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Ein improvisiertes Theater auf improvisierter Bühne! Das Improtheater glänzt in Carlas Kaffeehaus mit einer tollen Vorstellung

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 13. Oktober 2014

(Text/Foto: bg) Ein spontanes Gedicht über „Die Anthroposophie einer Plastiktüte" – und das Ganze mit Gebärdendolmetscher, damit es auch wirklich jeder versteht ... das Publikum schenkte den fünf Ensemblemitgliedern des Herrschinger Improvisationstheaters nichts, wenn es um die Inhaltsvorgaben für die verschiedenen Formate ging. Aber die Fünf reagierten gekonnt und machten den Abend für die zahlreichen Gäste zu einem überaus gelungenen Abend, an dem das Bauchweh nicht vom guten Essen sondern wohl eher vom vielen Lachen herrührte!

Es war die mittlerweile dritte Vorstellung dieser Abteilung des Ammerseer Bauerntheaters in Herrsching und erstmalig hatte man die Location vom Andechser Hof in Carlas Kaffeehaus verlegt. Improvisationstheater finden meistens auf kleineren Bühnen statt, denn diese Theaterform lebt ja ausdrücklich vom Miteinander zwischen Publikum und Schauspielern. Und so wollte die Truppe um Gerd Neumayer dieses Mal den Versuch wagen, die stehende Bühne zu verlassen und den Vorraum des Kuchenverkaufs im Kaffeehaus umzufunktionieren. Um es vorwegzunehmen: der Versuch hat geklappt!
Zu Beginn der Vorstellung übernahm Monika Jäger die Begrüßung des Publikums und Gerd Neumayer wie immer eine kurze Einführung zu den Feinheiten dieser Theaterform. Vorgegebene „Formate" werden von den Zuschauern mit Inhalten gefüllt, so dass die Schauspieler jedes Mal neu komplett spontan auf diese Impulse reagieren müssen. Eben dadurch kommt es dann zum Philosophieren über die Anthroposophie einer Plastiktüte, was Neumayer so gekonnt macht, als würde er nie über etwas anderes nachdenken. Monika Jäger als Gebärdendolmetscherin übersetzt ihn dabei mit vollem Körpereinsatz so beherzt, dass die Zuschauer am Ende lautstark eine Wiederholung fordern.
Beim „Freeze" wird eine begonnene Szene mehrmals mittendrin eingefroren um dann mit einem weiteren Schauspieler und ganz anderer Handlung fortgeführt zu werden – und schließlich wieder rückwärts. So findet sich die stadtplanhaltende Touristin aus Barcelona in der Zahnarztpraxis wieder, um dann schließlich mit zu einem Eheversprechen zu viel konfrontiert zu werden. Hier glänzten neben Gerd Neumayer Rebecca Müller-Mannchen und Eva Roll mit gewaltigem Phantasiereichtum und viel Humor. Rebecca Müller-Mannchen überraschte dann in einem weiteren Format über (fast) ganz normale Alltagsprobleme mit einem aus dem Stehgreif gezauberten Song über das Schlafwandeln. Gefühlvoll begleitet von Neumayer am Klavier und Petra Ziegler als neue Bettgesellin überzeugten sie und das Ensemble auch hier wieder mit überragenden Können!
Ob Rasenmähen in der Tropfsteinhöhle, Duschen in der Autowaschanlage, Nachwuchsproblemen bei Adam und Eva, wo so manche Rippe dran glauben musste – die Zuschauer waren um Ideen nicht verlegen und die Fünf setzten es perfekt um. Sie lieferten sich gegenseitig tolle Vorlagen und sprangen sofort ein, wenn einer mal ins Stocken kam. Und dabei hatten sie selber einfach ganz viel Spaß! Bestens gelaunt sprühten sie vor Energie und kamen auch nach Ende der Vorstellung bereitwillig dem Ruf nach Zugaben nach. Hier war dann u.a. ganz klar der Gebärdendolmetscher gefragt und da ließ Gerd Neumayer mit scheint's diebischer Freude Monika Jäger nochmal in Höchstform auflaufen... Hier hat sich eine Gruppe gefunden, die wirklich harmonisiert und mit jedem Auftritt noch ein Stückchen besser wird!

Impro Vorst 2

Gerd Neumayer, Petra Ziegler, Eva Roll, Rebecca Müller-Mannchen und Monika Jäger überzeugten beim Improtheater in Carlas Kaffeehaus mit Schlagfertigkeit, Humor und ganz viel Spiellaune das begeisterte Publikum

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