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Das Vokalensemble Fünfseenland lud zu einem beeindruckenden Konzert nach Breitbrunn - Ein meditatives Programm mit hervorragenden Musikern nimmt die vielen Zuhörer gefangen

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 04. März 2015

(Text/Foto: bg) Bis auf den letzten Platz besetzt ist die große Hl. Geist Kirche in Breitbrunn und noch immer strömen viele Zuschauer herein. War es die erfolgreiche Werbung im Vorfeld, der gute Ruf, der dem Vokalensemble inzwischen vorauseilt, die hervorragenden Musiker, die für dieses Konzert gewonnen werden konnten, das sehr eigene Programm – oder auch einfach die Freude darüber, mal wieder ein Konzert in der Kirche von Breitbrunn zu hören. Wahrscheinlich die Mischung aus alledem und gelohnt hat es sich auf alle Fälle!

Zu den sanften Klängen von Arvo Pärts „Spiegel im Spiegel" nimmt der Chor seine Aufstellung hinter Orchester und Orgel. Eine Musik, die zum Ankommen einlud und mit den sehr strukturierten Klängen von Harfe und Cello eine fast meditative Ruhe in der vollen Kirche schafft. Miriam Graf und Un Lee machen es dem Publikum schwer, der Bitte nachzukommen, erst am Ende des Konzerts zu applaudieren. „Ich habe entdeckt, dass es genügt, wenn ein einziger Ton schön klingt", meint der populäre zeitgenössische Komponist zu seinem unverwechselbaren Stil. Seit der Hinwendung zum russisch-orthodoxen Glauben sind die meisten seiner Stücke religiös motiviert und strahlen viel Ruhe aus. Und meditativ bleibt es auch in den folgenden Stücken:
Von Ludwig van Beethoven standen eine Arie aus der Trauerkantate für Josef II. und der „Elegische Gesang" auf dem Programm, in der Chor, die hervorragende Sopranistin Nelli Born und Orchester bestens harmonisierten. Ein sehr frühes und ein spätes Werk des Komponisten, die beide in Erinnerung an von ihm sehr geschätzte Menschen entstanden. Gedanken an den Tod übersetzte auch Christoph Willibald Gluck in einem sehr späten Werken in Musik: „De Profundis" wurde zum ersten Mal nach dessen Tod anlässlich seines Gedenkgottesdienstes aufgeführt und von Chor und Orchester sehr gefühlvoll umgesetzt. Sehr zum Tragen kam bei diesem Komponisten auch die eindringliche Stimme von Bariton Matthias Winckhler und auch hier wieder eine ganz gelungenes Zusammenspiel zwischen Einzelstimmen, Chor und Orchester.

Vokalensemble 3

Die Solisten Nelli Born (Sopran) und Matthias Winckhler (Bariton), sowie Korbinian Altenberger (Violine), Un Lee (Cello) und Christa Edelhoff-Weyde (Orgel) überzeugten sowohl als Einzelstimme, als auch im Miteinander von Chor und Orchester
Die langjährige Organistin und Chorleiterin Christa Edelhoff-Weyde hatte beim 2. Stück von Arvo Pärt ein Solo auf der Breitbrunner Kirchenorgel, das für die Zuhörer nach den sehr berührenden Gesangstücken fast eine kleine Erholung darstellte. Mit viel Ausdruck und scheinbarer Leichtigkeit interpretierte sie die „Pari intervallo" und schuf damit einen sehr schönen Übergang zu dem Hauptwerk des Abends, das Requiem op.48 von Gabriel Fauré. Vermutlich entstanden in Folge des Todes seines Vaters, blieb es das einzige größere Werk Faurés mit religiösen Texten. Das Vokalensemble Fünfseenland mit ihrem musikalischen Leiter Andreas Szcygiol wählte für diese Aufführung eine sehr frühe Fassung des Stückes, bei der die Instrumentalisierung noch ähnlich der ursprünglichen Komposition ist. Eine Betonung auf die tieferen und warmen Klänge von Bratschen und Celli prägen den Charakter, eine eher kleine Besetzung, die das Requiem längst nicht so wuchtig erscheinen lässt, wie die von seinen Zeitgenossen. Fauré hatte viele Begräbnisse auf der Orgel begleitet und wollte mit seinem Stück ausdrücklich etwas anderes schaffen. Für die Musiker eine Herausforderung, die sie mit viel Spielfreude ausgezeichnet lösten, ebenso wie Nelli Born und Matthias Winckhler. Alleine der Chor kam bei diesem Stück vielleicht ein wenig an seine Grenzen, was aber keineswegs das Klangerlebnis schmälerte. Ein Konzert in der Fastenzeit, das bei den Zuhörern lange nachwirkte und am Ende mit begeisterten Applaus belohnt wurde. Eine einnehmende Auswahl an Kompositionen, zu der sich das Vokalensemble ausgezeichnete Solisten geholt hatte und damit ein Konzert schuf, das die Zuhörer in den Bann zog.

Vokalensemble 2

Begeisterter und langanhaltender Applaus belohnte die Aufführenden nach dem hervorragenden Konzert des Vokalensembles Fünfseenland

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