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Eine neue Spielgruppe in Herrsching öffnet ihre Türen: Im BRK-Häuschen treffen sich künftig Kinder mit und ohne Migrationshintergrund

Kategorie: Kinder / Jugend Veröffentlicht: 29. September 2016

„Nirgendwo ist Integrationsarbeit so wichtig wie bei den Kindern!" Bürgermeister Christian Schiller zeigte sich hoch erfreut über die Einrichtung der neuen Spielgruppe. An zwei Vormittagen in der Woche können hier seit Mitte September Kinder gemeinsam spielen, Musik machen und sich künstlerisch betätigen. Das Angebot richtet sich ausdrücklich auch an die Kinder der Asylbewerber, um sie auf diesem Weg besser an die deutsche Sprache und das Leben hier im Ort heranzuführen. Derzeit kommen 5 Kinder aus der Flüchtlingsunterkunft in der Goethestraße regelmäßig hierher und so ist also noch Platz für weitere 3-5 Vorschulkinder mit oder ohne Migrationshintergrund.

 

 

„Noch findet die Kommunikation non-verbal statt" grinst die Betreuerin Britta Schmid auf die Frage nach den Deutschkenntnissen der 5 kleinen Kinder aus Afghanistan. Aber gerade deswegen sind sie ja auch so froh über die Ausstattung, die sie sich Dank der Spende von der Firma Hamamatsu zulegen konnten. Musikinstrumente, einfache Spielsachen und Materialien um sich künstlerisch austoben zu können. „Gerade Musik und die Kunst eignen sich für den Austausch ohne Worte am besten" weiß die gelernte Kunstpädagogin und Kinderpflegerin aus Erfahrung zu berichten. Und so haben sie gleich am ersten Tag gemeinsam mit den Vätern der Kinder bunte Namensschilder in Deutsch und ihrer Landessprache gemalt. Daneben steht viel Singen und gemeinsames Musizieren auf dem Programm, wofür die Betreuerinnen Mona Remmele und Luba von Hauff bestens ausgerüstet sind, die beide eine musikalische Ausbildung mitbringen. Zu viert teilen sie sich die Betreuung der Kinder an den beiden Vormittagen auf und erhalten dafür ein kleines Entgelt von der Gemeinde. Da derzeit nicht alle Kinder aus Herrsching in Kindertagesstätten untergebracht werden können, hat sich die Verwaltung bereit erklärt den Hauptanteil der Unkosten für die Betreuerinnen zu tragen. Auf die Eltern entfallen jeweils 10 Euro im Monat.

Spielgruppe 1

Die neue Spielgruppe im BRK-Häuschen für Kinder mit und ohne Migrationshintergrund feiert ihre offizielle Eröffnung. Die Erwachsenen von links: Miryam Goodwin, Günter Pausewang, Luba von Hauff, Dr. Peter Eggl, Christian Schiller, Hannelore Doch, Thomas Wuttke, Mona Remmele

„Da wird immer groß von Integration geredet, aber wenn es ums Finanzielle geht, werden die Kommunen alleine gelassen" berichtet Christian Schiller enttäuscht. Miryam Goodwin, die in der Verwaltung für Kinderbetreuung zuständig ist, hatte alle möglichen Geldgeber auf Landkreis- und Landesebene angeschrieben, aber nur klare Absagen erhalten. Und so ist die Gemeinde sehr dankbar darüber, dass die Firma Hamamatsu so großzügig als Geldgeber eingesprungen ist. Geschäftsführer Dr. Peter Eggl war gerne zu diesem Pressetermin gekommen und ließ sich von den engagierten Betreuerinnen zeigen, wohin die Spende geflossen war. Auch Thomas Wuttke war da, der sich stellvertretend für das BRK und die Wasserwacht sofort damit einverstanden erklärt hatte, ihr Häuschen für die zwei Vormittage zur Verfügung zu stellen. Die Wasserwacht hatte hier im Sommer bereits Schwimmkurse für die Kinder der Geflüchteten organisiert und der Vorsitzende berichtet von den guten Erfolgen.
Für die fünf kleinen Afghanen und ihre Betreuerinnen wird es eine spannende Zeit werden, in der sie langsam aufeinander zugehen und ihnen bestimmt ein gutes Gerüst für ihren weiteren Weg hier mitgeben. Mit dem nahegelegenen Kindertreff ist bereits vereinbart worden, dass zwischen den Kindern ein regelmäßiger Austausch stattfinden soll. „Und vielleicht werden die freien Plätze ja von Herrschingern aufgefüllt" meint Britta Schmid hoffnungsvoll – Denn im Spiel miteinander lässt sich eine Sprache am allerbesten lernen und von dem Austausch profitieren bestimmt beide Seiten.

Es berichtete für Sie Barbara Geiling

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