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Ein Film über die Geflüchteten in Herrsching? Der Ortsverein der SPD denkt über ein großes Projekt nach

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 10. Dezember 2015

Die Vorsitzenden der SPD Herrsching, Werner Odemer und Hannelore Wienholt konnten sich bei der letzten Vorstandssitzung über eine große Runde freuen. Zu den Mitgliedern und Gästen hatte sich diesmal auch die Filmemacherin Yola Kettermann gesellt, um mit ihnen über eine Idee zu sprechen, die in den Köpfen des Ortsvereins gewachsen war: ein Dokumentarfilm über die Flüchtlinge in Herrsching. Ist so ein Projekt mit begrenzten Mitteln möglich, welche Ziele soll es verfolgen und was wären die zu machenden Schritte – Fragen wie diese sollten innerhalb dieser Vorstandssitzung mit jemandem vom Fach geklärt werden.

In Bezug auf die Integration der Geflüchteten würde Herrsching hervorragende Arbeit leisten, betonte Yola Kettermann, die durch Freunde einen engen Bezug zum Ort hat. Und dennoch sei es in Zeiten wie diesen unheimlich wichtig, etwas für den Abbau von Vorurteilen zu tun. Der große Zulauf der Pegida-Bewegung, der erschreckende Wahlsieg der Front National in Frankreich – angesichts des steigenden Rassismus in der Gesellschaft müsse man handeln. Ein Film könne hier durch seine Breitenwirkung durchaus einen wichtigen Impuls setzen. Dabei sei es aber entscheidend, eine Beziehung zu den Protagonisten aufzubauen und sich auf eine Augenhöhe mit ihnen zu begeben.
„Welche Botschaft möchten Sie aus Herrsching in die Welt schicken?" Mit dieser Frage animierte Yola Kettermann die Anwesenden zu einem Brainstorming über die Zielrichtung eines möglichen Films. Er soll helfen, dass Herrsching die Flüchtlinge besser kennenlernt, um mögliche Vorurteile abzubauen. Warum ein Flüchtling zum Flüchtling geworden ist, die Rolle der IS an den Gründen zur Flucht, die exemplarische Geschichte eines Einzelnen, den Hintergrund, das Jetzt und seine Perspektive. Als gemeinsamer Nenner kristallisierte sich bald das Ziel heraus, das gegenseitige Vertrauen zu stärken und Berührungsängste abzubauen.
Werner Odemer schlug noch vor, dass man in dem Dokumentarfilm auch jene Flüchtlinge berücksichtigen könne, die schon längere Zeit in Herrsching leben. Solche, die z.B. vor einigen Jahren in den Zeiten der Jugoslawien-Kriege nach Deutschland kamen, aber auch Einwanderer aus ganz frühen Flüchtlingswellen. Auf jeden Fall soll nicht die große Politik im Vordergrund stehen, sondern der Ort Herrsching. Lieber Einzelschicksale als große Verallgemeinerungen. Und auch Parallelen sollten aufgezeigt werden in den Gefühlen der Bürger hier und den neu Hinzugekommenen. Denn Unsicherheit herrscht auf beiden Seiten und da kann Information viel bewirken. „Ich mache nur Filme, in denen nicht nur die Ist-Situation dargestellt wird, sondern immer auch Perspektiven und Wege aufgezeigt werden" stellte Yola Kettermann noch klar. Kein leichtes Projekt, das der Ortsverband hier plant, aber mit Sicherheit wäre es ein sehr spannendes.

Für Sie berichtete Barbara Geiling

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