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„Keine Angst vor konfrontativen Fragen“: Pfarrer Rapp neuer katholischer Dekan – Herrsching ist jetzt Amtssitz des Dekanats Starnberg

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 30. Oktober 2020

Bei einem feierlichen Gottesdienst wurde am Sonntag, 11. Oktober 2020, Pfarrer Simon Rapp zum neuen Dekan ernannt. Mit über 80 Gästen war die Herrschinger St. Nikolaus Kirche bis zum letzten in Coronazeiten möglichen Sitzplatz belegt, als der stellvertretende Bischof von Augsburg, Harald Heinrich, den neuen „offiziellen Vertreter des Diözesanbischofs im Dekanat Starnberg in sein Amt einführte. Rapps Ziele: die Gemeinschaft zu stärken, Vorgänge zu vereinheitlichen und mit einer Stimme zu sprechen.

„Dass er einer mit vielen Begabungen, glücklicherweise reichlich Kraft und Erfahrungen aus seinen früheren Aufgaben ist, war sicher ein Grund für das vielfältige Ja für ihn als Dekan“, begründete Generalvikar und Domkapitular Monsignore Harald Heinrich die Entscheidung für den 49-jährigen Rapp, „man traut dir, Simon, Leitungsdienst zu.“ Das bedeute, „in sich selbst die Spannungen und Gegensätze zu leben, die in und zwischen den Menschen sind, für die man da ist“.

Über alle äußere Fähigkeiten und Energien hinaus werde ihm zugeschrieben, dass er „in dem tiefen Lebensstrom wurzelt, der Jesus Christus heißt“. Rapp habe auch aus seiner Erfahrung als früherer Präses des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) „keine Angst vor konfrontativen Fragen junger und auch nicht mehr junger Menschen“. Zugleich begrüßte Generalvikar Heinrich das von Rapp ins Leben gerufene gemeinsame Firmkonzept der Pfarrgemeinschaften. Den Dekanatsmitarbeitern wünschte er Mannschaftsgeist: „Wie menschlich, wenn Mitbrüder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht übereinander, sondern miteinander reden.“ Dafür zitierte der Generalvikar den in Pähl am Ammersee aufgewachsenen FC-Bayern-Fußballer Thomas Müller, der nach einem erfolgreichen Spiel einmal sagte: „Alle in der Mannschaft waren von Anfang an heiß darauf, Fehler des anderen gleich zu merken und auszugleichen.“ Dass Rapp zu dieser zusätzlichen Aufgabe im Dienst der Kirche bereit sei, „dafür sind wir herzlich dankbar“, so Heinrich. Den feierlichen Ablauf des Gottesdienstes begleitete mit starken Stimmen das Sängerensemble ‚Oktett‘, das sich seit diesem Sommer aus dem Chor der Pfarrgemeinschaft Ammersee-Ost unter der Leitung von Anton-Ludwig Pfähl herausgebildet hat.

 

Der gebürtige Kemptner Rapp vertritt in seiner neuen Funktion die Anliegen von rund 40 Mitarbeitern aus den sechs Pfarrgemeinschaften im Landkreis, den zur Gemeinde Andechs gehörenden Pfarreien und der Gemeinde Tutzing. Rapp folgt auf Anton Brand­stetter aus Weßling, der über zwölf Jahre dem Dekanat vorstand. Sein Stellvertreter ist der Starnberger Stadtpfarrer, Prodekan Andreas Jall, der ebenfalls bei dem Gottesdienst in seinem neuen Amt begrüßt wurde. Den zukünftigen Aufgaben kann Rapp relativ gelassen entgegensehen, meistert er sie als bisheriger Prodekan doch schon seit dem Weggang Brandstetters vor einem Jahr. „Ein Dekan wird von den Mitarbeitern vorgeschlagen und schließlich vom Bischof für sechs Jahre ernannt“, erklärt Rapp. Dabei bleibt er seiner Heimatgemeinde als Leiter der Pfarrgemeinschaft Ammersee-Ost mit über 6.000 Gläubigen erhalten. Die neue Position komme jetzt „on top“ dazu, sie entspräche „einem Job in der mittleren Führungsebene in der Wirtschaft“, so Rapp. Mit dem Pfarrer wechselt auch der Dekanatssitz nach Herrsching.

Zum neuen Posten gratulierten auch der Dekanatsratsvorsitzende Franz Kettner sowie Landrat Stefan Frey, der Rapp lobte: „Sie haben viel Schwung, Kraft und Ausstrahlung und machen dem Herrschinger Bürgermeister Schiller alle Ehre. Zu zweit rocken Sie die Gemeinde!“ Beste Wünsche überbrachte auch die stellvertretende Dekanin des evangelischen Dekanats Fürstenfeldbruck, Susanne Parche: „In diesen Zeiten freiwillig Leitungsaufgaben zu übernehmen, das ist wahrlich nichts für Feiglinge“, sagte sie anerkennend. Rapps Talent, „jede Menge Hoffnung zu sammeln und mit den Menschen zu teilen“, ähnle dem eines Hamsters: „Im Hoffnungshamstern bist du ziemlich gut!“
Rapp schwankte zum Schluss, „ob ich dankbar sein soll oder innerlich stöhnen darf“ über die neue Verantwortung. „Aber die Kolleginnen und Kollegen wollten es, und so nehme ich die Aufgabe an.“ Am meisten wünscht er sich, „eine Kirche, die mutig und experimentierfreudig ist, die in der Kommunikation neue Methoden und Kanäle austestet“. Dabei könne auch mal was schiefgehen. Wichtig sei eine starke Gemeinschaft und der Zusammenhalt: „Aus Corona können wir lernen, dass es neue Fragen an unseren Glauben gibt, die wir beantworten sollten!“

Für Sie berichtete Petra Schmieder.

 

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Pfarrer Simon Rapp (li.) und Generalvikar und Domkapitular Monsignore Harald Heinrich, der Stellvertreter des Bischoffs von Augsburg, bei der offiziellen Ernennung zum Dekan

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