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Eine neue Wechselausstellung im Herrschinger Rathaus - Die Malerin Rima Meyendorf sorgt für Farbe im Sitzungssaal!

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 15. Dezember 2014

(Text/Foto: bg) Das Reisen gehört zur Vita der Malerin Rima Meyendorf wie für andere Menschen die Besuche bei guten Freunden. Besonders den Regenwäldern Südamerikas fühlt sie sich verbunden und versucht dann, zurückgekehrt ins heimische Atelier, die Farbenpracht dieser Landschaften auf der Leinwand wiederzugeben. Ein Glücksfall für den Herrschinger Sitzungssaal, dessen graue Sichtbetonwand ein dankbarer Hintergrund für ihre farbenfrohen Werke ist! Die leuchtend rot/gelbe Blüte vor dunklem Hintergrund oder die aus Nebelschwaden hervorstechenden Berge Perus – da hängen Blickfänger, die den Betrachter nicht so schnell loslassen.

Eine Laudatio für eine Malerin zu halten ist für Uli Sigl, Mitglied des Gemeinderats und Abteilungsleiter der Handballabteilung im TSV eine eher ungewohnte Aufgabe. Doch der Kulturreferent Rudolf Winter war verhindert und der Kontakt zur Malerin lief schließlich auch über ihn. Durch Handball hatte man sich kennengelernt und später die Künstlerin mitsamt der ganzen Herrenmannschaft mehrmals in ihrem vorübergehenden Domizil in den Marken/Italien besucht. Doch nun galt es, den Spagat zwischen Handball und Malerei zu finden und Uli Sigl leitete dies ein mit der Frage, warum ihm eigentlich so wenig weibliche Malerinnen bekannt seien. Männernamen fielen ihm da ungleich mehr ein. Er hatte sich auf die Suche nach Gründen gemacht und eine Ursache in der späten Öffnung dieser Kunstform für Frauen gefunden. Erst nach dem 1. Weltkrieg wurden z.B. die Kunstakademien überhaupt für das weibliche Geschlecht geöffnet – und auch dann nur unter Vorbehalt! So zitiert Sigl ein Gutachten der Akademie München aus dem Jahr 1918, in dem festgestellt wird, dass sich „die künstlerische Begabung der Frauen beschränkt auf das Bildnis, die Landschaft, das Stillleben und das Kunstgewerbe. Freie Komposition und monumentale Aufgaben scheinen der Frau weniger zu entsprechen. Diese Selbstbeschränkung (...) hat ihren Grund sicher nicht im Mangel einer entsprechenden Ausbildungsmöglichkeit, sondern in einem richtigen Gefühl für die Grenzen der eigenen Begabung." Ein zeitgenössischer Kunstkritiker setzt dem noch hinzu, dass „von Frauen mit der Spachtel maurermäßig derb hingestrichene Bilder den meisten Männern ein Gräuel sind".
Er liebe die Bilder von Rina Meyendorf schlisst Sigl seine Laudatio und weist darauf hin, dass auch die Handball-Frauen des Vereins besser spielen als die Männer und somit das Vorurteil wiederlege, dass Handball – wie Malen – eine Männersache sei!

Rathaus Vernissage Rima 1

Sie freuen sich auf drei Monate farbige Unterhaltung während den oft langen Sitzungen im Rathaussaal: Bürgermeister Christian Schiller und Uli Sigl mit der Malerin Rima Meyendorf in ihrer Mitte


Ob Männer- oder Frauensache: für die in Kanada geborene Künstlerin ist das Malen eine Leidenschaft, in der sie immer wieder neue Wege ausprobiert. Dient das Malen von Landschaften für sie gleichzeitig als Form der Beruhigung, hat sie vor zwei Jahren auch mit dem Malen von Musik begonnen. Sie stelle dann ein und dasselbe Stück für viele Stunden auf „Repeat" und so langsam entwickle sich dann in ihr ein Bild dieser Musik. Die nächste Ausstellung solle dann auch dieses Thema behandeln: Bilder mit der entsprechenden Musik im Hintergrund – und dazu noch der passende Wein zum Bild. Die vielseitige Malerin, die nebenbei noch in der Psychotherapie und Kommunikationstherapie arbeitet, möchte die Besucher mit allen Sinnen ansprechen!

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