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25 Jahre Kunst und kein bisschen müde - Marianne Schweigler zeigt in Breitbrunn eine Retrospektive ihrer Werke

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 09. Dezember 2014

(Text/Foto: bg) „Schuld" an der ganzen Sache war eigentlich der erste Herrschinger Wochenmarkt, der damals noch am Rathausplatz stattfand. Eine Künstlerin aus Hechendorf hatte dort Tonfiguren ausgestellt, die Marianne Schweigler so gut gefielen, dass sie auch etwas Ähnliches machen wollte. Sie begann mit Ton zu arbeiten und zwei Jahre später kam der erste eigene Brennofen ins Haus. Die tönernen Gestalten im Haus nahmen zu, erste Ausstellungen im kleinen Kreis folgten – bis ihr Mann schließlich „lostigerte", um nach Galerien zu suchen, die bereit waren, ihre Werke auszustellen.

„Ich habe immer schon viel gezeichnet" erzählt Marianne Schweigler - und auch andere künstlerische Ausdrucksformen ausprobiert – „aber immer nach etwas gesucht, dass meine ganze Leidenschaft hervorruft". Gefunden hat die gebürtige Schweizerin es in den Tonarbeiten, die die Begeisterung ihrer Künstlerin dankbar ausstrahlen. Ihre einfachen Gesichtszüge drücken eine Lebendigkeit aus, die den Betrachter sofort für sich einnehmen.
Die Darstellung zwischenmenschliche Beziehungen und der Spaß an alten Fundstücken aus Metall oder Treibholz – es sind wohl dies die beiden prägenden Faktoren ihrer Arbeiten. Marianne Schweigler fügt diese Materialien zu Skulpturen zusammen, die einen ganz unverwechselbaren Charakter besitzen und dennoch kaum vielseitiger sein könnten. Ob der gutgelaunte Angler auf einem Klotz Treibholz sitzend mit dem alten Stück Draht als Angelroute; das bunte Blumenfeld aus alten Drehverschlüssen („aus denen musste ich einfach etwas machen!"); der internationale Schutzvogel, dessen Gefieder aus alten Landkarten besteht und auf einer alten Leiter aus Stahlbeton ruht; die fast abstrakten Tonfiguren, die auf einem Boot aus Treibholz Schutz suchen; - man kann interpretieren, oder einfach „nur" anschauen – die Betrachtung macht Freude!

Vernissage Schweigler 5

Ob so die Blumen der Zukunft aussehen? Man kann die Arbeit nachdenklich betrachten – oder sich einfach an der wunderbar gelungenen Idee freuen...


Auch in den Bildern drückt sich die Vielseitigkeit der Künstlerin aus. „Früher habe ich sehr gegenständlich gemalt" überlegt sie und zeigt auf ältere Arbeiten. Die jüngeren Werke sind viel abstrakter „aber das Malen läuft auch eher nebenher" – und war dennoch selber erstaunt, was sich so alles in ihrem Fundus fand. In 25 Jahren Schaffenskraft sammelt sich so einiges an und Marianne Schweigler ist froh, dass sie in einigen Münchner Galerien feste Abnehmer für ihre Objekte hat. Das 25-jährige Jubiläum aber begeht sie Zuhause in einem Hobbyraum, den ihre Tochter sonst als Übungsraum für Fitnesskurse nutzt. Eine praktische Lösung, die so ganz in das Konzept dieser spontanen und anpackenden Frau passt.
Auch die Goldschmiedin Bärbel Rauch, eine gute Bekannte von Marianne Schweigler, findet noch Platz im Fitnessraum. Sie kann im nächsten Jahr ihr 50. Jubiläum feiern und auch sie wird dies ganz bestimmt nicht als Schlusspunkt ihrer Arbeit sehen. „Schon als kleines Kind wollte ich immer nur Goldschmiedin werden" erzählt sie und weiß selber nicht so genau, woher dieser Gedanke kam. Nicht aus der Familie, sondern wohl eher aus der Lust sich mit den Materialien intensiv auseinanderzusetzen. Bis heute kann sie sich keine andere Arbeit vorstellen und zeigt gerne ihre liebevoll ausgestellten Arbeiten, in denen farbige Steine eine ganz wichtige Rolle spielen.

Vernissage Schweigler 1

Bärbel Rauch und Marianne Schweigler – zwei Künstlerinnen, die ihre Arbeit lieben und das sieht man ihren Werken auch deutlich an!

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