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SPD schickt Matti Müller als Bürgermeisterkandidaten ins Rennen

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 08. Januar 2020

Kurz vor den Feiertagen stellte die Herrschinger SPD ihren Kandidaten für den Bürgermeisterposten vor: Matti Müller aus Diedorf bei Augsburg ist 52 Jahre alt, Jurist, verheiratet, zwei Kinder und versiert in Fragen der Kommunal- und Landespolitik. Als ehemaliger Bürgermeister einer Kleinstadt in Schwaben weiß er, wovon er spricht. 14 der 15 anwesenden SPD-Mitglieder konnte er bei der Aufstellungsveranstaltung am 20. Dezember in der Gaststätte Ammerseeblick überzeugen. Eine Stimme war ungültig.

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Will Bürgermeister von Herrsching werden: Matti Müller.   Foto: Petra Schmieder


Zwar waren ihm der Ammersee als Haussee der Augsburger und Andechs als Ausflugsziel vertraut. Mit Herrsching hatte Matti Müller allerdings bis vor kurzem wenig am Hut. Das sollte mit dem Anruf der SPD-Kreisverbandsvorsitzenden Julia Ney anders werden. Sie fragte ihn, ob er bei den Kommunalwahlen als Bürgermeister für Herrsching kandidieren wolle. „Manchmal sind es die Zufälle im Leben, die alles ändern", begann Müller seine Vorstellung. Er ist Augsburger durch und durch, hat Schulzeit und Studium dort verbracht. 2002 startete er als Gemeinderat in Diedorf in die Kommunalpolitik. „Das ist eine intensive Arbeit, man sieht sofort, was man entschieden hat", so Müller. 2008 wurde er Bürgermeister von Oettingen im Landkreis Donau-Ries. „Eine wunderschöne Erfahrung, die mich sehr geprägt hat." 2014 wechselte er in die Landespolitik als Parlamentarischer Berater der SPD-Landtagsfraktion für Kommunales, Innere Sicherheit und Sport. „Ich weiß, wie ein Gesetz entsteht und kenne die Abläufe", betonte er seinen Erfahrungsschatz. Seit 2018 ist er Rechtsberater beim Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V.

Müller stellte fest: „In Herrsching herrscht ein Manko, Neues zu denken. Ich möchte gemeinsam mit den Bürgern eine Vision entwickeln, wie die Gemeinde in 20 Jahren aussehen soll." Müller hatte deshalb kein Wahlprogramm in der Tasche, er will mit den Bürgern Ideen für die Zukunft finden. Zugleich steht er für eine professionelle Gemeindeverwaltung. Der Jurist weiß: „Ein Blick ins Gesetz hilft meist weiter. Ich kann Gesetze nicht nur lesen, ich versteh' sie auch". Seine 13-jährige Tätigkeit als Rechtsanwalt und die Zeit als Bürgermeister hätten Müller gelehrt, wie mit Investoren und Behörden zu verhandeln sei. „Ich habe die besten Voraussetzungen: den unverstellten Blick des Außenstehenden, Kontakte in den Landtag, ich bin mit niemandem verwandt und niemandem etwas schuldig." Wirtschaftsförderung und aktiver Klimaschutz seien Chefsache. So ist sich Müller sicher, dass der Flächennutzungsplan aus dem Jahr 1999 überarbeitet werden muss. „Ich kenne den Plan nicht, aber ich gehe davon aus, dass der Klimaschutz nicht besonders berücksichtigt ist." Was er tun wolle, damit kleine Firmen hier bleiben, wollte ein Gast wissen. Seine Lösung lautet, die Firmen umzusiedeln. „Die Menschen leben hier, weil es so schön ist. Deshalb sollte man die Landschaft nicht mit Gewerbegebieten zupflastern. Die Gemeinde soll Firmen anwerben, die nicht so viel Fläche brauchen."

Der 21-jährige Adrian Fuchs, SPD-Kandidat für den Gemeinderat, wollte von Müller wissen, ob er Alternativen zum Alkoholverbot ab 22 Uhr habe. Das Verbot gelte immerhin unabhängig vom Alter für alle Besucher der Seepromenade. Müller schlug vor, dass statt schwarzer Sheriffs besser die Jugendsozialarbeit präventiv aktiv werden solle. „Es gibt andere Möglichkeiten, als dies mit der Satzungskeule zu regeln", argumentierte er. SPD-Gemeinderatsmitglied Hans-Hermann Weinen wandte ein, dass das Alkoholverbot ab 22 Uhr ein Kompromiss sei. Und der Gemeinderat hat bereits beschlossen, einen Streetworker zu engagieren. Weinen bedauerte es vielmehr, dass Müller nicht auch regulär für den Gemeinderat kandidiere. „Er ist zwar ein gutes Zugpferd, aber es fehlt der Bezug zur Gemeinde", befürchtet er.

Für Sie berichtete Petra Schmieder.

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