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Ein Fischerboot statt Sitzungstisch im Rathaussaal: Riesiger Andrang zur Vernissage der Ausstellung über „Die Herrschinger Fischer“

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 31. August 2014

(Text/Foto: bg) „Einfach überwältigt" zeigte sich Frederike Hellerer von dem großen Besucheransturm, der sich am Tag der Vernissage in den Rathaussaal drängte. Die Menschen standen Schlange, um in den umfunktionierten Saal zu kommen und an der Ausstellungseröffnung teilzunehmen. Die Gemeindearchivarin hat sich in Herrsching einen Ruf aufgebaut, der die Leute anzieht und die Fischerei stößt bei einer Gemeinde, die direkt am See gelegen ist, natürlich auf großes Interesse. Eines vorweg: Frederike Hellerer hat alles getan, um ihrem Ruf gerecht zu werden und ein Besuch lohnt sich wirklich!

Schon seit langer Zeit ist der Ammersee ein gesuchtes Fischrevier, das die Fischer aus der Umgebung anzog. Ehemals ein „Arme-Leute-Essen" gilt der Fisch heute als Delikatesse für Gesundheitsbewusste, Genießer und Feinschmecker. In Herrsching gibt es noch zwei alteingesessene Fischerfamilien und obwohl man ihnen fast täglich über den Weg läuft, wissen vermutlich nur wenige genaueres über den Alltag dieses traditionsreichen Berufs. Welche Voraussetzungen müssen sie mitbringen, wie sieht es aus mit Pachtverträgen, Naturschutz und Nutzungsrechten? Wie lebten die Fischer vor Jahrhunderten und was hat sich bis heute alles geändert? Die Ausstellung gibt Antworten auf diese Fragen und besticht zudem durch eine fantasievolle Dekoration und enorme Vielseitigkeit.
Der 2. Bürgermeister Hans-Jürgen Böckelmann bedankte sich in seiner Begrüßung daher auch ganz herzlich bei der Archivarin für ihren Einsatz. Dass der doch eher große Sitzungssaal nicht ausreichend für den Besucheransturm ist, hätte er im Vorfeld nicht gedacht – aber mit der Dekoration und Einrichtung schien er sich auch für die Dauer einrichten zu können... Frau Hellerer hatte sich aber auch wirklich viel einfallen lassen! Große Fischernetze schmücken die Wände, alte Ausstellungsstücke geben Zeugnis von der Fischerei, wie sie früher praktiziert wurde und auf großen Stellwänden erfährt man wohl alles Wissenswerte über die Geschichte und aktuelle Situation der Fischerei am Ammersee. Als besonderer „Hingucker" erwies sich das ca. 100 Jahre alte Fischerboot in der Mitte des Saales, das, wie viele andere Ausstellungsstücke auch, der Fischer Paul Gastl aus Dießen beigesteuert hatte. Ihm danke Frederike Hellerer ganz besonders für seine Ideen und den Einsatz, mit dem er viel zum Gelingen der Ausstellung beigetragen hätte.

Fischerei Ausstellung 3

Die Gemeindearchivarin Frederike Hellerer und der 2. Bürgermeister Hans-Jürgen Böckelmann begrüßen überwältigt den Besucheransturm zur Vernissage der Ausstellung


Warum gerade eine Ausstellung zur Fischerei? Die Archivarin grinste selber ein wenig bei der Antwort, denn es war da auch viel Zufall dabei. Sie hätte da so einen Zettelkasten, in dem sie alle Ausstellungsideen einfach mal sammeln würde. Mit dem ist sie dann zum Bürgermeister marschiert, der hätte hineingegriffen – und es „erwischte" die Fischerei. Ein bisschen zielgerichtet sei der Griff doch gewesen und das Thema hätte sie bald nicht mehr losgelassen! Ja, sie wüsste, dass man auf Stellwände nur wenig Text platzieren solle – aber das ginge bei so viel Wissenswerten einfach nicht... Und so muss der Besucher ein wenig Zeit mitbringen, wenn er diese wirklich tolle Ausstellung besucht. Die Mitglieder des Kulturvereins haben sich bereit erklärt, die „Stallwache" zu übernehmen, so dass Interessierte bis einschließlich 14. September täglich von 14.30 bis 17.30 Uhr die Gelegenheit haben, sich über „Die Herrschinger Fischer" zu informieren!

Fischerei Ausstellung 2

Aus dem Sitzungssaal der Gemeinde ist vorübergehend eine kleine Fischersiedlung geworden – und beherbergt eine überaus gelungene Ausstellung über „Die Herrschinger Fischer"


Und falls die Tische im Sitzungssaal nicht rechtzeitig von der Überholung zurückkommen: der Bürgermeister hat es momentan so einfach wie nie, alle Mitglieder des Gemeinderats für seine Ideen „mit in ein Boot" zu holen!

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