-Chi-Wochenenden oder Schullandheimaufenthalte sowie Kinder- und Jugendfreizeiten. Einzige Einschränkung: Alle Veranstaltungen müssen einen Bezug zur Natur haben. So will es die Zweckbindung der Stiftung und der Satzung des Bundes Naturschutz.

Wer in Wartaweil Station macht, hat die Auswahl aus einem individuell gestaltbaren Programm das von Walderlebnisführungen, Wasseruntersuchungen, Hecken-, Wiesen und Kräuterführungen, Naturrallys über Forscheraktionen, Bastel- und Kreativkurse, kooperative Abenteuerspiele bis hin zu Naturferien reicht.

Untergebracht sind die Gäste in der um 1900 erbauten Villa Habersack, die das Herz des Zentrums bildet. Ehedem besaß die Generalswitwe Berta Habersack das Anwesen, die schon zu Lebzeiten junge Menschen zu Fortbildungen in ihr Haus einlud. Ende der 1950er Jahre legte sie fest, dass die Gründerzeitvilla samt Nebengebäuden und dem über vier Hektar großen Seegrundstück nach ihrem Tod dem Bund Naturschutz gehören soll – mit der Auflage, dass alles erhalten bleibt und an diesem Ort auch künftig geforscht, gelehrt und weitergebildet wird. Das Haus wurde zuletzt 2002 erweitert und aufwändig modernisiert. Heute können hier 37 Gäste in acht Mehrbett- und zwei Betreuerzimmern übernachten. „Und die Coronazeit haben wir genutzt, zu malern und die Böden aufzufrischen. Selbstverständlich wurden alle Arbeiten von ortsansässigen Firmen durchgeführt", berichtet Einrichtungsleiter Schreiner und betont die enge Verbundenheit zu Herrsching.

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Einladung an alle Herrschinger Familien zum Naturerlebnis! Axel Schreiner (li.) – hier vor dem Seminarhaus des Naturschutz- und Jugendzentrums in Wartaweil – hat ein buntes Programm für die Pfingstferien auf die Beine gestellt. Beim Literarischen Streifzug durch den Wald stellt Nick Fritsch (re.) zum Beispiel herausragende „Baumpersönlichkeiten" vor. Foto: Petra Schmieder

 

Unweit der Villa erstrahlt zudem seit 2018 das Seminar- und Verwaltungsgebäude mit seinen lichtdurchfluteten und zum See hin offenen Räumen in neuem Glanz. Bei der ökologischen und energetischen Sanierung wurden auch die Räume des Fraunhofer-Instituts für Hydroakustik, das über Jahrzehnte hier beheimatet war, zu einer großzügigen Veranstaltungshalle für größere Tagungen umgewidmet. Dabei wurde darauf geachtet, ressourcenschonend und nachhaltig vorzugehen. „Das Ziel war ein Recycle-Bau", so Schreiner. Die intensiven Planungsgespräche zwischen Bauherren, Projektleitern, Architekten und Baufirmen „waren schon auch ein Meisterstück der Konferenzkunst", erinnert sich Schreiner an die leidenschaftlich geführten Sitzungen, die teils bis tief in die Nacht dauerten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: ein begrüntes Dach, vollständig recyclebare Holzfaserdämmung, Verschalung in unbehandeltem Lärchenholz, Holzläden zum Vogelschutz, Elektrosmogschutz, Hackschnitzelheizung, PVC-freie Leitungen und Einsatz möglichst schadstoffarmer Materialien. „Das war ein langer Prozess, aber wir müssen auch immer im Sinne unsere Mitglieder handeln", so Schreiner. Immerhin habe das Haus rund 250.000 Besitzer – so viele Mitglieder zählt der Bund Naturschutz in Bayern.

 

Pfingstferien-Programm für Familien und Kinder

02. Juni: Laubhütten bauen und Landart

03. Juni: Flossbau

04. Juni: Bienen, Heuschrecken und Ihre Freunde

05. Juni: Wilder Wald für Familien

8. und 9. Juni: ‚Von mauernden Bienen und springenden Kräutern' und ‚Biber am Ammersee'

10. Juni: Wilder Wald für Kinder

12. Juni: Baumklettern für Kinder

1. Juni bis 5. Juli: Ausstellung „Wildpflanzen vor der Haustüre"

Informationen und Anmeldung www.bund-naturschutz.de/wartaweil oder Tel. 08152/39900-0

Bitte Hygieneregeln beachten!

 

Für Sie berichtete Petra Schmieder.

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