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„Das ist wie beim Pilzesammeln…!“

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 04. April 2021

Ramadama für ein sauberes Herrsching

Manchen guten Traditionen kann auch Corona nichts anhaben! Dazu gehört die jährliche Aufräumaktion „Ramadama". Wenngleich nicht gemeinschaftlich in großen Trupps, so sind sie in diesen Tagen doch paarweise, ausgestattet mit Zangen und Beuteln unterwegs: Ehrenamtliche beim Aufsammeln von herumliegendem Abfall. Die Ersten waren Ute Piper und Renate Stahl. Die beiden Herrschingerinnen machten rund um den Bahnhof und im Gewerbegebiet „Beute".

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Die beiden Sauberfrauen im Einsatz: Ute Piper (li.) und Renate Stahl aus Herrsching. Foto: privat

„Du wirst ja massenhaft angesprochen, wenn Du Dreck sammelst", berichtet Ute Piper. Sie weiß wovon sie spricht. Schon seit Jahren engagiert sie sich beim Ramadama, denn ein sauberer Heimatort liegt ihr einfach am Herzen. Ausgestattet mit vier großen Müllsäcken sammelten die beiden über Stunden fleißig am Bahnhof, an der P&R Anlage, rund um die Bofrosthalle bis hin zur Schranke. Anschließend ging es in die Baderstraße. „Am Bahnhof ist es immer am schlimmsten", schimpft Piper. „Die Leute kommen mit der S-Bahn an und werfen Essensverpackungen, Getränkebecher und sonstigen Abfall einfach weg, weil sie keine Mülleimer finden", hat sie beobachtet. Das ist nicht nur ihr ein Dorn im Auge. Da die Gemeinde nicht für den Bahnhof zuständig ist, hat Piper schon versucht einen Ansprechpartner bei der Bahn ausfindig zu machen. Bisher allerdings ohne Erfolg!

Aber auch dort, wo es Mülleimer gibt, lassen die Menschen gerne etwas fallen. Bürgermeister Christian Schiller ruft deshalb gemeinsam mit dem gemeindlichen Bauhof zu „Herrsching ramt zam" auf. Dafür stellt die Gemeinde Müllsäcke bereit. Diese können von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 12 Uhr am Rathaus abgeholt werden. Jeder bestimmt seine Tour selbst. Die befüllten Müllsäcke können beim Bauhof in der Gewerbestraße abgegeben oder an allen öffentlichen Mülltonnen abgestellt werden.

„Das ist wie beim Pilze sammeln", erzählt Ute Piper, „irgendwann sieht man nur noch Müll". Das Sammeln von herumliegendem Unrat und hunderten Zigarettenkippen kostet die ‚Sauberfrauen' viel Energie. Wenn es mehr Abfalltonnen gäbe, würden die Leute nicht einfach achtlos alles wegwerfen, ist sie überzeugt. „Ich weiß, dass sich viele darüber ärgern, aber keiner wird aktiv", stellt die Müllsammlerin fest. Tatsächlich werden laut einer Rathausinformation im Gemeindegebiet jährlich über 400 Kubikmeter Müll aus öffentlichen Mülleimern entsorgt. Dafür bringt der Bauhof ca. 1.300 Arbeitsstunden auf. „Unsere Mitarbeiter leeren bei schönem Wetter täglich und sonst drei Mal die Woche die Mülleimer", schreibt Bürgermeister Schiller in der Pressemitteilung. Das koste die Gemeinde insgesamt rund 100.000 Euro pro Jahr.

Piper wünscht sich, dass noch mehr Bürger mitmachen bei der Aktion „Gemeinsam für ein sauberes Herrsching". Auf ihre Anregung hin will die Gemeinde Sammlerinnen und Sammlern bald auch peppige Westen und entsprechendes „Sammelbesteck" zur Verfügung stellen. Und noch einen Vorschlag hat die findige Herrschingerin: Um aus der Schmuddelecke rauzukommen, sollten die Jüngsten in die Ramadama-Aktionen einbezogen werden. Nach dem Motto: Unser Schulhof bleibt sauber!

Wer mitmachen möchte und fleißig gesammelt hat, bekommt ein kleines Präsent von der Gemeinde. Einfach unter 08152 374-22 melden und kurz erzählen, wo gesammelt wurde.

Für Sie berichtet Petra Schmieder

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