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Klein und fein – Musikkabarett mit Friedrich & Wiesenhütter im Kurparkschloss macht Stimmung

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 30. Oktober 2020

„So froh, dass überhaupt mal wieder etwas stattfinden kann!“ Mit dieser Aussage trifft Friederike Hellerer wohl den Nerv vieler Künstler und vieler bis dato verhinderter Zuhörer. Und auch wenn so manches Konzert gestreamt oder ein Theater verfilmt wurde: gerade Kabarett lebt einfach zu sehr von der Interaktion mit dem Publikum, als dass es am Bildschirm noch richtig rüberkommt. So wie z.B. Friedrich & Wiesenhütter.
Musikalisch mehr drauf als nur „nicht schlecht“, wie Heinz Hellerer sie ankündigte. Frei heraus mit typisch Berliner Schnauze. Nachdenklich, ­lustig und manchmal irgendwo dazwischen. Und: live!

 

Rund 25 Zuhörer verteilten sich im Kaminzimmer des Kurparkschlösschens und folgten dem Programm der „Kultur-Attachés“ aus Köpenick. Gingen mit beim Einüben der drei Applaus-Stufen, genossen das so gut aufeinander eingespielte Gitarrenspiel und verfolgten die Texte der Lieder, die häufig kompaktere Botschaften enthielten als ihre Einwürfe. Es war ein kunterbuntes Sammelsurium, das hier musikalisch untermalt zum Besten gegeben wurde. Da gab es ein Liebeslied an den Sohn, der auch als reifer Erwachsener immer auch das Kind bleiben wird. Und in dessen Welt alles ein bisschen zu schnell und nur noch virtuell zu sein scheint. Die Erkenntnis, das es im wahren Leben doch irgendwie immer schöner als im Himmel ist – und wenn sich doch mal das Gefühl einstellen sollte, dass dir die Seele bis zum Hals steht, lässt dies nur einen Rückschluss zu: hier hat sich irgendwo deine Seele verirrt.

Verirrt? Nein, das hat sich der neue Berliner Flughafen nicht, der ökologisch geradezu ein Wunderwerk ist. 0% Emissionen durch Flugverkehr – das muss man erst mal nachmachen! Und damit fast genau so sparsam wie die aktuellen Biogasfernseher: betrieben von dem eigenen Mist, der hier gesendet wird.
Am Ende gab es Applaus der Stufe 3 (die höchste!) für das sympathische und gut gelaunte Berliner Duo. Die es sichtlich genossen, nach Corona-bedingten Stubenarrest vor „echtem“ Publikum aufzutreten. Und die am Ende auch klare Kante bezüglich politisch korrekter Sprache bezogen: bei ihnen erfährt die Ratte als „Nagetier mit Kanalisationshintergrund“ eine zumindest sprachlich korrekte Einordnung!

Für Sie berichtete Barbara Geiling.

 

Musikkabarett 3

Nicht „arbeits-, sondern eher finanzlos“ kamen die beiden Berliner Musik-Kabarettisten Friedrich und Wiesenhütter durch die Corona-Krise – und genossen umso mehr ihren Auftritt im Corona-limitierten Kaminzimmer des Kurparkschlosses

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