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MoMo im BlaBla: Fest und Auftakt für Neues zum 1-jährigen Jubiläum des interkulturellen Treffpunk

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 05. April 2017

Die Idee war so einfach wie gut: einen Ort der Begegnung zu schaffen, wo sich die Geflüchteten und alle anderen Gäste treffen können. Ein Raum zum Reden, Musik machen, Menschen kennenlernen – „und der mittlerweile auch immer mehr zum Sprache lernen und für andere Hilfsleistungen genutzt wird" freut sich Mitinitiator Claus Wecker. Gemeinsam mit Johanna Neubauer da Luz und weiteren Mitstreitern hatte er damals die Idee zu diesem Treffpunkt verwirklicht und freut sich sichtlich über den Erfolg dieses kleinen Cafés. Mit einem Fest für alle Helfer und Geflüchteten wollte man das feiern – und gleich noch zwei neue Projekte mit auf den Weg bringen: Ab April gibt es jeden 1. Montag im Monat (MoMo) eine Abendveranstaltung und der neugegründete Verein „Wir schaffen das-e.V." wurde präsentiert.

 

 

Gab es früher den Montag als vergünstigten Kinotag, so hat sich der Betreiber Mathias Hellwig in diesem Fall Bereit erklärt, jeden ersten Montag im Monat das gesamte Kino den Café-Betreibern zu überlassen. „Wir sind sehr glücklich, künftig auch eine Abendöffnung hier anbieten zu können, damit noch mehr Gästen dieses Angebot nutzen können" strahlt Thomas Prosperi vom Helferkreis. Tagsüber, zu den alten Öffnungszeiten können eben doch nicht alle Geflüchteten oder andere Herrschinger Bürger kommen. Ob Sprachkurse, die Gänge auf die Ämter, Betreuung der Kinder oder Jobs und Praktika verhindern das. An diesen Montagen soll aber auch immer etwas Besonderes angeboten werden. Ob Musik, mal ein Kinofilm, eine Lesung, Informationsveranstaltung oder anderes: „Wir sind da noch ganz offen und haben bislang nur erste Kontakte geknüpft"."

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Sie helfen mit, dass im Café BlaBla alles am Laufen bleibt: Hedda Lindner, Christine Gruber, Ela Bauer, Lydia Heinen, Johanna Neubauer da Luz, Thomas und Sylvana Prosperi

Für diesen ersten Montag aber stand das Programm: Die „Hochzeitskapelle" hatte sein Kommen angesagt, um an diesem Abend ohne Gage im Kino aufzuspielen. Mit ihrem unverwechselbare „folkloristischen, elegischen Rumpeljazz" brachten sie viel Stimmung in die gut gefüllten Räumlichkeiten. Denn für diesen Abend hatte man alle Helfer angeschrieben, deren Adressen bekannt waren und die Geflüchteten aus den verschiedenen Unterkünften. Ganz viele brachten etwas zum Essen mit, so dass sich das Buffet bald unter syrisch, afghanisch, bayrisch- und italienischen Köstlichkeiten bog. Der 15-jährige Said erklärt z.B. gerade die Zubereitung des afghanischen Bolani, ein Teigfladen aus Kartoffeln, Tomaten, Salz, Pfeffer und ... es dauert etwas, bevor er auf das deutsche Wort für Lauch kommt. Wie viele andere aus seinem Land ist Said häufig im BlaBla anzutreffen und hilft auch an diesem Abend wo er kann. „Wir haben drei sog. FIM-Stellen vom Landratsamt zugesprochen bekommen, mit denen wir hier Asylbewerber für 80 Cent pro Stunde anstellen können" meinte Thomas Prosperi. Auch durch den Verkauf von Kaffee und Tee kommt Geld für kleine „Gehälter" zusammen. Doch einige wollen für ihre Mitarbeit auch gar kein Geld annehmen, da sie es als Dank für die Hilfe betrachten.

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Großer Andrang herrschte am ersten MoMa und Jubiläumsfest, zu dem alle Helfer, Geflüchteten und anderen Interessierten geladen waren

„Einige der Helfer setzen sich hier wirklich mit Haut und Haaren ein" berichtet Claus Wecker bewundernd. Bereiten „ihre" Schützlinge auf die Anhörungen vor, helfen bei der schwierigen Wohnungssuche, wirken als Jobguide, als Pate, beim Sprachunterricht u.a.m. Der Initiator freut sich darüber, wie gut das Café inzwischen angenommen wird. Es gab wohl mal eine Flaute, aber seit Anfang des Jahres kommen wieder regelmäßig viele Besucher. Man unterhält sich, übt mit den Paten deutsch oder nimmt sich eines der bereitstehenden Spiele. „Für sie ist es wichtig, einen Platz außerhalb des Containerdorfes zu haben, um rauszukommen." Wünschenswert fände er, wenn noch mehr Frauen kommen würden. „Die erscheinen nie alleine oder mit ihren Männern, sondern allenfalls mit der ganzen Familie" erzählt er. Auch mehr Gäste aus Herrsching fänden er und die anderen Café-Betreiber noch positiv.

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Die „Hochzeitskapelle" spielte ohne Gage aber dafür mit umso mehr Schwung für die vielen Gäste beim Jubiläumsfest

An diesem ersten MoMo aber kann sich niemand beklagen. Immer mehr Gäste strömen in das Kino, ob Helfer, Männer, Frauen und viele Kinder aus Afghanistan, Syrien, Irak, Sierra Leone, Eritrea und auch viele Herrschinger, die sich dieses Fest nicht entgehen lassen möchten. „Wir suchen übrigens noch viele Mitglieder" ruft Silvana Prosperi in das vollbesetzte Kino, bevor die Hochzeitskapelle den Marsch bläst. Mitglieder für eben diesen neugegründeten Verein „Wir schaffen das e.V.", dessen erklärtes Ziel die Völkerverständigung ist. Informieren kann man sich zu den Öffnungszeiten im Café BlaBla – und dabei einfach auch mal so vorbeikommen.

Es berichtete für Sie Barbara Geiling

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