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Sie betrifft mehr Menschen als gedacht: Die CSU/FU und der Gewerbeverein WIR luden ein zu einer Informationsveranstaltung über die neue EU-Datenschutzverordnung

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 09. März 2018

Der Ladies-Business Lunch hat sich zu einer sehr gerne gesehenen Veranstaltung entwickelt. Austausch, Information, Kennenlernen – und das Ganze kompakt vereint in der Mittagspause spricht die Gewerbetreibenden und weitere interessierte Frauen in Herrsching an. Und auch, wenn das diesmal gewählte Thema nicht „sehr spannend oder gar sexy klingt", wie es die Vorsitzende der CSU/FU, Fromuth Heene bei der Begrüßung ausdrückte – es betrifft mehr Menschen als von vielen gedacht. Die neue EU-Datenschutzverordnung tritt im Mai dieses Jahres in Kraft und wird Konsequenzen für fast alle Gewerbetreibenden, aber auch Freiberufler und sogar viele Vereine und Organisationen haben. Die Sanktionen bei Nichteinhaltung können empfindlich sein und wie so oft, schützt auch in diesem Fall Nichtwissen nicht vor Strafe.

Welche Daten müssen geschützt sein und was bedeutet das konkret in der Vorgehensweise? Kann auch ein Kleingewerbe betroffen sein und wer ist verantwortlich, wenn ich sensible Daten extern speichern lasse? Wann muss ein Datenschutzbeauftragter hinzugezogen werden und welche Schritte werden künftig verlangt, um die EU DSGVO einzuhalten? Das Inkrafttreten der neuen Verordnung wirft viele Fragen auf und so war Fromuth Heene sehr dankbar, zwei überaus kompetente Referenten für dieses Thema gewinnen zu können. Herbert Gruber ist ausgewiesener Spezialist zum Tema Datensicherheit und wurde in seinen Ausführungen von Christa Holzenkamp, der stellvertretenden Vorsitzenden von VDI unterstützt.

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Die Vorsitzende der CSU/FU, Fromuth Heene und Angelika Knülle dankten im Namen aller Anwesenden Unternehmerinnen für die informativen Ausführungen von Herbert Gruber und Christa Holzenkamp zu der neuen EU-Datenschutzverordnung

99 Artikel umfasst die EU-GSGVO und „der Inhalt ist für Datenschützer die Rentenversicherung" meinte Herbert Gruber zum Auftakt. Auch Christa Holzenkamp warnte eingangs davor, dass nach Umsetzung der Verordnung mit Kontrollen zu rechnen sind, ob die Unternehmen die neuen Anforderungen umsetzen. Die Meinung, dass es die Bestimmungen zum Datenschutz/Datensicherheit schon immer gab, könnte man so ebenfalls nicht stehen lassen. „Früher gab es kein Facebook, kein Amazon und keine werblichen Anrufe aus aller Welt" bestätigte Gruber. Diese neuen Anforderungen hätten neue Richtlinien erforderlich gemacht und nach den Aufdeckungen von Edward Snowden seien die Proteste dagegen auch weniger geworden.
Im Folgenden stellte der Referent die wichtigsten Neuerungen dieser Regelung vor und wen sie betreffen. Dabei stellte er einen ganz wichtigen Punkt voran: sobald es um Personenbezogene und sensible Daten ginge, sei jedes auch noch so kleine Unternehmen, aber auch Vereine betroffen. Verwendung finden dürfen diese Daten nur gegen die Einwilligung der betreffenden Personen. Als besonders schützenswerte Daten werden z.B. auch politische Meinungen, rassistische oder ethnische Daten, religiöse Weltanschauungen oder biometrische Daten deklariert. So ist für Personalvermittler oder Markt/Meinungsforscher die Anstellung eines Datenschutzbeauftragten nötig geworden, da sie von der Übermittlung gerade solcher Daten leben.
Aber nicht nur die Datenübermittlung sei relevant, sondern natürlich auch die Aufbewahrung. Gruber empfahl an dieser Stelle genau aufzupassen, wo man empfindliche Daten speichert. Die Cloud von Microsoft, ein gmail-Account und viele andere: die Server befinden sich nicht in Deutschland und sind nicht Datenschutzkonform!
Das Unternehmen ist immer selber für die Sicherstellung dieser Einhaltung verantwortlich – auch wenn er diese Aufgabe an einen Subunternehmer überträgt.
Auf der anderen Seite kann dem Verbraucher die neugeregelte Auskunftspflicht helfen, z.B. ungewollte Werbemaßnahmen abzublocken. Diese Pflicht bestehe auch für Firmen, deren Sitz sich im Ausland befinde, betonten die Referenten. Wenn also demnächst mal wieder telefonisch nach dem Bedarf neuer Fenster gefragt würde, so „lässt sich das Gespräch mit einem Hinweis auf die Verordnung sehr schnell beenden" grinste Gruber.

Die Ausführungen wurden von vielen Fragen begleitet, die deutlich machten, wie sehr diese neue Verordnung die Gewerbetreibenden in Herrsching beschäftigt. Vielleicht wird sich für die meisten Unternehmen in der täglichen Praxis gar nicht viel ändern müssen, aber viele werden mit Blick auf die Sanktionen und Bußgelder vermutlich doch ihre Maßnahmen auf den Prüfstein legen. Christa Holzenkamp empfahl abschließend noch eine Internetseite, auf der die wichtigsten Grundlagen eingesehen werden können: https://www.lda.bayern.de/de/datenschutz_eu

Für Sie berichtete Barbara Geiling

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