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Jahreshauptversammlung der Herrschinger Insel

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 28. April 2016

„Wir wissen ehrlich nicht, wie wir das alles geschafft haben", staunte die Leiterin der Herrschinger Insel, Barbara Maier-Steiger selber, als sie die Zahlen bei der Jahreshauptversammlung vorstellte. Immer mehr Menschen nehmen die Dienste dieser Einrichtung in Anspruch und die hauptamtlichen Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helferkreise stoßen nicht selten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Information, Beratung und Hilfe – das sind die zentralen Aufgaben der Herrschinger Insel und stellt die Mitte eines sehr verzweigten Organigramms dar!

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende Angela Huß übernahm Barbara Maier-Steiger das Wort und gab eine kurzen und dennoch umfassenden Rückblick auf das Jahr 2015. Viel ist wieder geschehen in diesem Jahr und die steigenden Zahlen der Beratungssuchenden zeigen die Wichtigkeit der Einrichtung für den Ort. Dass nun auch Menschen mit Gehbehinderungen leichter Zugang haben, ist einem Treppenlift zu verdanken, der seit 2015 auch Rollstuhlfahrer die Treppen zum Eingang sicher hinaufbefördert.
2247 Anfragen bzw. Beratungen wurden im vergangenen Jahr an die Insel herangetragen und das bedeutet eine Steigerung um das Zehnfache seit dem Jahr 2007. Die steigende Anzahl gegenüber 2014 sei vor allem der Flüchtlingsthematik geschuldet, die einen sprunghaften Anstieg bei den Beratungsgesprächen mit sich brachte. Aber auch unter den Herrschinger Bürgern ist eine steigende Zahl sozialer Probleme zu beobachten. Das Fehlen bezahlbaren Wohnraums konfrontiert immer mehr Menschen mit der drohenden Wohnungslosigkeit und „das ist ein Problem dem wir hilflos gegenüberstehen", bedauerte die Leiterin.

Insel JHV 2

Der neue/alte Vorstand, die Leiterin der Herrschinger Insel und die Geehrtten stellen sich für ein gemeinsames Gruppenfoto: v.l.oben: Barbara Maier-Steiger, Tom Hamaus, Christina Gruber, Ilse Onnasch und Regina Klusch; unten: Andrea Walser, Hildegard Wienholt, Andreas Thullner, Jutta Meininger, Irene Schmautz-Maier, Angela Huß und Christian Schiller


Zahlreiche Anfragen aber zeigen auch den Bedarf an Gebrauchtwaren, die im Inselmarkt erhältlich sind. Barbara Maier-Steiger richtete an dieser Stelle einen riesen Dank an den Helferkreis, der diese Aufgabe inzwischen mit einer Professionalität erledige, die bewundernswert ist. Dank großzügiger Spenden aus der Bevölkerung konnten auch die Flüchtlinge sofort gut ausgestattet werden. In Zukunft wird der Inselmarkt mehr Platz zur Verfügung haben, da die Gemeinde die ehemalige Schalterhalle der Post anmietet und als Lagerhalle für die Einrichtung zur Verfügung stellt.
Viel Zeit in Anspruch nehmen die zahlreichen Behördenangelegenheiten, mit denen die Hilfesuchenden vermehrt kommen. Da für die Betroffenen aber viel davon abhängt, da oftmals Job oder Wohnungsverlust drohen, ist man hier sehr froh über die gute Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung. Insbesondere Andrea Sigl vom Melde- und Ordnungsamt, Julia Schmidbauer, die für gemeindliche Sozialarbeit zuständig ist und Hannelore Doch seien hier eine große Unterstützung.
Ein umfassender Jahresbericht gibt Auskunft über die genaue Aufschlüsselung der Anfragen und über die vielen weiteren Aktivitäten der Insel. Das gutbesuchte Repair-Café, die neugegründete Fahrrad AG, das Schülercoaching, die Beratungsangebote z.B. in rechtlichen Angelegenheiten durch Hubertus Höck, die neue Selbsthilfegruppe für Burnout-Patienten und so vieles andere mehr. „Die Arbeit ist nur machbar, da wir so viel Wert auf eine gute Vernetzung legen" betonte die Leiterin zum Ende ihres Rückblicks. Nach der Erstberatung bei ihnen könne man dadurch den Ratsuchenden geeignete Fachstellen empfehlen, bei denen sie gut aufgehoben sind. Und machbar auch nur, durch die Hilfe so vieler Menschen. Mit einem ganz großen Danke an alle Helfer, Mitglieder, unterstützenden Vereine, Spender und besonders hier an die Gemeinde Herrsching schloss Barbara Maier-Steiger ihren Bericht.
„Als Anlaufstelle inzwischen absolut unverzichtbar!" So beurteilt Bürgermeister Christian Schiller die Herrschinger Insel für die Gemeinde. Er bedankte sich im Rahmen der Versammlung daher ganz herzlich bei allen Kräften dieser Einrichtung. Nicht nur im Rahmen der Flüchtlingsthematik, die auch die Gemeinde vor ganz neue Probleme gestellt hätte, würde sie unschätzbare Hilfe leisten und auch er sei sehr froh, dass die Zusammenarbeit so gut geworden ist. Er betonte, dass die Probleme in der Gemeinde diffiziler und die soziale Schere immer weiter auseinander klaffen würde. Noch nie seien so viele Menschen von Obdachlosigkeit bedroht gewesen und auch er könne noch nicht beantworten, wie man das Problem lösen kann.
Im vergangenen Jahr hatte der Vorstand einer außerordentlichen Kassenprüfung zugestimmt, die den Gemeinderat vollständig überzeugt hätte. Sie beschlossen daher, den Personalkostenzuschuss von 70.000 Euro für die nächsten 4 Jahre zu bewilligen. Er gratulierte zu der vorbildlichen Kassenführung und freue sich auf eine weiterhin so gute Zusammenarbeit.

Insel JHV 1

Viele Gäste und Mitglieder verfolgten den Jahresrückblick über die vielfältigen Aktivitäten der Herrschinger Insel im Rahmen der Jahreshauptversammlung


Sein Wunsch, dass der so gut arbeitende Vorstand im Amt bestätigt würde, erfüllte sich bei den nachfolgenden Wahlen. Einstimmig wurden Angela Huß, Ilse Onnasch und Hildegard Wienholt in ihren Vorstandsposten bestätigt. Auch Schriftführerin Regina Klusch, und Kassier Irene Schmautz-Maier, die seit Dezember 2015 dieses Amt kommissarisch ausübte, erhielten alle Stimmen der Mitglieder.
Neue Projekte wolle man vorerst nicht in Angriff nehmen, verabschiedete sich Barbara Maier-Steiger von den Gästen, da man sich ohnehin am Rande seiner Kapazitäten befinde. Aber eine Blumen-Unterstützten Dank wollte sie am Ende doch noch loswerden: An die Mitarbeiter des Repair-Cafés, die demnächst ihren 1000endsten Besucher erwarten und an Jutta Meininger, die zum 4. Mal inzwischen die Tombola am Christkindlmarkt organisiert hat und dabei jeweils 2000 Euro für die Spendenkasse sammelte.
Eine Einrichtung, wie sie nur wenige Gemeinden vorweisen können und die in ihren vielfältigen Angeboten wirklich ihresgleichen sucht!

Es berichtete für Sie Barbara Geiling

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