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Der Landtag sind wir! Realschüler machen Politik in einem lebensnahen Planspiel

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 16. März 2017

Für zwei zehnte Klassen der Realschule Herrsching sah der Schulalltag am 10. März anders als gewohnt aus: Sie durften einen Vormittag lang in die Rolle von Abgeordneten schlüpfen, als Parlamentarier mit fiktiven Biographien agieren und 

den Bayerischen Landtag stellen. 

 

 

Vier Klassenzimmer fungierten als Fraktionsräume der CSU, SPD, Freien Wähler und Grünen, wo sich die Schüler je nach Parteizugehörigkeit zurückzogen. Selber aussuchen konnten sie sich ihre Partei nicht - vielmehr wurde sie ihnen zugeteilt. Ebenso das Thema ,,Jugendkriminalität", das Stefan Klobeck, Sozialkundelehrer der 10c, für das Planspiel ausgesucht hat: ,,Strafrecht kommt bei meinen Schülern immer ganz gut an", begründet er seine Entscheidung. Es geht um einen fiktiven Gesetzesentwurf der CSU- Fraktion zur Bekämpfung der Jugendkriminalität in Bayern.

Bei dem Planspiel handelt es sich um ein Kooperationsprojekt des Bayerischen Landtags und der Forschungsgruppe Jugend und Europa (FGJE). Seit 2006 gehört die Planspielmethode zum festen Bestandteil in der politischen Bildung und eignet sich sehr gut, komplizierte Abläufe und Strukturen lebendig zu vermitteln. Interaktives, handlungsorientiertes Lernen sowie demokratische und kommunikative Handlungskompetenzen bilden den Schwerpunkt dieser praxisorientierten Wissensvermittlung. Das Planspiel, das vom Bayerischen Landtag finanziert und somit für die Schulen kostenfrei ist, wird von Mitarbeitern der FGJE begleitet und umgesetzt.

Stefan Klobeck sieht in der Realbegegnung, wie sie in diesem Spiel vermittelt wird, einen wichtigen Erfahrungsschatz für die Schüler: ,,Sie müssen Kompromisse eingehen, diese akzeptieren und sich auf die jeweilige Situation einlassen", sagt er. Für die knapp 50 Schüler steht die Wahl des Landtagspräsidenten auf der Tagesordnung, gefolgt von der Bildung der Ausschüsse und der Argumentationsweise für den vorgeschlagenen Gesetzesentwurf. Am Ende stand die Rede vor dem Ausschuss. So forderten die CSU und die Freien Wähler schnellere Verfahren und dafür neue Stellen wie Jugendrichter und Staatsanwälte zu schaffen. Nach Meinung der CSU soll die Einrichtung von Erziehungscamps eine gute Möglichkeit darstellen, eine Verbesserung für jugendliche Straftäter herbeizuführen. Die SPD und Grünen dagegen widersprachen der CSU und wollen die Jugendlichen schon frühzeitig mit dem Thema konfrontieren. Letztendlich ging aufgrund der Mehrheitsverhältnisse die Entscheidung zugunsten der CSU aus. 

Mit ,,echten" Politikern bekamen es die Schüler am Ende des Projekts zu tun: Die SPD-Abgeordnete Kathrin Sonnenholzner und Dr. Ute Eiling-Hütig von der CSU schilderten ihre Erfahrungen aus dem politischen Alltag und standen den Jugendlichen Rede und Antwort.

 

                                                                           Für Sie berichtete Nicole Burk.

 

Planspiel 01

Die Zehntklässler spielten einen Vormittag lang den politischen Alltag des Bayerischen Landtags nach

 

 

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