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Ein ganz besonderes Sommerfest - Das Johanniter-Haus feiert 10-jähriges Jubiläum

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 29. Juli 2017

Das alljährliche Sommerfest des Johanniter-Hauses ist in diesem Jahr ein ganz besonderes. Denn es ist genau zehn Jahre her, dass das Haus erstmals seine Türen öffnete. Angehörige der Bewohner, sowie ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter und Vertreter des Johanniter-Ordens erschienen aus diesem Anlass zahlreich, und auch Bürgermeister Christian Schiller, Landtagsabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig und Altbürgermeister Alfons Wexlberger ließen es sich nicht nehmen, der Einrichtung zum runden Geburtstag zu gratulieren.

 

Gerade einmal für ein gutes Dutzend Bewohner bot das Johanniter-Haus noch vor zehn Jahren Platz. Heute haben dort mehr als 80 Senioren ein Zuhause – und über 40 Mitarbeiter eine Arbeitsstelle gefunden. Mehrere Angestellten und vier der Bewohner sind dabei schon von Anfang an Teil des Hauses und wurden aus diesem Anlass besonders geehrt. Dr. Werner Moldenhauer etwa ist auch nach zehn Jahren noch begeistert von seiner „Studentenbude", wie er sie immer wieder liebevoll nennt. Er habe damals nach dem Neubau an einer Führung durch die Einrichtung teilgenommen, berichtet der gebürtige Berliner, der erst wenige Jahre zuvor nach Herrsching gezogen war. Als er dann in einer der Wohnungen mit herrlichem Blick auf Ammer- und Pilsensee stand, habe er sofort gewusst, dass dies der richtige Alterswohnsitz für ihn sei. Denn seine Eigenständigkeit auch im Alter zu bewahren ist dem pensionierten Arzt besonders wichtig. Die Wohnung, die im Bereich des „situativen Wohnens" liegt, wo die Bewohner weiterhin völlig selbständig leben, jedoch bei Bedarf auch immer auf die Hilfe des Personals vertrauen können, war also genau das Richtige für ihn. Auch die ehemalige OP-Schwester Ida Wilhelm entschied sich schon vor zehn Jahren für das Johanniter-Haus. Da sie selbst keine Kinder hat, war es ihr vor allem wichtig, im Notfall nicht alleine zu sein. Sie war die erste, die sich damals für eine Wohnung in der Einrichtung bewarb, berichtet sie.

 

Bild Johanniter-Haus

Einrichtungsleitung Martina Eßbach (mitte) mit Dr. Werner Moldenhauer und Ida Wilhelm, die bereits seit zehn Jahren im Johanniter-Haus leben


Dass der Alltag im Seniorenheim jedoch gerade für Menschen mit Demenz auch oft sehr schwierig ist, weiß Hannelore Doch. Als die Herrschinger Gemeinderätin vor zehn Jahren ihre Arbeit im Johanniter-Haus aufnahm, war dies gleichzeitig auch ihre erste Arbeitsstelle im Pflegebereich. Der Umgang mit dem Leid der alten Menschen war am Anfang oft sehr schwierig für sie, berichtet die gelernte Bürokauffrau. Immer wieder habe sie gebetet, selbst nicht eines Tages zum Pflegefall zu werde. Doch dann gebe auch die tröstliche Momente, etwa wenn die Senioren sich von ganzen Herzen darüber freuten, sie zu sehen, oder wenn es gelingt verzweifelten Menschen neue Kraft zu spenden, berichtet Doch.
Nicht nur durch seine Lage hat das Johanniter-Haus inzwischen einen festen Platz im Herzen Herrschings eingenommen. Das merkt man nicht zuletzt auch an der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher Ehrenamtlicher, die den Senioren verschiedene Angebote unterbreiten, ihnen vorlesen, oder auch einfach nur ein offenes Ohr für sie haben. Denn Würde und Individualität der Einzelnen sollen nach besten Kräften bewahrt werden, das ist im Johanniter-Haus allen wichtig.

 

Für Sie berichtete Marcella Rau

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