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Nach dem Stück ist vor dem Stück – das Ammerseer Bauerntheater spielt wieder

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 05. März 2014

„Ferdl – leben und leben lassen" hat am 4. April Premiere

(Text/Foto: hd) „Achtung Liebhaberobjekt! Renovierungsbedürftiger Gutshof mit großem Garten in idyllischer Lage günstig zu erwerben ..." Obwohl es aufgrund dieser werbewirksamen Annonce an Interessenten nicht mangelt, steht das beschriebene Anwesen seit vielen Jahren leer. Im Ort ranken sich schaurige Geschichten um den verlassenen Gutshof, die Leute in der Umgebung meiden jegliche Nähe. Nun hat Immobilienmakler Ramberger zwei Ehepaare an Land gezogen, die ihren lang gehegten Traum vom Zusammenleben unter einem Dach in greifbare Nähe gerückt sehen und sich durch nichts vom Erwerb der Immobilie abbringen lassen wollen. Ihr Durchhaltevermögen wird allerdings auf eine harte Probe gestellt, denn das Haus scheint zwar menschenleer, ist aber alles andere als unbewohnt ..."

Na, ahnen Sie schon, um was es hier geht? Klar, um das neueste Stück des Ammerseer Bauerntheaters. Es heißt „Ferdl – leben und leben lassen" und stammt aus der Feder des Autorenteams Florian Appel, Johannes Brandhofer, Tobias Egger und Markus Ollinger. Ausgesucht hat es Robert Brack, der nicht nur die kleine Rolle des Immobilienmaklers Ramberger spielt, sondern auch Regie führt. Und das mit Begeisterung. „Es ist ein tolles und tiefgründiges Stück und das Beste ist, dass man am Ende eines Aktes nicht weiß, wie es im nächsten weiter geht", erzählt er. Deshalb ist es ihm auch wichtig, dass im Vorfeld nicht zu viel vom Inhalt verraten wird.

Seit Januar stehen die Schauspieler schon wieder auf der Bühne und bis zur Premiere am 4. April werden sie wohl auch noch so manchen Abend dort verbringen. Deshalb hat Robert Brack auch bei der Auswahl des Ensembles viel Wert darauf gelegt nicht nur den passenden Schauspieler für die Rolle zu finden, sondern auch, dass sich alle gut verstehen. „Es muss menschlich passen", sagt er. Allerdings gilt diesmal nicht nach dem Stück ist vor dem Stück, denn keiner der Mitspieler war auch bei „Außer Kontrolle" mit dabei. „Das kann man nur ganz selten machen, denn dann artet das Ganze in Stress aus und macht keinen Spaß mehr", so Robert Brack.

Und Spaß ist genau das, was alle haben wollen. Deshalb macht auch jeder im Verein das, was er kann. „Ich führe unheimlich gerne Regie und eigentlich müsste ich in dieser Position auch sagen, wie die Bühne auszusehen hat. Aber was ich gar nicht kann ist Bühnenbau. Dafür haben wir im Verein Katrin und Werner Liebel. Die machen das so toll, da halte ich mich lieber raus", erklärt Brack. Er sagt höchstens mal wie er sich eine Wand vorstellt, umsetzen tun es dann die anderen. In Bezug auf die Schauspielproben ist das ganz anders. Da hat er als Regisseur schon ganz genaue Vorstellungen, wie jemand etwas spielen soll. Und ist dann manchmal überrascht, wenn ein Mitglied bei den aktuellen Proben plötzlich von rechts nach links läuft, obwohl er das gar nicht gesagt hat. „Das Textbuch zu diesem Stück ist umfangreich und anscheinend hat das Autorenteam schon selbst Regie geführt. Es stehen nämlich lauter Anweisungen drin, wie die Schauspieler etwas machen sollen. Und das ist ziemlich blöd, denn es entspricht oft nicht meinen Vorstellungen", sagt Brack. Allerdings hat er auch noch ein anderes Problem: Wenn man ein Stück leitet und die einzelnen Phasen immer wieder hört, dann kommen irgendwann Zweifel, ob etwas tatsächlich lustig ist. „Oder man erlebt, dass eine ganz andere Pointe kommt als die, die man vorgesehen hat", erklärt er lachend. Solche nicht vorhersehbaren Ereignisse machen für ihn die Arbeit in seinem Verein aber auch den Reiz aus. „Es ist immer anders und man kann es ewig machen."

Regie führen hat Robert Brack übrigens wie einige andere seiner Kollegen beim Ammerseer Bauerntheater nicht von der Pike auf gelernt. „Wir haben uns das mehr oder weniger selbst beigebracht und belegen nun Kurse beim Verband bayerischer Amateurtheater", berichtet er. Wenn es etwas gibt, was er sich für seinen Verein wünschen würde, dann einen Profi im Ruhestand, der sie hin und wieder unterstützt. „Von einem echten Profi kann man einfach so viel mehr lernen. Das würde uns sicherlich noch mal ein ganzes Stück weiterbringen", meint Brack.

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