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Parteiinformation leicht gemacht: CSU, FDP, Grüne und SPD standen gemeinsam zum Austausch bereit

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 18. September 2018

Sie alle wollen bezahlbaren Wohnraum schaffen. Auch die Sozialpolitik liegt den anwesenden Parteien gleichermaßen am Herzen. Viele Überschneidungen also in dem Wahlprogramm der Ortsparteien in Herrsching, die sich an einem kühlen Samstagvormittag entlang der Hauptstraße von Breitbrunn präsentierten.
„Alle Parteien haben in Herrsching ein gutes Verhältnis zueinander" betont die Vorsitzende der CSU und Frauenunion, Fromuth Heene. „Auch wenn man inhaltlich durchaus mal unterschiedlicher Meinung sein kann." Einigkeit demonstrieren in einer Zeit, in der sich die Ränder zunehmend radikalisieren sowie den Bürgern eine entspannte Gelegenheit bieten, sich zu informieren bzw. den Parteien, sich zu präsentieren: dies war das Ziel der parteiüberschreitenden Veranstaltung in Breitbrunn.

Die jüngsten Umfragewerte der CSU könnten durchaus Anlass zur Sorge geben, aber in der Ortsgruppe Herrsching ist man trotzdem guten Mutes. Die Partei zeigt sich in Herrsching sehr aktiv und spricht abseits der Flüchtlingspolitik andere Themen an, die den Bürgern am Herzen liegen. Da ist zum einen die Wohnungspolitik und das Verkehrskonzept, das ihnen sehr am Herzen liegt. Auch die Einrichtung einer Tagespflege ist ein Ziel für das sie eine eigene Arbeitsgruppe gebildet haben. Hier gäbe es sicher Überschneidungen mit den anderen Parteien, bestätigt Schriftführer Oliver Fendt und weist gleichwohl auf grundlegende Unterschiede in ihren Zielen hin.

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Die Farben der Schirme lassen erkennen, welche Parteien sich da in Breitbrunn gemeinsam versammelten, um die Bürger über ihr Wahlprogramm zu informieren

Und so findet z.B. Willi Meyerhöfer von den Grünen gerade jene Umfragewerte alles andere als tragisch. Besonders hinsichtlich der Energiepolitik müsse sich in Bayern dringend etwas ändern und das ginge nun mal nicht, „wenn eine Partei über Jahrzehnte hinweg alles alleine bestimmt". Eine Energiepolitik, die zu einer Abhängigkeit von außen geführt hätte, die z.B. durch die Abstandsregelung der Windräder diese Energieform praktisch unmöglich gemacht hat, ist für seine Partei grotesk. „Aber ansonsten verstehen wir und hier alle prima untereinander" betont er und nimmt grinsend die Bezirkskandidatin Sissi Fuchsenberger von der SPD in den Arm. Mit den Zielen ihrer Partei gäbe es z.B. ganz viele Überschneidungen. Die Pflege, von der Kita bis zum Altenheim inklusive einer besseren Bezahlung und Selbstorganisation der Pflegekräfte. Die Inklusion an den Schulen und die Wohnpolitik, bei der die Gemeinden durch die soziale Bodenpolitik mehr eingreifen könne als bislang geschehen. Und auch das Abdriften nach rechts zu verhindern ist besonders den Sozialdemokraten ein wichtiges Anliegen. „Die SPD kann hier auf 150 Jahre Erfahrung zurückgreifen" betont die Bezirkskandidatin.
Während hier die Bezirkskandidatin gerade über die Pläne spricht, ist die ebenfalls anwesende Landtagskandidatin Christiane Kern in Gespräche mit Bürgern vertieft. Die ehemalige Kriminalhauptkommissarin wird häufig mit Fragen zur Sicherheit konfrontiert, die sie sehr ernst nimmt und demzufolge auch viel in den Polizeistationen Bayerns unterwegs ist.
Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin der Grünen im Bayrischen Landtag, wäre auch gerne gekommen, war aber leider durch andere Termine verhindert. Mit ihrer zupackenden Art ist die „Herrschingerin mit Leib und Seele" ein wichtiges Zugpferd ihrer Partei.
Und der Fokus bei der FDP? „Die Bildungspolitik" kommt es da spontan von der Landtagsabgeordneten Britta Hundesrügge. „Mit allem was dazu gehört." „Weltbeste Ausbildung" für Bayern ist damit gemeint mit z.B. vielen dualen Bildungsangeboten. Aber auch neue Wohnkonzepte will ihre Politik auf den Weg bringen, um die Arbeiter überhaupt hier halten zu können. „Wozu brauchen wir Stellplatzverordnungen, solange der Wohnraum fehlt", fragt sie und umreißt ihre Pläne das Thema Wohnen und Arbeiten zu koppeln – „mit allen Konsequenzen". Das Gymnasium war demzufolge ein Projekt, das sie von Anfang an forcierten, wie auch die Ansiedlung von Gewerbe, um die Steuereinnahmen der Gemeinde zu sichern.
Informationen also gab es viele an diesem Vormittag, an dem jedoch nicht viele Bürger vorbeikamen. Den Parteimitgliedern blieb somit viel Zeit zum gegenseitigen Austausch, den sie rege nutzten. Und konnten so ein sehr wichtiges Anliegen dieser Veranstaltung deutlich machen: auf kommunaler Ebene pflegen sie ein gutes Verhältnis zueinander und haben weit mehr Themen im Fokus als alleine die Flüchtlingspolitik.

Für Sie berichtete Barbara Geiling

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