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Großes Interesse auch bei der Bürgerversammlung in Breitbrunn

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 04. März 2016

„Was den Verkehr in Bayern betrifft, bin ich schon lange der Meinung, dass uns hier andere Bundesländer weit voraus sind!" Gemeint hat Bürgermeister Christian Schiller damit die Regelung von Zuständigkeiten, die so manches Verkehrsprojekt der Kommunen im Sande verlaufen lassen. Und der Verkehr stand bei dem 2. Teil der Bürgerversammlung, als es um die Fragen und Anträge ging, eindeutig im Vordergrund des Interesses. Auch Breitbrunn hat mit viel Durchgangsverkehr zu kämpfen und z.B. die gerade und leicht abfallende Eingangsstraße verlockt viele Verkehrsteilnehmer zu weit überhöhter Geschwindigkeit. Und so nutzten auch in Breitbrunn viele Bürger diese Gelegenheit, sich auf der Versammlung über das aktuelle Geschehen in der Gemeinde zu informieren und Fragen loszuwerden, die sie schon länger mit sich herumtragen.

Zu Anfang der Versammlung bedankte sich Christian Schiller erst mal herzlich bei seinen Mitarbeitern, für die solche Bürgerversammlungen auch immer eine Menge Arbeit bedeuten. Die Infostände und Materialien müssen vorbereitet werden und viele von ihnen sind vor Ort, um sich den Fragen der Bürger zu stellen. Anschließend gab der Bürgermeister wieder einen interessanten und humorvollen Rückblick auf das Jahr 2015. Welche Punkte gibt es der Bürgerversammlung von Herrsching hinzuzufügen? Zuallererst natürlich die neue Mehrzweckhalle und die Schranke zu den Parkplätzen des Feuerwehrhauses, für die der Gemeinderat im laufenden Haushaltsjahr 450.000 Euro eingestellt hat. Das Nutzungskonzept sieht vor, dass der Saal von allen Vereinen genutzt werden kann und vom Gemeinderat wird Thomas Bader als Kümmerer die Koordination übernehmen. „Vielleicht können wir dann die nächste Mitgliederversammlung schon in den neuen Räumlichkeiten abhalten" meinte Schiller zuversichtlich und bedankte sich an dieser Stelle auch gleich stellvertretend bei Schwester Tabita von der St. Josephskongregation für die Bereitstellung ihrer Räumlichkeiten.
Dieser Orden war es auch, der das alte Schwesternwohnheim für die Aufnahme von Flüchtlingen bereitgestellt hat. Am Tag der Versammlung bewohnten 36 Leute die Einrichtung und weitere 55 werden sukzessive folgen. Der Bürgermeister wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Helferkreis noch Mitarbeiter sucht und man sich über die Internetseite www.asy-hb.de informieren kann.
Bei der Feuerwehr hatte es in diesem Jahr nach 19 Jahren eine Wechsel in der Leitung gegeben: Rupert Müller war aus persönlichen Gründen von seinem Amt als Kommandant zurückgetreten und seine Nachfolge hat Florian Kleber angetreten, der auch schon langjährige Erfahrung mitbringt.
Sehr zur Freude der eifrigen Leseratten in Breitbrunn wurde die Gemeindebücherei erweitert und bietet jetzt deutlich mehr Platz für die Medien, aber auch dafür, sich einfach mal gemütlich mit einem Buch in die bereitgestellten Sitzsäcke zu verziehen. Die neue Mitarbeiterin Ruth Pfisterer-Peschke sei auch äußerst aktiv in der Suche nach neuen Medien ermunterte Schiller die Bürger, sich mit Vorschlägen an sie zu wenden. Sehr viele Bücher u.a. historische Unterlagen lassen sich jetzt auch im Gemeindearchiv einsehen, das im Keller des neuen Feuerwehrhauses seine Heimat gefunden hat. Die Leiterin, Frederike Hellerer, wäre gerne bereit, Besucher hier die vielen Schätze zu zeigen.
Beim Stichpunkt „Schätze" kam der Bürgermeister noch auf ein eher kurioses Ereignis zu sprechen, das sich im vergangenen Sommer in Breitbrunn ereignet hat: ein im Ammersee badender Mann hatte seinen Ehering verloren. Kurzerhand lieh er sich einen Metalldetektor aus – und fand seinen Ring wieder ... und dazu noch 10 weitere! Eine Veröffentlichung in der Presse stieß auf großes Echo und wirklich fanden noch zwei weitere Ehepaare nach 40 bzw. 50 Jahren ihre Ringe unter den Gefundenen wieder. Das Tauchen im Ammersee scheint sich zu lohnen!
Christian Schiller bekam viel Applaus für seine lockere und doch informative Art, die vielen Geschehnisse der Gemeinde zusammenzufassen.

