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Es muss nicht immer Bach sein - Für das Passionskonzert am Karfreitag fiel die Wahl dieses Mal auf Telemann

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 16. April 2017

„Es muss nicht immer Bach sein," heißt es schon in der Vorankündigung des Konzerts, und doch macht Konzertleiter Anton Ludwig Pfell keinen Hehl daraus, dass dessen Passionen für ihn unerreicht bleiben. Nachdem in der Vergangenheit aber vor allem Bachs Werke wiederholt zur Aufführung kamen, sollte es in diesem Jahr einmal etwas anderes werden. So entschied sich der Kirchenmusiker, anlässlich des 250. Todesjahres Georg Phillipp Telemanns, dessen weniger bekannte Lukas-Passion aus dem Jahr 1744 in die St. Nikolaus Kirche zu holen. Das Publikum hatte dagegen wohl nichts einzuwenden, denn obwohl Pfarrer Simon Rapp zu Beginn im Raum stehen lies, ob Applaus bei einem Passionskonzert angemessen sei, ließ es sich nicht nehmen, seine Begeisterung am Ende mit minutenlangen Ovationen zu bezeugen.

Für das Passionskonzert wurde der Projektchor der Pfarreiengemeinschaft Ammersee Ost erneut von den Musikern des Orchesters „Ensemble Lodron" München begleitet, dessen Mitglieder aus den drei größten Münchner Orchestern, den Münchner Philharmonikern, sowie den Orchestern der Staatsoper und des bayerischen Rundfunks entstammen. Daneben gelang es mit Susanne Winter (Sopran), Manuel Ried (Tenor), Roman Payer (Tenor) und Raphael Sigling (Bass) vier herausragende Solisten zu gewinnen, ohne die eine gelungene Aufführung von Telemanns Komposition nicht denkbar wäre.
Ein Passionskonzert sei nicht nur eine musikalische Darbietung, sondern vielmehr eine weitere Möglichkeit, die Leidensgeschichte Jesu zu vermitteln, stellt Pfarrer Rapp vor dem Konzert fest. Und diesem Anspruch gerecht zu werden, gelingt mit Telemann besonders gut, dessen Werk einen verhältnismäßig einfachen Zugang verspricht. In brillant vorgetragenen Rezitativen leiht Tenor Manuel Ried dem Evangelisten seine kraftvolle Stimme und führt das Publikum so durch die Geschichte der letzten Tage Jesu auf Erden. Doch vor allem in den ausdrucksstarken Arien, deren Melodien für eine Passion oft ungewöhnlich eingängig, gar modern anmuten, zeigt das Stück seine Stärke. Nahtlos greifen Instrumente und Gesang, Rezitative, Arien und kraftvolle Turbachöre, die die Sänger als Stimme des Volkes in das Geschehen einbinden, ineinander, und lassen das Publikum so die Leidensgeschichte Jesu, mit all ihrer Verzweiflung, doch auch immer wieder hoffnungsvollen Momenten nachempfinden. Vielleicht ist es mehr, aber es ist eben auch genau das: eine besonders gelungene musikalische Darbietung.

 

Für Sie berichtete Marcella Müller

 

Lukas-Passion Bild

Der Projektchor der Pfarreiengemeinschaft Ammersee Ost brilliert gemeinsam mit dem „Ensemble Lodron" München und vier herausragenden Solisten bei der Aufführung von Telemanns Lukas-Passion unter der Leitung von Anton Ludwig Pfell

 

 

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