lesen-sie-auch-andere-ortszeitungen Oberdinger Kurier Logo echinger-echo neufahrner-echo haarer-echo mooskurier

Die CSU und Frauenunion Herrsching laden zu ihrem großen Neujahrsempfang

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 23. Februar 2016

Die gemeinsamen Neujahrempfänge der CSU und Frauenunion Herrsching haben eine lange Tradition in Herrsching. Jedes Jahr wieder kommen die Mitglieder der Ortsvereine und andere Gäste gerne zu dieser Veranstaltung und jedes Jahr wieder erwartet man mit Spannung, welcher Gastredner sich diesmal die Ehre gibt. Der bekannte und unkonventionelle Pastor aus München, Rainer Schießler, hatte vor zwei Jahren die Gäste begeistert und im vergangenen Jahr sprach Günther Beckstein über Christliche Werte und Politik. „Bayern ist auch ein Kulturstaat" war der Titel des diesjährigen Empfangs und es war Staatsminister a.D. Dr. Thomas Goppel, der sich diesem Thema widmete.

Es war eine lange Liste der Ehrengäste, die der Vorsitzende Bernhard Kögl zu Beginn des Abends herzlich begrüßte. Die Landtagsabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig war ebenso gekommen wie Bezirksratsvorsitzender Harald Schwab und Kreisvorsitzende Stephanie von Willing. Bürgermeister Christian Schiller kam mit der 2. Stellvertreterin Tina Reich und auch der stellvertretende Landrat Georg Scheitz war da. Es sei kein leichtes Jahr gewesen, das hinter Deutschland liegt, meinte Bernhard Kögl einleitend. Die Krisengebiete vor allem im Nahen Osten hätten Auswirkungen bis nach Herrsching gezeigt und auch das Jahr 2016 verspräche keinesfalls einfacher zu werden. Die Integration der Flüchtlinge stehe als große Aufgabe vor den Bürgern und in diesem Zusammenhang rücke das Stichwort Leitkultur in den Focus. Der Vorsitzende freute sich daher besonders, den ehemaligen Staatsminister Dr. Thomas Goppel zu empfangen, der an diesem Abend über die Bayrische Kultur reden sollte: Wie wir Bayern zu dem geworden sind was wir sind und welche Faktoren dabei entscheidend waren.

CSU Neujahr 1

Der Vorsitzende der CSU Herrsching Bernhard Kögl und Fromuth Heene, die Vorsitzende der Frauenunion, freuten sich sehr, auf ihrem gemeinsamen Neujahrsempfang den Staatsminister a.D. Dr. Thomas Goppel empfangen zu dürfen


Deutschland stehe ganz an der Spitze in Europa und Bayern wiederum ganz vorne in diesem Land. „Warum ist das so" fragte Dr. Goppel zu Beginn seiner Ausführungen und ging der Sache anfangs mit demographischen Werten auf den Grund. So betonte er den großen Zuzug, der in dieser Region besonders seit dem 2. Weltkrieg stattgefunden hat und der für den Wiederaufbau entscheidend war. Einen großen Stellenwert räumte er dabei den rund 1,2 Millionen Sudetendeutschen bei, „denen wir einen großen Anteil vom Wiederaufbau zu verdanken haben." Bayern sei immer gut darin gewesen, die Fähigkeiten der Neuankömmlinge zu nutzen „solange die Kultur einigermaßen gleichmäßig unterwegs ist". So wäre es nie ein Problem gewesen, dass die „Altbayern" nur noch eine Minderheit im eigenen Staat darstellen. „Kultur besteht darin, dass jeder seinen Kopf entdeckt und da einsetzt, wo er am besten geeignet ist – auch für das Allgemeinwohl!" Die Bayern seien so groß in Europa, weil sie jedem einzelnen die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln. Einen Ausdruck fände dies z.B. in dem breitgefächerten und durchlässigen Bildungssystem, in dem jeder Schüler seinen Weg machen kann. Einen Grundstein aber wäre schon unter der langen Herrschaft der Wittelsbacher gelegt worden, die im Gegensatz zum preußischen Gehorsam immer Wert auf die gemeinsame Entwicklung gelegt hätten.
Doch letztendlich sei dies alles auf den gemeinsamen Werten des europäischen Abendlandes entstanden – „und diese Grundlage fehlt uns jetzt". Dr. Goppel stellte in Frage, wie viel Kultur wir im Moment von uns preisgeben müssten und damit Zugeständnisse machten, die unumkehrbar sind. „Wie viel Zuzug können wir noch verkraften? Eine Antwort auf diese Frage verlange ich von Angela Merkel!" Der Politiker verteidigte an dieser Stelle auch indirekt die umstrittene Vorgehensweise seines Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Letztendlich sei es doch egal, ob von Obergrenzen oder Kontingenten die Rede sei, nur müsse schnell eine Regelung getroffen werden.
Und wenn er seinen Vortrag mit den Worten abschließt, dass „die Kultur in Bayern gewachsen ist aus ganz vielen europäischen Strömungen, die wir eingeladen haben zu kommen und zu bleiben", so schränkt er diese positive Strömung doch klar auf Europa ein.
Thomas Goppel hat in seiner langen Politikerkarriere das Reden gelernt und zog die Gäste an diesem Abend mit. Er vermied eine direkte Stellungnahme zur aktuellen Flüchtlingsproblematik und machte doch seinen Standpunkt sehr deutlich. Der Kontakt zu ihm war über die ehemalige Kreisvorsitzende Ingrid Frömming zustande gekommen, die seit ihrer aktiven Zeit in der Politik noch Kontakt zu ihm aufrechterhält. Im Anschluss an den Vortrag gab es wie immer noch bei mitgebrachten Speisen durch Mitglieder der Frauenunion ausreichend Gelegenheit für lange Gespräche.

Es berichtete für Sie Barbara Geiling

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok