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Thema „Kinderbetreuung“ beim Frauenfrühstück der FU Herrsching

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 05. März 2014

„Mütter müssen mit ihrer Entscheidung im Reinen sein"

(Text/Foto: hd) Seit zwölf Jahren ist Margit Knapp Leiterin der Kindertagesstätte BMW Strolche in München. Die Elterninitiative bietet den Angestellten von BMW die Möglichkeit, ihre Kinder neben den Arbeitsplatz betreuen zu lassen. In dieser Zeit hat sie viele Erfahrungen gesammelt. Sie hat miterlebt, wie schwer es Müttern fällt ihre Kinder abzugeben. Sie hat aber auch gesehen, wie leicht es Kindern fällt sich mit einer Situation anzufreunden. Von diesen Erfahrungen berichtete sie beim Frauenfrühstück der Frauen-Union Herrsching, zu dem viele interessierte Frauen kamen.

„Manche Frauen wollen arbeiten, aber viele müssen es auch. München ist ein teures Pflaster, da hat man oft keine andere Wahl", sagte sie. Trotzdem schleichen sich bei den meisten Schuldgefühle ein. „Wie man es als Frau macht ist es falsch. Bleibt man zu Hause ist es nicht richtig, geht man arbeiten, ist man eine Rabenmutter", so Margit Knapp. Und sie stellt fest: „Jede Mutter macht sich ganz viele Gedanken über ihr Kind und was gut für es ist. Ich sage den Frauen immer, dass die Entscheidung, die sie für sich treffen auch gut für ihr Kind ist." Und letztlich sei es auch so, dass es dem Kind nur gut gehen kann, wenn es der Mutter gut geht. Das allerdings sei oft gar nicht so einfach.
Die meisten Mütter durchlebten nämlich eine wahre Achterbahn der Gefühle wenn es darum geht, dass sie ihre Kinder abgeben müssen, weil sie arbeiten gehen. Einerseits freuen sie sich vielleicht im Beruf zu stehen, andererseits haben sie Angst vor dem, was sie ihren Kindern „antun". Margit Knapp sagt dazu einfach: „Die Frage ist nicht wie viel Zeit verbringe ich mit meinem Kind, sondern welche Qualität hat diese Zeit. Wie füllen Familien die gemeinsamen Wochenenden? Es ist wichtig, dass man in der Freizeit für sein Kind da ist." Und sie nimmt auch noch andere Ängste: Man kann Kinder nicht vor allem bewahren. Auch ein Krabbelkind findet mal Schokokuchen und Nudeln. Welche Bedenken haben Eltern? Dass die Kinder sie nicht mehr lieb haben, dass sie krank werden oder sich wehtun? Mütter müssen sich darüber im Klaren sein, dass Kinder sich ihre Bindungen selbst aussuchen. Und sie müssen akzeptieren, dass sie plötzlich mit anderen Menschen kuscheln und sich trösten lassen." Aber genau das ist für viele kaum zu ertragen. Gerade bei den BMW Strolchen sieht Margit Knapp das immer wieder. Hier werden nämlich Kinder von drei Monaten bis sechs Jahren aufgenommen und das hat für viele Eltern seine Tücken. „Es kann passieren, dass die Kleinen zuerst den Namen der Erzieherin sagen. Das muss eine Familie erst einmal können", so Margit Knapp. Andererseits hat dieses Konzept für sie einen tollen Effekt: Die Kinder lernen in der Gruppe und in der Gemeinschaft zu lernen. Die Großen lernen von den Kleinen, die Kleinen von den Großen. „Man muss sich die positiven Seiten einer Kindertagesstätte aussuchen. Dafür ist es nötig, dass man das für einen selbst passende Konzept findet. Wenn Mütter ihre Kinder nach einer bestimmten Eingewöhnungszeit mit einem guten Gefühl da lassen, dann spürt das auch der Nachwuchs. „Schließlich ist es so: Wenn eine Mutter mit sich und ihrer Entscheidung im Reinen ist, dann ist das auch gut für das Kind. Egal wie kurz oder lange es in einer Einrichtung seinen Tag verbringt."

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