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Für eine Zukunft mit Schmetterlingen & Co: Das Naturschutz- und Jugendzentrum Wartaweil lud ein zur Kinder-Klima-Konferenz

Kategorie: Kinder / Jugend Veröffentlicht: 12. Juli 2019

Wie sähe unser Frühstück aus, wenn keine Insekten mehr leben? Honig gäbe es sowieso nicht mehr, aber auch keine Marmelade oder Käse. Der Kaffee fiele dann ebenso weg wie Kakao und die Milch dazu. Frisches Obst, gesunde Hülsenfrüchte & Co? Fehlanzeige. Dann eben nur ein Brot aus einfachen Getreide und ein Glas Wasser dazu. Langweilig und nicht gerade vitaminreich? Aber dennoch eine Tatsache, sollten eines Tages wirklich die Bienen und andere Insekten nicht mehr für uns arbeiten.
In verschiedenen Stationen luden die Teilnehmer des Kinder-Klima-Camps die erwachsenen Gäste ein, sich ein Bild über unsere kleinen aber so wichtigen Mitbewohner zu machen. Sich Gedanken zu machen über ihren Lebensraum und unseren Umgang damit. Und sie diskutierten mit einer Reihe geladener Vertreter aus Politik, Verbänden und Landwirtschaft über mögliche Handlungsstrategien zum Schutz der Artenvielfalt.

 

 

Ein Zeltlager in einer Umgebung wie sie schöner kaum sein könnte, erwartete die rund 25 Kinder im Alter zwischen 9 und 14 Jahren auf dem Gelände des BUND Naturschutz Bayern e.V. Ein Lager aber auch, aus dem sie viel neues Wissen mit nach Hause genommen haben. So lernten sie auf einer Führung durch Wiesen und Wälder den Lebensraum von Insekten kennen. Erfuhren, wie sie leben, ihre Arbeit organisieren und sich oftmals auf nur wenige Nahrungsangebote spezialisiert haben. Sie hörten, was Eingriffe in ihr Ökosystem bedeutet. Sei es durch Abholzung, Straßenbau, Landwirtschaft u.a. und auf welche Weise diese Eingriffe auch auf die Umgebung Auswirkungen haben.

Kinderkonferenz 1

Um viel Wissen und Erfahrungen reicher kehren die Teilnehmer des Kinder-Klima-Camps in Wartaweil nach Hause zurück

Voller Stolz zeigten und erklärten sie ihr selber gebautes Insektenhotel, dessen Restaurant – eine Wildblumenwiese auf nähstoffarmen Boden – noch im Entstehen ist. Und sie haben gemeinsam mit den Mitarbeitern des Zentrums und Margret Hütt eben diese Konferenz vorbereitet. Mit viel Fachkenntnis halfen sie ihren geladenen Gästen bei den Stationen, in denen sie das Leben der Insekten in all ihren Facetten thematisiert hatten. Reflektierten in einem Theaterstück den oftmals unbedachten Umgang mit der Natur, wo man auch ganz ohne Absicht so viel kaputt machen kann. Verdeutlichten auf einer Reise nach Jerusalem, wie Fuchs und Schmetterling durch Eingriffe in die Natur ihre Lebensgrundlage verlieren.

Kinderkonferenz 3

In verschiedenen Stationen erfuhren die Gäste des Klimakonferenz dank tatkräftiger Hilfe der Camp-Teilnehmer viel über das Leben der Insekten

Und stellten den Gästen - manchmal auch unbequeme - Fragen. Rosi Steinberger (Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz) war dabei, der stv. Landrat aus Weilheim Karl-Heinz Grehl, die stv. Landesbeauftragte BUND Naturschutz Dr. Christine Margraf, Nathalie Stahl (Gartenbauverein Herrsching), Christel Muggenthal (Bürgermeisterin Wörthsee) und Christa Wagner, stv. Kreisbäuerin LK Starnberg. Warum gibt es keine Verpflichtung für ausreichend breite Blühstreifen an den Äckern? Wer von Ihnen hat das Volksbegehren zur Artenvielfalt unterschrieben? Warum werden Pestizide nicht verboten, was macht ihr selber in euren Gärten, kann man in der Kommunalpolitik nicht mehr bewegen und anderes mehr.
Fragen, aber auch Gegenfragen und Anstöße von den Gästen. Man diskutierte über schädliche Gartenmauern und den eigen Fleisch- und Milchkonsum. Über das Einkaufsverhalten, dem Angebot an regionalen Waren, über Lichtverschmutzung durch Straßenbeleuchtung versus eigener Gartenbeleuchtung. Ob der Einsatz von biologischen Waffen gegenüber den Mücken gerechtfertigt ist und kommen überein, dass dabei eine wichtige Nahrungskette durcheinander gerät und es damit Auswirkungen auf die Population von Vögeln, Libellen und Molchs-Larven hat. Und über Bioprodukte, die zu wenig Abnehmer finden.
Und so ist am Ende der Konferenz eine Folgerung offensichtlich: alle sind zum Handeln aufgerufen und stehen in der Verantwortung. Mit einem Schuld-zu-schieben ist es nicht getan.
„Unheimlich spannend" sei diese Woche gewesen und „so viel konkreter als trockener Unterricht". Ein Mädchen hofft, dass ihre Familie ihr hilft „endlich ein bisschen konsequenter" zu sein. NBL-Regionalgruppenleiter Dr. Aly Hassanein zumindest ist sich sicher: „Ihr seid die vernünftigen Verbraucher von morgen"

Für Sie berichtete Barbara Geiling

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