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Barbara Steinbrecht-Strack stellt im Herrschinger Rathaus aus

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 25. Februar 2014

Horizonte und Spiegelungen" zeugen von schönen Momenten am See

(Text/Foto: hd) Wenn sich Bürgermeister Christian Schiller, die Mitarbeiter des Rathauses und die Mitglieder des Gemeinderates derzeit zu einer Sitzung im Rathaussaal treffen, dann muss die Stimmung eigentlich ganz entspannt sein. Zumindest bei denjenigen, die einen Blick auf die graue Betonwand werfen können. Die Bilder der neuesten Ausstellung, die dort hängen, lassen das jedenfalls vermuten. Diese sind beispielsweise in zartem Blau und Lila, hellem Gelb und Weiß. Werner Odemer, der den Bürgermeister bei der Einweihung vertrat freute sich immerhin, dass er bei den Ratssitzungen auf der richtigen Seite des Tisches sitzt. „Ich bin zwar ein Kunstbanause aber ein Kunstgenießer und deshalb bin ich glücklich, dass diese Werke mir künftig die manchmal trockenen und mühsamen Themenbesprechungen verschönern werden", sagte er den anwesenden Gästen.

Das Thema der Ausstellung „Horizonte und Spiegelungen" und die Namen der Bilder verraten weiteres: „Goldenes Licht", „Wasser, Weite, Welten" oder „Bergwelten" heißen die Werke. Sie erinnern an den Ammersee, wenn er an einem besonders schönen Abend in zartes Licht getaucht wird. Und an den Blick, den man bei freier Sicht von dort auf die Berge hat. Die Künstlerin Barbara Steinbrecht-Strack hat zwei Jahre darauf gewartet, ihre Bilder im Rathaus zeigen zu können und war bei der Ausstellungseröffnung sichtlich glücklich. „Danke, dass ich diese Wand schmücken durfte. Ich habe schon zwei Mal in Herrsching ausgestellt, leider kann ich nun nicht mehr am Programm im Kurparkschlösschen teilnehmen", sagte sie. Die Künstlerin sitzt, seit sie an einer Nervenkrankheit leidet, nämlich im Rollstuhl und kann die Räume im Schlösschen wegen des fehlenden barrierefreien Zugangs nicht nutzen. Ein Umstand, der sei so manchem Anwesenden bei der Ausstellungseröffnung ein wissendes und gleichzeitig bedauerndes Lächeln hervorrief. Da Barbara Steinbrecht-Strack es liebt ihre Bilder zu zeigen, ist sie über die jetzige Gelegenheit umso glücklicher. Vor allem deshalb, weil die Kraft und Ruhe in den Händen, die sie zum Malen braucht, immer mehr schwindet. Das ist auch der Grund dafür, dass ihre Bilder heute ganz anders aussehen, als früher. Aus den detailgetreuen Seerosenteichen, die an Claude Monet erinnern, wurden nicht weniger ausdrucksstarke aber technisch einfachere Stimmungsbilder. Diese Stimmung hat Barbara Steinbrecht-Strack übrigens nicht vor Ort festgehalten, sondern zunächst im Gedächtnis. Von dort hat sie sie dann in ihrem Atelier auf die Leinwand übertragen. Mit den klaren Farben und Formen will sie dem Betrachter die Harmonie und Schönheit des Seins und der Welt vermitteln. „Ich war gezwungen meinen Stil zu ändern. Je mehr die Krankheit fortschreitet, umso großflächiger werden die Bilder. Trotzdem ist es sehr anstrengend sie fertigzustellen", erklärt Barbara Steinbrecht-Strack.

Die Künstlerin wurde 1935 in Kiel geboren, wuchs jedoch am Starnberger See auf. In dieser Zeit hinterließ die Natur am Wasser erste prägende Eindrücke. Seit ihrer Kindheit hatte sie den Wunsch, Malerin zu werden. Sie studierte 1955 bis 1961 an der Akademie der Bildenden Künste in München Malerei und Graphik bei Richard Seewald, Hermann Kaspar und Joseph Hillerbrand. Seit 1962 arbeitet die Künstlerin freiberuflich. Bildeindrücke gewann sie durch Reisen in Europa, Ostasien und Australien. Sie lebte zwei Jahre in Ostafrika und ein halbes Jahr in Arizona/USA, heute ist ihr Lebensmittelpunkt in Andechs. Barbara Steinbrecht-Strack hatte 1963 ihre erste Ausstellung in München und seither über 40 Einzelausstellungen im In- und Ausland. Unter anderem stellte sie an Orten mit so klangvollen Namen wie Galerie W. Gurlitt, München, Casa di Giulietta, Verona, Galleria NF1, Rom, Int. Arts Guild, Monte Carlo, Galerie Watatu, Nairobi aus. Zudem gewann sie zahlreiche Preise und ihre Arbeit wurde in Kunstmagazinen und Tageszeitungen besprochen. Die derzeitige Ausstellung kann zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden.

 

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