Buergerversammlung Breitbrunn 1

Gut 100 Bürger aus Breitbrunn waren der Einladung zur Bürgerversammlung in Breitbrunn gefolgt, auf der Christian Schiller einen unterhaltsamen und informativen Rückblick auf das Jahr 2015 präsentierte

 

Nach einer kurzen Pause nahm er im zweiten Teil erst zu einigen Punkten Stellung, die auf der letztjährigen Versammlung beantragt wurden. So sah es für den schon so lange geforderten Radweg entlang der Staatstraße zwischen Herrsching und Breitbrunn eine Zeitlang wirklich gut aus. In Zusammenarbeit mit Dr. Kaulen, der für das Verkehrskonzept die Verantwortung trägt, hatte man versucht diese Strecke in den Fördertopf für „Staatsstraßenbegleitende Radwege" unterzubringen. Es hatte auch wirklich geklappt, nur dass dann dieser Topf durch die finanzielle Herausforderung der Flüchtlingssituation wieder verkleinert wurde. So wird dieses Projekt vorerst wieder ruhen, da eine Eigenfinanzierung durch die Gemeinde zur Zeit nicht möglich ist. Auch die geforderte Querungshilfe über die Staatsstraße auf Höhe des Winkelwegs/Sportplatz hat das Straßenbauamt in Weilheim nach 8-monatiger Prüfung (!) abgelehnt. „Aber wir werden dranbleiben" versprach der Bürgermeister.
Den Verkehr betraf auch die Anfrage von Herrn Günther, der sich durch bauliche Veränderungen oder regelmäßigen Radarkontrollen eine wirksame Geschwindigkeitsreduzierung in der Ortseinfahrt Breitbrunn von Herrsching kommend wünscht. Er sei schon lange mit Dr. Kaulen darüber im Gespräch bestätigte Schiller, doch bislang hätte das Straßenbauamt Weilheim immer Einsprüche gegen die Lösungsvorschläge erhoben. „Aber wir werden im Gemeinderat nochmal diskutieren, wie wir die Behörden umstimmen können" versprach er.
Auch eine bessere Beleuchtung an der Seestraße soll untersucht werden, doch wies er die Antragstellerin darauf hin, dass die Anwohner an den Kosten beteiligt würden. Der Wunsch nach einem alternativen Heizkonzept für die Neubebauung auf der Klosterwiese wurde geäußert, doch das sei juristisch nur schwer durchsetzbar, meinte der Bürgermeister bedauernd. Er wolle aber bei der ESB nochmal wegen der Möglichkeit eines Gasanschlusses fragen.
Zum Abschluss der Versammlung sprach Richard Schmautz noch über die Ortschronik, an der seit nunmehr 10 Jahren gearbeitet wird. Schon 400 Seiten und 300 Bilder würde sie umfassen und „ist spannender als jeder Krimi" versprach der Breitbrunner. So viel sei in diesem Ort geschehen, das unbedingt für die Nachwelt erhalten werden sollte. Vor 750 Jahren wurde Breitbrunn erstmals urkundlich erwähnt – und passend zu diesem Jubiläum soll das umfassende Werk auch in den Druck gehen!

 

Es berichtete für Sie Barbara Geiling

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