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Salz & Salsa – die etwas andere Vernissage! Martin Piehler und Kollegen zeigen einen Ausschnitt ihrer Arbeit im Garten des Herrschinger Künstlers

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 24. September 2014

(Text/Foto: bg) Häufig sieht man auf einer Vernissage die Werke eines einzigen Künstlers. Andere Male tun sich mehrere zusammen, die einen ähnlichen Stil pflegen. Ja und meistens finden die Ausstellungen in geschlossenen Räumen statt – man lebt ja schließlich in Deutschland ... doch nichts von alledem bei der Vernissage „Salz & Salsa" im Garten von Martin Piehler: Künstler, die verschiedener kaum arbeiten können in einer Location, wie man sie nicht häufig findet. Der verwunschene Garten und das Atelier des Herrschinger Bildhauers und Malers diente als Kunsthalle – und gleichzeitig als Salsa-Fläche mit Tanzkurs, „Partyraum" und einfach als Ort, wo man zusammenkommen konnte!

 

 

„Hier können wir unsere Sachen in einer von uns gewählten Umgebung präsentieren" meinte Martin Piehler zufrieden, als die ersten Gäste zu der von ihm organisierten Vernissage eintreffen. Mitten in seinem Garten, unter großen Bäumen und zwischen Atelier und Haus wurde eine Ausstellungsfläche geschaffen – die später am Tag auch noch als Tanzfläche für erste Salsaschritte dienen sollte. Bei herrlichen Herbstwetter beleuchtet die Sonne die verschiedenen Kunstwerke in immer neuen Schattierungen: der Stand der Sonne und der Schatten durch die Bäume geben den Werken ihren ganz eigenen Reiz!

Salz Vernissage 1

Sechs Künstler stellen sich im Garten Martin Piehlers vor: Ernst Grecht, Gabriele Lehner, Errol Achille, Petra Döbereiner, Martin Piehler und Robert Schuster


Drei große Bilder von Piehler waren ja noch kürzlich im Rathaus zu sehen, doch hier in seinem Reich konnte man auch in Ruhe einen Teil der vielen Statuen betrachten. Sein jüngstes Werk, der Heilige Christopherus, scheint in der Ecke des Gartens um Gnade zu bitten, wie er da alleine auf seinem Gipsblock hockt. Im Atelier dann u.a. einige seiner neuesten Bilder, denen gemeinsam die Piehler so kennzeichnende Dynamik innewohnt. Frauen, die durch ihre eigenwillige Haltung den Betrachter unwillkürlich ansprechen und dabei meist direkt in die Augen schauen. Interessant auch eine Reihe von Tonfiguren in ihren verschieden Stadien. Von grob herausgearbeitet bis fertig zum letzten Feinschliff lässt sich hier gut die Arbeit des Bildhauers verfolgen.

Salz Vernissage 2

Zwei Werke Piehlers, die die Vielseitigkeit des Künstlers widerspiegeln: eine Dame stellt durch das Fenster den Heiligen Christopherus vor

Ebenfalls im Atelier zu finden die phantasievollen Werke der Schmuckkünstler Ernst Grecht und Gabriele Lehner, die unter dem Künstlernamen LenaGrecht in der Wachau ein Atelier unterhalten. Aus edlen Steinen und Perlen fertigen sie mit Hilfe speziell präparierter Seide ganz eigene Schmuckstücke, deren ausdrucksstarke Form sie unverwechselbar macht.
Die Stellwände im Garten teilen sich u.a. zwei Fotographen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Während sich Petra Döbereiner bei der Bildbearbeitung allenfalls die Ausschnitte ihrer Fotographien verändert, geht Robert Schuster sehr viel technischer ans Werk. Für seine Hochgeschwindigkeitsaufnahmen, die vor allem aufspritzende Wassertropfen zeigen, hat er sich eigens Grundlagen der Informatik beigebracht: Damit die Kamera im entscheidenden Moment auslöst, vertraut er lieber einer auf Lichtschranken basierten Mechanik, als seiner eigenen Reaktionsfähigkeit. Faszinierend auf jeden Fall, welche Strukturen einfache Wassertropfen ergeben können, wenn sie im richtigen Licht und Moment eingefangen werden!
Petra Döbereiner hat für diese Ausstellung nur Blumen-Fotographien mitgebracht, die aber durch ihre einzigartigen Lichtverhältnisse eine ganz besondere Wirkung haben.
Der 5. Künstler im Bunde ist der Maler Errol Achille. „Maler? – Eigentlich bin ich Fernfahrer und Möbelpacker" protestiert der auffallende Mann mit karibischen Wurzeln. Er hatte früher gemalt, dann nach privaten Problemen damit aufgehört und schließlich u.a. durch den Zuspruch Piehlers wieder damit angefangen. Das eine Bild ist noch feucht, so spontan kam der Entschluss hier wirklich bei der Vernissage mitzumachen. Der Vater aus Trinidad, die Mutter aus Jamaika, in England aufgewachsen und der letzte Mal-Workshop in Schwaben ... so vielfältig wie sein Werdegang sind auch seine Bilder nicht leicht zugänglich. Sie tragen viel Wut in sich und können, so meint er, doch nur entstehen wenn er mit sich im Reinen ist.
Eine Vernissage, die in Erinnerung bleibt. Viele blieben lange, um später bei Wein und leckeren Salsas das Gespräch mit Künstlern und Gästen zu suchen – und wer mutig war, blieb bis zum Abend und erhielt noch eine Einführung in den Salsa-Tanz, um ihn anschließend noch in dieser eigenen Kulisse vertiefen zu können!

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