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Im Schweinsgalopp durch ein Jahr Gemeindeleben - Auch in Breitbrunn verfolgten viele Gäste den Rückblick in der Bürgerversammlung

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 20. Februar 2017

Einige Themen der letzten Bürgerversammlung in Herrsching hatte Christian Schiller Zuhause gelassen, sind doch viele Breibrunner hauptsächlich an „ihrer" Geschichte interessiert. Aber natürlich gibt es Dinge, die für alle Bürger der Gemeinde relevant sind und so gelangten auch im Dominikus Ringeisen Werk rund 140 Besucher in den Genuss einer rasanten Führung durch die Vorkommnisse im vergangenen Jahr und dem Blick nach vorne. Viel war wieder geschehen, zahlreiche Projekte warten in der Pipeline und dann sind da immer noch die vielen unvorhergesehenen Ereignisse, auf die man reagieren muss. Langweilig – so das Fazit – wird es wird es den Verantwortlichen einer Kommune in der heutigen Zeit nicht so schnell.

Ausgehend von seinem „Lieblingsthema" Vandalismus in Toiletten kam der Bürgermeister an diesem Abend gleich zu Beginn der Versammlung auf das Thema Sicherheitskonzepte zu sprechen. In der letzten Sitzung des Gemeinderates hatte dieses Thema für viel Unmut gesorgt und jetzt konnte er ganz aktuell die Ergebnisse einer Bürgermeisterversammlung am gleichen Tag vorstellen. Man hatte sich darauf geeinigt, innerhalb des Landkreises einheitliche Regeln aufzustellen und Landrat Karl Roth will mit den zuständigen Stellen im Innenministerium über die Durchführbarkeit der neuen Regeln kommunizieren. Das Ziel wurde von allen Beteiligten klar definiert: „Wir wollen, dass alle Veranstaltungen stattfinden können!" Wie im Gemeinderat abgesegnet, hatte man inzwischen eine Teilzeitstelle aufgestockt, um in er Gemeinde einen qualifizierten Ansprechpartner zu haben, der die Vereine bestmöglich unterstützt. „Bitte kommen Sie rechtzeitig zu uns wenn Sie eine Veranstaltung planen" bat der Bürgermeister, „damit wir alles in Ruhe mit der Polizei absprechen und wie bisher feiern können".

Breitbrunn Buergerversammlung 2

Ca. 140 Gäste verfolgten die Ausführungen von Bürgermeister Christian Schiller im Rahmen der Bürgerversammlung in Breitbrunn

Viele der folgenden Themen hatten das Ortsbild von Herrsching zum Thema. So kommt nach 7 Jahren endlich Bewegung in die unschöne Bauruine neben dem Tengelmann, wo die Gemeinde ihre Klage zurückgezogen hat und der Bau nun trotz Stellplatzproblematik hoffentlich bald fertiggestellt wird.
Schöner geworden ist auch der Bahnhof, aus dem die Schwalben nach einer aufwendigen Umsiedlungsaktion ausgezogen sind und ihren Kot nicht mehr in der Halle verteilen. Schiller dankte an dieser Stelle herzlich dem ehemaligen Gemeinderat und Ornithologen Herbert Bibach, der dieses mühevolle Projekt geleitet hatte. Die Umgestaltung des Bahnhofsgeländes wird in den kommenden Jahren ein Schwerpunktthema werden. Ein Architektenwettbewerb ist in Vorbereitung und die Gemeinde wartet nach wie vor auf die Entwidmung des Geländes durch die Bahn.
Bauvorhaben, die früher als ursprünglich geplant angegangen werden mussten, ist der Bau einer neuen Kindertagesstätte und die Erweiterung der Christian-Morgenstern Schule. Die große Nachfrage von Betreuungsplätzen hatte die Gemeinde bewogen, schon in diesem Jahr in die Planung für einen neuen Kindergarten neben der Polizeiinspektion zu gehen und an der Schule wird der Platz für weitere sechs Klassenzimmer geschaffen.
Viel gebaut wird demnächst auch an der Rieder Straße, wo etwa 70 Wohneinheiten als Einheimischenmodell entstehen werden. Gleiches gilt auch für die Klosterwiese in Breitbrunn, wo sich der Bürgermeister hier noch einmal ganz herzlich bei der Kongregation für die tolle Zusammenarbeit bedankte. Das Kloster will hier Grundstücke ohne Gewinnmaximierung vorzugsweise für Einheimische zur Verfügung stellen, die sich die ortsüblichen Preise nicht mehr leisten können. Das Bebauungsplanverfahren sei am Laufen und Schiller plädierte an die Nachbarn, ihre vielen Einwände dagegen zu überdenken. Weder der Gemeinderat, noch die Verwaltung und der Bürgermeister zögen Vorteile aus dem Verkauf, sondern Ziel alleine sei es, günstigen Wohnraum für Einheimische und Mitarbeiter des Dominikus-Ringeisen-Werkes zu schaffen. Natürlich würde jeder Einwand sorgfältig bearbeitet werden, doch hoffe er stark, dass „nicht nur die Rechtsanwälte durch gute Einnahmen von diesem Projekt partizipieren – sondern vor allem Bürger, die Wohnraum brauchen"!
Und weiter? Die Wege auf den Friedhöfen in Herrsching und Breitbrunn wurden besser begehbar für Rollatoren u.ä. gemacht. Der Spielplatz in Breitbrunn hat neue Tore erhalten, der Breibandausbau geht voran, der vor allem für die Gewerbetreibenden ein wichtiger Standortfaktor ist. „Und wir brauchen diese Leute hier in unserem Ort" rief Schiller die Anwesenden dazu auf, möglichst viele Produkte lokal zu kaufen und nicht per Klick im Internet. Die Gewerbesteuern nämlich sind ein ganz wichtiges Standbein bezüglich der Einnahmen der Gemeinde und haben im vergangenen Jahr 36,31% vom Gesamtvolumen ausgemacht. Wie erwartet konnten die Rücklagen im vergangenen Jahr etwas aufgestockt werden, so dass Herrsching bei der Pro/Kopf-Verschuldung im unteren Drittel aller Kommunen von Bayern angesiedelt ist. Für 2017 allerdings ist ein Investitionsvolumen von rund 25,5 Mio. Euro vorgesehen, der die Rücklagen wieder schrumpfen lassen wird. Ein Faltblatt der Kämmerei gibt hier genaue Auskünfte für alle Interessierten.

