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Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr in Breitbrunn

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 26. Januar 2016

2770 Stunden Dienst hat die Mannschaft der Feuerwehr Breitbrunn im vergangenen Jahr geleistet. Würde man hier einen durchschnittlichen Stundenlohn von 20 Euro ansetzen, käme man auf die stolze Summe von 55.400 Euro. Für die Gemeinde ein Glück, dass es sich um eine freiwillige Feuerwehr handelt, deren Mitglieder ihren Dienst allesamt ehrenamtlich versehen. Einer dieser Freiwilligen ist Rupert Müller, der inzwischen sein 30-jähriges Dienstjubiläum feiern konnte und davon 19 Jahre 1. Kommandant der Truppe war. In diesem Jahr stellte er sich nicht mehr zur Wahl für diesen Posten und wurde von seinen Kollegen mit langem und stehendem Applaus für seine Leistung geehrt.

Der Saal im Seestern von Breitbrunn war bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Feuerwehr Breitbrunn zur Jahreshauptversammlung eingeladen hatte. Nicht nur die Mannschaft war fast vollzählig erschienen, sondern auch Kommandant und 1. Vorsitzender aus Herrsching, Daniel Pleyer und Michael Polednik. Bürgermeister Christian Schiller mit einigen Gemeinderäten war gekommen wie auch Kreisbrandrat Markus Reichart. Wenn ein Kommandant sich nach 19 Jahren aus dem Vorstand zurückzieht, so ist das ein Anlass, der für Aufmerksamkeit sorgt. Als jüngster Anwärter, den der Landkreis je gesehen hatte, war er damals in diese Position gewählt worden und sie über all die Jahre mit viel Ruhe und Konstanz ausgeübt. Ein letztes Mal las er den Rechenschaftsbericht des vergangenen Jahres und gestand freimütig, dies „mit einem komischen Gefühl" zu tun.
Zu Beginn aber gab der 1. Vorsitzende Thomas Bader einen Rückblick auf das vergangene Jahr. „Durchschnittlich" sei es gewesen, mit keinen großen spektakulären Einsätzen. Bei Kleinbränden waren sie zur Stelle, einem Motorradunfall, verschiedenen Unwetterschäden, vollgelaufenen Kellern und anderem mehr. Die First Responder Einsätze schlugen wieder mit vielen Einsatzstunden zu Buche und Bader betonte an dieser Stelle, dass man hier auch nie die vielen Bereitschaftsstunden der Verantwortlichen vergessen dürfe: abrufbar zu sein für die erste Hilfe am Patienten bedeute wirklich Präsenz zu zeigen. Auf Übungen, Fortbildungen, Gerätepflege u.ä. fielen alleine noch 2291 Stunden für die 33 Mitglieder an. Doch natürlich prägten nicht nur Einsatzstunden das Jahr der Aktiven. Gemeinsame Ausflüge z.B. in die Partnerstadt Ravina/Romagnano waren ebenso dabei, wie das gemeinsame Maibaumaufstellen in Gemeinschaft mit Trachten- und Sportverein. Die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses in Herrsching, eine Einladung in den Andechser Hof anlässlich des 140-jährigen Jubiläums, das alljährliche Sommerfest u.a. Veranstaltungen mehr. Im Dezember hatte man zudem damit begonnen, das bislang ungenützte Dachgeschoss des Feuerwehrhauses auszuräumen, um daraus in Eigenleistung ein Fitness- oder Jugendraum zu machen. Von Seiten der Gemeinde hatten sie das dazu noch ausstehende Brandschutzkonzept erhalten. Für das kommende Jahr plane man verstärkt in die Jugendarbeit Zeit zu investieren. Hier fehlt der Nachwuchs und Thomas Bader brachte das Problem auch mit der schwierigen Wohnraumsituation in der Gemeinde in Zusammenhang. Viele junge Leute könnten sich hier einfach keine Wohnung mehr leisten.
Nach Rechenschaftsbericht, Kassenbericht und –prüfung konnte der Vorstand entlastet werden und Christian Schiller sprach einige Dankesworte auch im Namen des Gemeinderates an die Truppe. Unaufgeregt und unauffällig würden sie immer ihren Dienst erledigen und dabei doch immer zur Stelle sein, wenn man sie bräuchte. Er sei froh in diesem Jahr den Ausbau des Multifunktionssaales im Feuerwehrhaus in Auftrag geben zu können und endlich auch eine Schranke für die Parkplätze. Nach diesen offiziellen Worten leitete der Bürgermeister auf die Verabschiedung Rupert Müllers als 1. Kommandanten über. „Wie ein Krimi" lese sich die Geschichte seiner Einsätze über die vielen Jahre hinweg. Ob Brände, Verkehrsunfälle oder ein dramatischer Segelunfall, bei dem auch ein Mann zu Tode kam; ob das stetige Bemühen um den Ausbau des Feuerwehrhauses und Neubeschaffung von Einsatzfahrzeugen: Mit seiner ruhigen Kompetenz und Bescheidenheit „hast Du viel für Breitbrunn und seine Bürger getan!"

Feuerwehr Breitbrunn 1

Christian Schiller bedankte sich bei Rupert Müller, der fast 2 Jahrzehnte das Amt des Kommandanten bei der Feuerwehr Breitbrunn ausgeübt hat.


Auch Thomas Bader dankte ihm nochmal für seinen langen und beständigen Einsatz – und die Bereitschaft, die Einarbeitung des neuen Kommandanten zu übernehmen und weiterhin als Gruppenführer zur Verfügung zu stehen. Von dem Vorsitzenden des Feuerwehrverbandes Michael Polednik gab es als Zeichen des Danks noch die Ehrenmedaille des Kreisfeuerwehrverbandes, bevor auch Kreisbrandrat Markus Reichart noch einige Worte sprach.
Als letzter Punkt der Tagesordnung standen schließlich die Neuwahlen an. Die Wahlleitung übernahmen Christian Schiller gemeinsam mit Daniel Pleyer und Roland Lübeck als Feuerwehrreferenten des Gemeinderats. Für die Nachfolge von Rupert Müller wurde Florian Kleber vorgeschlagen, der seit 2001 bei der Feuerwehr tätig ist und davon bereits 12 Jahre im Vorstand. Seine Wahl verlief einstimmig und er bedankte sich herzlich für das Vertrauen. Ehrfürchtig ginge er an dieses Amt heran und sei dankbar, dass Müller, der schon immer ein offenes Ohr für ihn und seine Anliegen gehabt hätte, ihm bei der Einarbeitung behilflich sein wird. Er freue sich auf die kommenden Jahre mit der Truppe und wolle alles dafür tun, die Jugendarbeit wieder zu forcieren. Thomas Bader wurde wie erwartet in seinem Amt als 1. Vorsitzender bestätigt. Auch bei den anderen Posten gab es keine Veränderungen außer der Neuwahl von Stephanie Koböck, die sich in der Wahl für als 2. Vorsitzende gegen Philip Widmann durchsetzen konnte. 2. Kommandant bleibt Stefan Feigl und Michaela Feigl Schriftführerin.

Feuerwehr Breitbrunn 2

Kreisbrandrat Markus Reichert und der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Michael Polednik überreichen Rupert Müller die Ehrenmedaille des Feuerverbandes. Links im Bild der neugewählte 1. Kommandant Florian Kleber.

 

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