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„Beziehungen und andere Umfeldkatastrophen“ - Der Kulturverein präsentierte mit dem „Cabaret Factory“ ein beschwingtes jugendliches Musiktheater!

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 09. Juli 2015

Dass trotz der Hitze und herrlicher Badetemperaturen an diesem Abend doch so viele Leute gekommen waren, freute Veranstalter und Aufführende sehr. Ein Musiktheater der Jugend hört man nicht alle Tage und eine Mädchengruppe, die größtenteils seit dem Kindergarten zusammen ist, vermutlich noch seltener. „Beziehungen und andere Umfeldkatastrophen" hieß der Titel und handelte von der Liebe in all ihren Facetten. Denn aus den Kindergartenkindern sind inzwischen junge Mädchen um die 16 Jahre geworden und da ist dieses Thema wohl aktueller als Ponys oder Barbiepuppen!

„Und daran denken bitte alle Handys auszumachen", beendete Dietmar Oehler seine Begrüßung zu dieser Veranstaltung – woraufhin es innerhalb kürzester Zeit aus allen Ecken bimmelte. Die jungen Sängerinnen hatten sich im Publikum verteilt und zogen passend zum ersten Lied das wichtigste Utensil vieler Jugendlicher aus den Taschen. „Immer wieder Angst etwas zu verpassen – ich schaff' es einfach nicht, WhatsApp zu ignorieren" sangen sie in ihre Handys, um dabei ihre Dates abzufragen, abzusagen oder einfach nur darauf zu warten. Und doch geht es in diesem Musiktheater eigentlich um 12 junge Damen, die im Theater darauf warten, einen berühmten Filmschauspieler live auf der Bühne zu erleben. Durch eine Verzögerung der Vorstellung kommen sie ins Gespräch und erzählen einander über ihre ersten Beziehungserfahrungen, die so ein Leben schon mal ziemlich umkrempeln kann. Gemeinsam im Ensemble, im Duett und mal zu dritt – aber jede für sich auch einzeln traten diese jungen Künstler vor das Publikum und besangen und spielten auf ihre persönliche Art die Lust und Last ihrer Beziehungsversuche. Mal mit ausdrucksvoller, kräftiger Stimme als „femme fatale" die es gewohnt ist, „dass die Männer mich umgarnen" oder ganz zart gesteht, dass ihr Freund ein Luftikus - und ganz ehrlich gesagt - ein Eichhörnchen ist.

Cabaret Factory 3

Auch die Liebe zwischen drei Schwestern wurde besungen, die mal zickig und das Letzte – am Ende doch die beste überhaupt ist!


Wer schafft es, solch eine Mädchentruppe so lange bei der Stange zu halten und für diese doch eher seltene Aufführungsform des Musiktheaters zu begeistern? Hinter dem Ganzen steckt Nathalie Robinson, die auch gleichzeitig noch für die Musik, den Text, die Inszenierung und die einfühlsame Klavierbegleitung zuständig ist. Die Musikerin lebt und arbeitet in Landsberg, wo sie neben dem Klavier-/Blockflöten- und Chorunterricht im eigenen Studio ihrer Musiktheaterliebe nachgeht. "Musiktheater bietet Heranwachsenden eine einmalige Gelegenheit, sich nicht nur musikalisch auszudrücken und zu festigen, sondern auch ihre Persönlichkeit zu entwickeln und zu fördern." So schreibt sie auf ihrer Homepage und wenn man an diesem Abend sah, mit welcher Sicherheit sich die die meisten der jungen Damen zwischen 13 und 18 Jahren auf der Bühne bewegten, mag man das gerne glauben! Sehr harmonisch im Ensemble sangen und spielten sie auch einzeln mit einer Ausdruckskraft und Überzeugung, die in diesem Alter eher selten anzutreffen ist. Schön und abwechslungsreich die Musik, mal lebhaft beschwingt, mal sich in Richtung Musical bewegend und dann auch als vielstimmiger Chor: ihr Repertoire ist groß und man spürt die Lust auf noch mehr.
Nathalie Robinson lässt sie teilhaben an der Entstehung ihrer Werke und wahrscheinlich können sie sich daher so gut in ihre Rollen hineinversetzen. Man darf gespannt sein, was man von der Cabaret Factory noch hören wird!

Cabaret Factory 1

Viel Applaus bekam die Cabaret Factory und ihre Leiterin, Nathalie Robinson, für den tollen Abend im Kurparkschlösschen mit „Beziehungen und andere Umfeldkatastrophen"

(Es berichtete Barbara Geiling)

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