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Mit Widdersberg schließt die Reihe der Bürgerversammlungen

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 14. März 2016

Wie jedes Jahr fand auch diesmal die Reihe der drei Bürgerversammlungen in Widdersberg ihren Abschluss. In der gemütlichen Atmosphäre des Ignazhofes kamen viele Bürger zusammen, um auch in diesem Herrschinger Ortsteil die Nachrichten der Gemeindeverwaltung aus erster Hand zu erfahren – und Fragen loszuwerden, die das eigene Dorf betreffen. Nachbesserungen zum öffentlichen Nahverkehr wurden dabei ebenso nachgefragt, wie das immerwährende Thema der Pilsenseestraße und die Sanierung, bzw. Erweiterung des Gemeindehauses.

Wie auf den Versammlungen zuvor gab Bürgermeister Christian Schiller den Bewohnern zuerst einen komprimierten Querschnitt über die Ereignisse des vergangenen Jahres. Erzählte über die Straßenbaumaßnahmen im Zuge des Verkehrskonzeptes, die neuen Vorhaben am Bahnhof im Rahmen der Städtebauförderung, den Bebauungsplan an der Rieder Straße und dem neuen Kindergarten, der dort entstehen soll. Und kam in diesem Zusammenhang wieder auf den Zuzug der Asylbewerber zu sprechen, der einen sofortigen Einstieg in die Planungen notwendig mache. 240 Geflüchtete beherberge die Gemeinde aktuell, wobei immer eine gewisse Fluktuation herrsche. Einige werden abgeschoben, während andere neu hinzukommen. Mit den derzeitigen Unterbringungsmöglichkeiten habe Herrsching sein Soll bis etwa Mitte des Jahres erfüllt, „aber spätestens für die 2. Jahreshälfte brauchen wir neue Flächen für Unterkünfte". Wie schon in den vergangenen Veranstaltungen appellierte Schiller an dieser Stelle nochmal, der Gerüchteküche keinen Weg zu ebnen, sondern sich die gewünschten Informationen bitte aus erster Hand zu holen. Es sei aber zu beachten, dass die Gemeinde keine „Pressestelle der Polizei" ist: „Wenn was los ist, müssen sie es schon selber erzählen – falls sie wollen!"
Von der Nachbesserung im öffentlichen Nahverkehr über fehlende Plätze für Obdachlose kam Schiller auf die Finanzen der Gemeinde zu sprechen, dessen sinkende Gewerbesteuer ein Sorgenkind geworden ist. Dazu kommt die steigende Kreisumlage, Ausgaben für Kindergärten und Horte, die inzwischen an zweiter Stelle in der Höhe rangieren, Breitbandausbau und etliche andere Kosten, die für die Verwaltung anfallen. „Der Spielraum für eigene Ausgaben wird immer kleiner und wenn die Steuereinnahmen nicht entsprechend steigen, müssen wir einige freiwillige Leistungen überdenken".
An den knappen Finanzen scheitern wird auch vorerst die gewünschte Sanierung bzw. Neubau des Gemeindehauses. Nach einer Machbarkeitsstudie und kam der Gemeinderat zu dem Schluss, dass eine Sanierung mit Anbau an das bestehende Gebäude unwirtschaftlich ist. Ein Neubau wurde mit 800.000 Euro veranschlagt „und dieses Geld haben wir im Moment nicht zur Verfügung" bedauerte der Bürgermeister. Um für größere Veranstaltungen trotzdem einen Raum zur Verfügung zu haben, hat der Wirt vom Ignazhof seine Räumlichkeiten angeboten. Die Gemeinde wird ihm dafür bei den Unterhaltskosten einen Zuschuss gewähren und kleinere Gruppen können sich nach wie vor im Gemeindehaus treffen.

Buergerversammlung Widd 2

Erhitzte Gemüter beschwichtigen musste Christian Schiller auf der Bürgerversammlung in Widdersberg nicht – auch wenn die Gemeinde vorerst nicht auf ein größeres Gemeindehaus hoffen kann

Das Gemeindehaus war auch Thema der folgenden Stunde mit Fragen und Anträgen. Eine Gruppe hatte in der Vergangenheit ein Anforderungspaket für das neue Gebäude erstellt und hatte dabei eine Größe ausreichend für 60 bis 70 Personen ermittelt. Ein Neubau kam laut Beiträgen für viele aber nur ungern in Betracht, da das Haus sich gut in den Ort einfüge. Ob nicht zeitnahe Sanierungsmaßnahmen sinnvoller und zudem günstiger wären. Der Bürgermeister versprach bei Schadensfällen schnell zu reagieren, widersprach aber teureren Maßnahmen, da diese ja nicht den geforderten Platzbedarf erfüllen würden.
Zum Thema öffentlicher Nahverkehr wurde eine bessere Anpassung für die Schulkinder gewünscht und eine Verbindung zu späterer Stunde. Besonders für die Jugendlichen im Ort sei eine letzte Busanbindung um 17 Uhr, wie sie derzeit besteht, unpraktisch. Schiller versprach eine Rücksprache mit der Verantwortlichen vom Landratsamt.
Immer wieder kehrendes Thema auf der Bürgerversammlung bleibt die Sanierung der Pilsenseestraße. Schiller verwies darauf, dass bislang noch keine erstmalige Herstellung erfolgte, so dass die Anwohner bei den Maßnahmen zu 90% an den Kosten beteiligt würden. Einige Anwohner würden eine Sanierung deshalb ablehnen und auch, da sie eine Geschwindigkeitszunahme befürchten.
Der einzige Antrag des Abends kam von Susanne Holzer. Sie wünschte, dass die Gemeinde sich – wie dies Nachbargemeinden in Berg, Gilching und Weßling bereits geschehen ist - gegen Erdbohrungen für Fracking u.a. Testbohrungen ausspricht. Der Gemeinderat wird dieses Thema in den kommenden 3 Monaten auf die Tagesordnung setzen.

Es berichtete für Sie Barbara Geiling

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