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Rückblick auf ein turbulentes Jahr - Die Freiwillige Feuerwehr zieht auf der Jahreshauptversammlung Resümee

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 18. Februar 2017

Rekordjahr. Der Begriff fällt an diesem Abend immer wieder, und es handelt sich dabei um alles andere als eine Floskel. Gleich in mehrfacher Hinsicht hat die Freiwillige Feuerwehr Herrsching sich im vergangenen Jahr im wahrsten Sinne des Wortes selbst übertroffen.

Nie zuvor in der Vereinsgeschichte, die immerhin bis ins Jahr 1873 zurückreicht, hatten die Herrschinger Feuerwehrmänner und -frauen mehr Einsätze zu stemmen. Insgesamt 619 Mal rückten sie 2016 aus, das entspricht einer Steigerung von etwa 50 Eisätzen zum vorvergangenen Jahr. Eine ganz besondere Belastungsprobe stellten dabei die Starkregenfälle im Juli dar, die einen dreitägigen Dauereinsatz von Nöten machten, bei dem fast durchgängig etwa 200 Freiwillige der Feuerwehren aus Herrsching und den umliegenden Gemeinden, sowie des Technischen Hilfswerks zu Stelle waren. Aber auch bei anderen spektakulären Einsätzen, wie etwa dem Großbrand in einer Machtlfinger Autowerkstatt im März, waren die Einsatzkräfte der Feuerwehr zugegen. Dabei machten Löscheinsätze mit 9% nur einen kleinen Teil der Einsätze aus. Den Löwenanteil bildeten auch im vergangenen Jahr sogenannte „First Responder“- Einsätze, das heißt Einsätze, durch die die Erstversorgung der Betroffenen noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes oder Notarztes sichergestellt, und somit der „therapiefreie Intervall“ überbrückt werden soll. Doch auch eher ungewöhnliche Einsätze erforderten die Hilfe der Freiwilligen. Im Sommer etwa waren einem Wanderzirkus die Tiere entkommen, so dass Polizei und Feuerwehr sich mit der Aufgabe konfrontiert sahen, Lamas und Kängurus hinterherzujagen, um sie wieder einzufangen.

Wie viel die Ehrenamtlichen der Feuerwehr tatsächlich leisten, zeigt ein Blick auf die Arbeitsstunden. Diese belaufen sich für 2016 auf 15.627, was, wie Kommandant Daniel Pleyer vorrechnet, einem rechnerischen Lohnkostenwert von rund einer Million entspricht. 4.767 Stunden davon flossen in Einsätze, der Rest in Ausbildung und andere Leistungen wie etwa Wartung der Ausrüstung, Verwaltung, sowie die Verpflegung der Mannschaft, ohne die die Einsätze nicht möglich wären. Auch für das Küchenteam hinter den aktiven Einsatzkräften war die Unwetterkatastrophe im Juli eine besondere Herausforderung. Allein in den 70 Stunden, die der Einsatz andauerte, wurden unter anderem etwa 130 Schnitzel, 30kg Kartoffelsalat, 85 Portionen Spaghetti und 300 belegte Semmeln zubereitet.

All dies wäre nicht möglich, könnte die Feuerwehr nicht auf die Unterstützung der Gemeinde zählen. Auch die Spenden waren noch nie so hoch, wie im vergangenen Jahr, was vom großen Ansehen der Feuerwehr in der Gemeinde zeugt. Der besonderer Dank des Vereins gilt auch all jenen Unternehmen, die bereit sind, ihre Mitarbeiter im Falle eines Einsatzes freizustellen, sowie Bürgermeister Christian Schiller, dem Feuerwehrreferenten Roland Lübeck und dem Gemeinderat, durch die sie Unterstützung erfahren, wo immer es geht.

Nicht ganz so rekordträchtig war jedoch die Zahl der Neueintritte. Lediglich vier neue Mitglieder konnte die Feuerwehr im letzten Jahr willkommen heißen, wodurch sich die Zahl der Aktiven nach drei Austritten nun auf 70 Männer und Frauen im Alter von 12 bis 63 Jahren beläuft. Dabei wird die Arbeitsbelastung der Feuerwehr, bedingt durch demographischen Wandel, Unwetterkatastrophen, eine anwachsenden Gemeinde und neue Sicherheitskonzepte in Zukunft wohl weiterhin zunehmen. Jedes neue Mitglied ist deshalb gerne gesehen.

Auch zahlreiche Ehrungen und Beförderungen standen auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung. Durch die Gemeinde Herrsching geehrt wurden Akin Özer und Daniel Hait für zehn, sowie der Vereinsvorsitzende Michael Polednik für 30 Jahre aktiven Feuerwehrdienst. Robert Echtler, Frank Guhr und Michael Schreiber wurde das silberne Feuerwehrehrenabzeichen des Staatsministeriums des Inneren für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst verliehen.

Feuerwehr Bild 1

Zahlreichen Vereinsmitgliedern wurden Ehrungen und Beförderungen zuteil

 

Außerdem wurde Klaus Härtl in Anerkennung seiner langen Verdienste für die Feuerwehr Herrsching die Ehrenmitgliedschaft zuteil. Der ehemalige Vorsitzende unterstützt den Verein heute unter anderem im Küchenteam. Zur Urkunde gibt es eine Packung Gletscherbonbons, mit denen das langjährige Vereinsmitglied immer versucht war, die Nerven der Feuerwehrler in stressigen Situationen zu beruhigen, Schnupftabak, und „weil der ja auch wieder raus muss“ eine Großpackung Taschentücher.

 

Für Sie berichtete Marcella Müller

 

Feuerwehr Bild 2

„Wie ein altes Ehepaar", beschreibt Michael Polednik (links) sein Verhältnis zum neuen Ehrenmitglied Klaus Härtl (rechts) scherzhaft. Hier mit Urkunde und dem etwas ironischen Geschenk.

 

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