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ImproVaria und los! Wo Schlagfertigkeit das Drehbuch ersetzt

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 13. Mai 2019

Gerd Neumayer war es, der vor einigen Jahren das Improtheater in Herrsching ins Leben rief. Eine Form von Theater, das von der Spontanität lebt – sowohl seitens der Darsteller auf der Bühne, als auch von dem Publikum. Und eins ließ sich bei diesem Auftritt im Kultursaal des ArtHotels eindeutig feststellen: beide Seiten haben hier ganz klar zugelegt. Das Publikum lässt sich inzwischen voll und ganz auf dieses Miteinander ein und scheint nie verlegen um die verrücktestes Ideen. Und die Mitglieder des Theatervereins schaffen es scheinbar problemlos, diese Einfälle in bühnenreife Szenen umzusetzen. Herzhaftes Lachen ist vorprogrammiert und Gerd Neumayer kann wirklich stolz sein auf das, was sich hier mit wechselnder Besetzung entwickelt hat. An diesem Abend umgab ihn die reine Frauenpower und zum 1. Mal mit dabei war Sabrina Güzel. Eine junge Frau aus Dießen, der das Impro scheinbar in die Wiege gelegt worden ist.

Kein Drehbuch, kein Genre aber dafür die Einladung an das Publikum, die Rahmenbedingungen für die Darsteller zu liefern. Orte, Schlagwörter, Situationen und anderes mehr. Und so kann es passieren, dass Schwiegersohn und Schwiegermutter auf der Zugspitze landen und als bewegungsunfähige Puppen an den Abgrund gesteuert werden. Da wird der Schienenersatzverkehr als Horrorszene gedreht und so manch leidgeprüfter Benutzer des MVV kann an dieser Stelle endlich mal darüber lachen. Und man erfährt auch endlich so ganz nebenbei, wie man dem Müllproblem wirkungsvoll begegnen kann: digitale Wachteleier ist hier das Schlagwort und wissenschaftlich erklärt von Expertin Sabrina Güzel mit ihre Gebärdendolmetscherin Rebekka Müller: einfach urkomisch!

ImprotheaterArthotel 1

Auf den Mund gefallen sieht anders aus! Eva Möll, Rebekka Müller, Petra Ziegler, Sabrina Günzel und Gerd Neumayer bewiesen einmal mehr ihre Schlagfertigkeit vor den vielen Gästen des Improtheaters

Hey, und ist es nicht wichtiger die Welt zu retten als schnöde Hausaufgaben zu machen? Vor allem, wenn sich dies ganz gechillt auf dem Handy mit ein paar likes bewerkstelligen lässt? Das aufgebrachte Gezeter der Mutter dann gleich als neue Geschäftsidee: eine Performance die es in sich hat und auf Youtube gestellt bestimmt viele Follower generiert. Dagegen ist nicht ganz sicher, ob sich die Kaffeemaschine im Toilettenraum letztendlich durchsetzt. Auch, wenn hier Alexa die Steuerung der Maschine per Pfurzprogramm übernimmt. Zumindest, wenn Petra Ziegler und Gerd Neumayer sich mit dieser Thematik befassen.
Mit sichtbarer Freude pickte sich Eva Möll als Moderatorin die Inputs aus dem Zuschauerraum heraus und gab damit ihren Kollegen – und sich selber – nicht immer die einfachsten Steilvorlagen. Woher die Truppe dann immer die Vorstellungskraft und Schlagfertigkeit nimmt, diese Ideen so gut umzusetzen, bleibt auch diesmal wieder ein Geheimnis. Nur eines kommt ganz klar zum Vorschein: den Akteuren auf der Bühne macht das Ganze wohl ebenso viel Freude wie den Gästen im Zuschauerraum. Und das will etwas heißen!

Für Sie berichtete Barbara Geiling

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