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Die Frauenunion Herrsching feiert 35-jähriges Jubiläum im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 03. März 2016

Sie habe in den letzten Tagen über die vergangenen Jahre in der Frauenunion nachgedacht, meinte Angelika Knülle bei der Begrüßung - und dabei festgestellt, dass sie nun wirklich die Hälfte ihres Lebens in diesem Verein zugebracht hat. Vor 35 Jahren beschloss sie, einen Ortsverein in der FU in Herrsching ins Leben zu rufen und leitete ihn bis vor wenigen Jahren. Inzwischen ist Fromuth Heene die Vorsitzende und führte im Anschluss an die kleine Jubiläumsfeier gekonnt durch die Jahreshauptversammlung. Neben den üblichen Regularien sorgte vor allem ein Bericht der 3. Bürgermeisterin Tina Reich über die Geschehnisse innerhalb der Gemeinde bei den Gästen für viel Aufmerksamkeit.

„Ich wollte damals eine Frauenunion in Herrsching gründen" erinnert sich Angelika Knülle, aber wie die Interessenten dafür gewinnen? Die engagierte Herrschingerin veranstaltete kurzerhand einen Advents-Hoagartn und schon hatte sie einen Haufen Leute zusammen. Unzählige Veranstaltungen, Feste, Diskussionen, Vorträge und anderes mehr kennzeichneten den Weg dieser aktiven Gruppe seither und der Hoagartn ist dabei ein ganz fester Bestandteil geblieben. Nun sei sie froh, in Fromuth Heene eine so kompetente Nachfolgerin gefunden zu haben, die diese Gruppe mit so vielen guten Ideen bereichert. „Ein Vergnügen sei es" erwiderte die Vorsitzende dankbar, mit einem so netten Team in dem jeder jeden unterstützt, zusammenzuarbeiten. Doch viel Zeit zum Feiern blieb der Gruppe nicht, stand doch die Jahreshauptversammlung auf der Tagesordnung und auch ein ausführlicher Bericht durch Tina Reich über die vielen Geschehnisse in der Gemeinde.

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Ein Jubiläum, das sich sehen lassen kann: die Frauenunion Herrsching stößt auf ihren 35. Geburtstag an


Das wichtigste Thema war im vergangenen Jahr ganz klar die Folgen des Zustroms nach Deutschland „und wir alle sind unheimlich froh, Hannelore Doch zu haben, die hier wirklich unglaubliches leistet" begann die 3. Bürgermeisterin ihre Ausführungen. Im Allgemeinen liefe es alles ganz gut, bis auf die Schwierigkeiten, die überall auftreten. Gerade in Herrsching zeigten sich die Geflüchteten sehr lernwillig und hätten durch den großen Familienanteil sowieso sehr feste Strukturen im Tagesablauf. Das Haus der St. Josephskongregation in Breitbrunn wird gerade bezogen und hier sind bislang viele Alleinreisende untergebracht. Bis Ende des Jahres müsse Herrsching aber noch Platz für dann insgesamt 400 Flüchtlinge bereitstellen und aktuell sei der neueste Stand, dass einige Familien wohl Grundstücke ans Landratsamt gemeldet hätten. Sobald eine geeignete Fläche gefunden ist, solle mit dem Bau einer landwirtschaftlichen Maschinenhalle begonnen werden. Container sind in Europa bis zum Jahr 2020 ausverkauft und eine Belegung der Turnhalle wäre für sie „der Supergau". Für Tina Reich ganz wichtig geworden ist der Bau einer größeren Obdachlosenunterkunft, da hier in naher Zukunft ein großes Problem auf die Gemeinde zukommt. Die Schere zwischen arm und reich gehe immer weiter auf und es drohten in nächster Zeit viele Zwangsräumungen. Wenn sie die großen Helferkreise für Asylbewerber sehe, „wünsche ich mir manchmal nur ein paar Helfer für die vielen Obdachlosen in der Gemeinde". Sie wolle beileibe damit nicht deren Arbeit und Berechtigung in Frage stellen, „aber wir haben hier auch ganz viele Menschen, denen es schlecht geht."
Aber daneben gibt es natürlich noch viele weitere Entwicklungen aus der Gemeinde zu melden. Die 3. Bürgermeisterin berichtete im Folgenden über vieles, das auch auf der Bürgerversammlung thematisiert wurde. Einen sehr positiven Eindruck habe sie von dem neuen Gewerbeverein W.I.R. gewonnen, wo ein netter und aktiver Vorstand viel Neues anstoßen möchte. Mehr Aktivitäten und den Ort besser nach außen zu präsentieren sei dabei ein Ziel, sowie etwas für die Hilfsbedürftigen in Herrsching zu machen. Bei der Bauruine tue sich leider immer noch nichts, da ein kürzlich eingereichter Bauantrag wieder abgelehnt werden musste. Die im vergangenen Jahr gekaufte BoFrost Halle stehe inzwischen leer und man denke über eine geeignete Nutzung nach. Der Vorschlag, ihn als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen, sei aufgrund des Zustands nicht möglich.
Viele Ereignisse in der Gemeindeverwaltung – aber auch ein ereignisreiches Jahr bei der Frauenunion. Lesungen, Vorträge, das gemeinsame Sommerfest und Neujahrsempfang mit der CSU, eine Fahrt nach Augsburg und Museumsbesuch – und als einer der Höhepunkte eine sehr interessante und gut besuchte Podiumsdiskussion über den Vertrauensverlust in die Presse. In wechselnder Besetzung war man zudem auf vielen externen Veranstaltungen unterwegs, um gezielte Netzwerkpflege zu betreiben. Ein buntes und vielseitiges Programm, das auch im laufenden Jahr seine Fortsetzung finden wird. Als nächster Programmpunkt steht z.B. ein Landtagsbesuch bei Dr. Ute Eilig-Hütig am 16. März an, wo die Mitglieder sogar an einer Plenarsitzung teilnehmen werden.
Der Kassenbericht zeigte eine ausgeglichene und sehr sparsame Haushaltsführung. Dank großzügiger Spenden konnte man mit einem kleinen Polster ins neue Jahr gehen. Einer Entlastung der Schatzmeisterin und auch des gesamten Vorstands stand somit nichts im Wege.

Es berichtete für Sie Barbara Geiling

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