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Den Insekten ein Zuhause schaffen - Die Grünen laden ein zu einem Vortrag über die Vorteile blühender Flächen

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 31. März 2017

Sie ist klein, hat schwarze und gelbe Streifen auf dem Rücken und kann manchmal ziemlich nerven. Wir verwechseln sie leicht mit der Wespe und klauen doch zu gerne ihre Nahrung. Die Rede ist von der Biene, die in den letzten Jahren zunehmend häufiger in die Schlagzeilen geraten ist. Vom großen Bienensterben ist da die Rede und von Imkern, die Alarm schlagen. Geht es hier nur um den Frühstückshonig? Wie wichtig dieses Insekt außerdem ist, war u.a. Thema eines Vortrags von Reinold Singel, der auf Einladung der Grünen nach Herrsching gekommen war. Unter dem Titel „Blühendes Herrsching" betonte er u.a. die Wichtigkeit von blühenden Flächen in den Ortsgebieten und gab interessante Einblicke in das Leben der Insekten und ihrem Wirken für unsere Nahrung.

Schon auf alten Felszeichnungen von vor 5000 Jahren sieht man Zeugnisse vom Zusammenleben von Mensch und Biene. Die alten Ägypter kannten vor 1500 Jahren bereits Imker und gerade für die Pharaonen hatte der Honig eine große Bedeutung. Auf einem Bild des 13. Jahrhunderts wird erstmalig der Zusammenhang von großen Früchten und Bienen dargestellt und zeugt von deren Wichtigkeit für die Ernte. Man mag es ihr auf den ersten Blick gar nicht zutrauen, aber die Biene ist für den Menschen das drittwichtigste Nutztier. Ohne ihre Bestäubung gehen die Erträge in der Landwirtschaft um ein Vielfaches zurück und viele Pflanzenarten würden aussterben. Auch die künstliche Bestäubung per Hand oder Maschine kann diese Wirkung nicht gleichermaßen ersetzen und so ist es verständlich, dass das Sterben zahlreicher Bienenvölker für Unruhe sorgt. Pestizide, Monokulturen und fehlendes Nahrungsangebot setzen diesem Insekt – wie auch vielen anderen Tieren – immer mehr zu. Ein probates und leicht zu bewerkstelligendes Mittel zum Erhalt der Völker ist es, für ausreichend blühende Wiesen, auf denen nur selten gemäht wird, zu sorgen. Ein Anliegen, das die Grünen in Herrsching schon 2015 auf zwei Wiesen in Herrsching durchsetzten und mit diesem Vortrag noch mal aufleben lassen wollen.

Gruenen Vortrag 1

Viele Gäste folgten im Kurparkschloss den Ausführungen von dem zertifizierten Bestäubungs-Imker Reinold Singel über die Bedeutung von blühenden Wiesen für Mensch und Tier

Rita Mulert, Beisitzerin und Gemeinderätin für die Grünen in Herrsching, freute sich darüber, mit Reinold Singel einen so kompetenten Redner begrüßen zu dürfen. Seit 30 Jahren als Bio-Imker tätig und Sohn eines Botanikers sei er quasi mit der Pflanzen- und Insektenwelt groß geworden. Detailliert und verständlich ging er auf die Geschichte, das Ökosystem, die wirtschaftliche Bedeutung der Imkerei und die Bedeutung von Blühflächen ein. Er beschrieb das ausgefeilte Sozialsystem der Bienenvölker und ihre einzigartigen Bestäuberqualitäten. Machte anhand von Zahlen greifbar, dass Milliardenbeträge in der Landwirtschaft von der richtigen Bestäubung abhängen. Und leitete schließlich dazu über, welchen Wert blühende Flächen für diese Arbeitstiere und auch die Menschen haben. Eine größtmögliche Artenvielfalt sei dabei wichtig, um möglichst vielen Tieren ihre „Spezialpflanze" zu gewährleisten. Das Mähen sollte nicht vor der Blüte geschehen und im besten Fall auch nicht zu den Flugzeiten der Insekten.
Blühende Seitenränder an den Äckern und bunte Seitenstreifen an den Straßen zeugen von einem langsamen Umdenken seitens Politik und Bauernverbänden. In Starnberg wurde durchgesetzt, dass die gemeindlichen Gärtnereien keine Pestizide mehr verwenden, wusste Martina Neubauer, Stadt- und Kreisrätin, zu berichten.

Gruenen Vortrag 2

 

Jeder Balkonkasten kann ein kleines Ökotop sein, in dem Tiere ihre Nahrung finden

„Jedes Ökosystem hilft" rief Reinold Singel die vielen Zuhörer der Veranstaltung zum Ende seines Vortrags auf, den eigenen Beitrag zu leisten. Jeder blühende Balkonkasten trägt zum Nahrungsangebot der Bestäuber bei und auch der Verzicht von Pestiziden sollte im eigenen Garten beginnen.

Und für die Grünen in Herrsching hat dieser Vortrag einen weiteren Impuls gegeben, sich für weitere Blühwiesen im Gemeindegebiet starkzumachen.

Es berichtete für Sie Barbara Geiling

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