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Ammerseelen und Kunst von unterwegs

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 30. August 2019
„Der Raum" eint Buchdrucker und Arzt zu gemeinsamer Ausstellung bis 14. September – Nächste Lesung am 5. September

Bei Tee und Haferkeksen erlebten die Besucher am 29. August einen wort- und bildreichen Leseabend in der noch neuen Galerie „Der Raum" in Herrsching. Noch bis 14. September zeigen dort Anton Markus und Dr. Burkhard Ziegler weit über 80 Arbeiten. Der gelernte Buchdrucker und Werbegrafiker aus Fürstenfeldbruck und der Arzt aus Herrsching widmen sich seit dem Ende ihres beruflichen Lebens ganz den schönen Künsten. Vereint hat die beiden Ulrike Dieterich. Seit Mai 2019 vermietet die Heilpädagogin die ehemaligen Ladenräume in der Seestraße 3 zeitweise an Künstler für Ausstellungen und Veranstaltungen. Es ist bereits die fünfte Kunstausstellung. 

190829 Markus und Ziegler-Foto Schmieder

Führte der Zufall zusammen: Anton Markus (li.) und Burkhard Ziegler zeigen "Kunst von unterwegs".

 

„Kunst von Unterwegs" spiegelt die Vielfalt der (Kunst-)Welt. So blickt eine von Markus in modernen Farben und Formen verfremdete Mona Lisa auf die über zwei Meter hohe Holzstele „Die vier Winde". Ziegler formte sie aus einem 200 Jahre alten Eichenstamm. Auf einem den Seerosen von Claude Monet nachempfundenen Teichbild blinzeln gelbe und lachsfarbene Badeentchen. Daneben steht ein „Häuptling", der aus dem dunklen Holz alter Bahnschwellen entstanden ist. Die Materialien für die Plastiken und Masken, meist Holz und Stein, hat Ziegler, der viele Jahre als Schiffsarzt auf Großseglern unterwegs war, aus der Karibik und von Südamerika mitgebracht. Perspektiven aus heimischen Gefilden dagegen zeigen die Ammerseelen, wie Anton Markus seine Miniaturen nennt. Es sind farbenfrohe Impressionen, die er bei Ausflügen in der Region sammelte. Bedeutende Stationen aus seinem Leben hat er in bunten Zeichnungen auf einer Tapetenrolle festgehalten.

190829 Anton Markus-Foto Schmieder

Bunte Entchen auf Seerosen in goldenem Rahmen: Anton Markus mit seinem „Entenhimmel".

 

Lebensansichten beschrieb auch Burkhard Ziegler beim Leseabend „Kunst und Verse", bei dem er mit Wortakrobatik aus seiner „Versmacherei" überraschte: „Jünger ist älter aus jung, und älter ist jünger als alt. Alt werden wollen alle, doch älter nicht." Hintersinnige Wortspiele begleiten die Kunstwerke und geben Gedanken zur Gesellschaft, Politik und über das Leben preis. Der Abend schloss – wie sollte es anders sein - mit Liebeslyrik: „DU - in zwei buchstaben - ALLES - in den zwei buchstaben - DU".

190829 Burkhard Ziegler-Foto Schmieder

Burkhard Ziegler neben der zweigesichtigen Holzskulptur „Überfluss und Not": Die Not streckt dem Überfluss die Zunge raus.

 

Die nächste Lesung findet am Donnerstag, 5. September, ab 19:30 Uhr statt. Ansonsten ist „Der Raum" unter der Woche von 10 bis 12.30 und 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

www.galerie-derraum.de

Für Sie berichtete Petra Schmieder

 

190829 Blick von draussen02

 

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