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Thomas Kraft stellt seinen ersten Gedichtband vor: „Jukebox“ – Gedanken zu Songtexten

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 20. Dezember 2016

Wer Thomas Kraft kennt, der weiß um seine Liebe zur Musik. Ob Leonhard Cohen, Neil Young oder die Eagles – er hat sie hier in Herrsching für das Publikum lebendig gemacht mit ihrer Musik und vor allem den Texten dahinter. Dabei macht er keinen Hehl daraus, dass es eher die älteren Songwriter sind, die ihn mehr beschäftigen. Hinter vielen ihrer Texte stecken Inhalte, die Menschen bewegt - und die ihn dazu inspiriert haben, diesen Gedichtband zu schreiben. Im Gespräch mit dem Radio-DJ Jürgen Herrmann und der musikalischen Untermalung von Johannes Öllinger stellte er Ausschnitte davon im Kurparkschlösschen vor und sprach mit ihm über die Wechselwirkung zwischen Musik und Text.

„Manchmal kann ein einziger Song die Welt retten. Oft sind es Songzeilen, die in Erinnerung bleiben, die sich festsetzen als Gedankensplitter, Erkenntnis oder gar als Lebensmotto."
So schrieb es Thomas Kraft in der Einladung zu diesem Abend und in seinem Gedichtband. Denn auch hier sind es oft nur einzelne Worte, die ihn zu seinen Gedichten angeregt haben. Bilder, die durch die Musik bei ihm auftauchen und ihn doch wieder in eine ganz andere Richtung lenken. Da wird aus dem Titel „Man on the Moon" von REM das Gedicht „Alles ist nichts". Er lässt es zu, dass die Gedanken während dem Schreiben eigene Wege gingen und am Ende vielleicht kaum mehr an den Ursprungstext erinnern.

Jukebox 2

Johannes Öllinger, Thomas Kraft und Jürgen Herrmann: drei Musikliebhaber, die an diesem Abend über Musik sprachen, spielten und ein Gedichtband dazu vorstellten

Drei dieser Texte hat Johannes Öllinger vertont und an diesem Abend vorgestellt. Besonders eindrucksvoll z.B. „The Joker" von Steve Miller. Öllinger hat es anhand des Gedichts als eine Ballade interpretiert und singt mit seiner eindrucksvollen Stimme über die Geschichte dieses Mannes. Auch hier ging das Gedicht wieder eigene Wege und hat doch die Aussage hinter dem Text in Gedichtform übernommen. Deutlich der Kontrast, als der Musiker im Anschluss zur Eigenkomposition das Original von Steve Miller spielt. „Der Titel des Buches ist nicht zufällig gewählt" erzählt Thomas Kraft. Die Jukebox, jener Apparat in dem man durch den Einwurf von Münzen eine reiche Auswahl an Stücken herauslocken kann. Und der Gedichtband, der in einer „Track-List" aufführt, welches Lied den Gedichten zuzuordnen ist. Und der so einiges über den Musikgeschmack des Autors erkennen lässt. REM, Steve Miller, The Beatles, Greenday und viele andere Musiker, deren größte Zeit nun schon ein paar Jahre zurückliegen – aber auch Musiker, deren LP's damals Jürgen Herrmann gerne im Bayrischen Rundfunk auflegte. Als „Veteranentreffen" bezeichnen sie ihre Zusammenkunft, in der sie später entspannt über die Musik dieser Jahre plaudern. Eine Zeit, in der oftmals die Texte noch viel mehr als heute im Vordergrund standen und einige Musiker wie z.B. Leonhard Cohen ursprünglich aus der Literatur stammten. Durch die Vertonung ihrer Texte erreichten sie eine größere Breitenwirkung, wurden mehr gehört. Poltische Ängste in Songs verpackt, Geschichtliches aufgearbeitet oder große Themen der Weltliteratur vertont. Mit seinem Song „Ohio" erreichte Neil Young kurz nach der blutigen Niederschlagung des Studentenprotestes ein Millionenpublikum und die Firma Monsanto war bestimmt nicht glücklich über das Erscheinen des gleichnamigen Albums dieses Sängers.
„Ich vermisse den Tiefgang bei den heutigen Texten" meinte auch Jürgen Herrmann. Die Musiker und Bands von damals wollten die Menschen zum Nachdenken anregen - „sie hatten eine Mission".
Drei Musikliebhaber begleiteten hier ein Publikum durch einen ganz eigenen musikalischen Abend – davon einer mit ausgezeichneter Stimme und Gitarrenkünsten und zwei, die beide kein Instrument spielen „aber die Musik fühlen", wie sie unisono erklärten.

Es berichtete für Sie Barbara Geiling

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