Breitbrunn Buergerversammlung 1

Christian Schiller, Günter Pausewang und Kämmerer Manfred Wörle begutachten in der Pause die eingegangenen Fragen bei der Bürgerversammlung in Breitbrunn

Nach dieser geballten Informationsflut gab es im 2. Teil des Abends wieder Zeit für Fragen und Anträge.
Jens Waltermann hatte schriftlich nachgefragt, ob der Schulbus auch die Seestraße anfahren könne, nachdem im vergangenen Jahr eine junge Frau am Winkelweg belästigt wurde. „Wir sind dran" versprach der Bürgermeister dieses nicht leicht zu lösende Problem. Der große Bus schafft die Kurve nicht und der kleinere Bus hat zu wenig Sitzplätze. Eine Beleuchtung dieser Straße – wie ebenfalls erbeten – müsse von den Anwohnern finanziert werden.
Auch die Staatstraße durch Breitbrunn war wie jedes Jahr ein wichtiges Thema. Der Radweg, der weiterhin an der Ablehnung von Grundstücksabtretungen scheitert. Geschwindigkeitsbegrenzungen, Lärmschutzmaßnahmen und eine Fußgängerquerung am Sportplatz, die am Straßenbauamt von Weilheim hängt. Allenfalls in der geforderten Erweiterung der Geschwindigkeitskontrollen sieht Schiller eine leichter zu realisierende Forderung und wird dies mit dem Verkehrsausschuss prüfen.
Wenn eine Straße saniert wird, muss der Anwohner zur Kasse gebeten werden – so schreibt es das Haushaltsgesetz den Kommunen vor „und ist wohl mit eines der ungerechtesten Gesetze" gab der Bürgermeister freimütig zu. Dieses Problem wird einige Bürger Breitbrunns treffen, wenn in Bälde das Entwässerungssystem in Breitbrunn-Nord erneuert werden muss. Ein Anwohner hatte die Befreiung von diesen Kosten gefordert, zu denen die Gemeinde aber haushaltsrechtlich gezwungen sei. Auch um die Kreisumlage, die im Haushalt einen wachsenden Posten einnähme, käme man nicht herum. Jede Gemeinde ist gezwungen, sich an den Ausgaben des Landkreises zu beteiligen, „der aber dafür z.B. für die Kosten des von uns geforderten Personenverkehrs, Schulen etc. aufkommt" entgegnete Schiller einer entsprechenden Anfrage.
Je weniger Fragen, desto schneller könne man die Einweihung der neuen Mehrzweckhalle feiern, hatte Christian Schiller zu Beginn dieser Aktion betont. Ob es daran lag oder an einer Mehrheit durchaus zufriedener Breitbrunner – es kamen keine weiteren Fragen und viele der Gäste gingen im Anschluss an die Bürgerversammlung noch mit zur symbolischen Schlüsselübergabe für den frisch sanierten Versammlungsraum.

Es berichtete für Sie Barbara Geiling

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