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Radweg, Kanalsanierung und die Heilig Geist Kirche: Auch auf der Bürgerversammlung in Breitbrunn gab es viele aktuelle Neuigkeiten

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 04. Februar 2018

Und noch einmal mehr hatte Christian Schiller seinen Jahresrückblick auf der Bürgerversammlung in Breitbrunn gekürzt, um sich hier vornehmlich auf die ortsteilspezifischen Angelegenheiten zu konzentrieren. So ist die Nachfrage für bezahlbaren Wohnraum natürlich auch hier ein Problem und demzufolge war man sehr froh gewesen, auf der Klosterwiese ein Einheimischen Modell planen zu dürfen. Leider wird das Projekt durch die vielen anhängigen Verfahren verlangsamt, mit denen Anlieger ihre Einwände dagegen untermauert hatten. Die Verkehrszählung ist durchgeführt und die Festsetzungen im Bebauungsplan werden geprüft, aber für weitere Schritte müsse man erst die Verfahren abwarten.

Abwarten heißt es auch noch für die Kunden der VR Bank in Breitbrunn. Nach der Filialschließung ist aktuell auch kein Geldscheinautomat verfügbar. Schiller hat ein Gespräch mit den Verantwortlichen der Bank am Laufen, ob hier ein ähnliches Modell wie z.B. in Machtlfing möglich wäre, wo der Automat in einem videoüberwachten Vorraum untergebracht ist. Denkbarer Standort wäre evtl. die Bücherei.
Die Taktverstärkung der Busse hat auch Breitbrunn besser angebunden, der Ortsteil wurde an das Gasnetz angeschlossen, die Feuerwehr feierte einen denkwürdigen Tag der offenen Tür, bei dem die Aktiven nicht nur ihre Einsatzspezifischen Fähigkeiten unter Beweis stellten – und: mit großer Wahrscheinlichkeit kommt endlich die Anbindung des Radwegs vom Winkelweg bis zum Sportplatz!
Am gleichen Tag der Bürgerversammlung erst hatte der Bürgermeister ein Gespräch zu diesem Thema mit dem neuen Eigentümer der Anlagen von Perger gehabt. Dieser habe klar seine Bereitschaft zur Abtretung eines Grundstücksstreifens entlang der Staatsstraße zu Gunsten des Radwegs signalisiert. Bislang waren die Pläne an dem Widerstand des Grundeigentümers gescheitert. Der Gemeinderat wird jetzt eine neue Beschlussfassung treffen und sich mit dem Straßenbauamt kurzschließen.

Buergerversammlung BB

Der Architekt und Kirchenpfleger Christoph Welsch nutzte gemeinsam mit Pfarrer Simon Rapp die Bürgerversammlung in Breitbrunn, um die Ursachen der Kirchenschließung zu erläutern

Nach diesen erfreulichen Themen übergab Christian Schiller das Wort an Pfarrer Simon Rapp, der diese Gelegenheit nutzen wollte, um etwas über die Schließung der Kirche zu sagen. „Man dürfe jetzt öffentlich über die Probleme reden" meinte der Pfarrer, „ohne allerdings eine Lösung parat zu haben".
Im Oktober 2017 hätte sie die Nachricht ereilt, dass die Kirche ab sofort nicht mehr betreten werden dürfe. Grundlage dieser Anordnung sei eine allgemeine Gebäudeüberprüfung gewesen, die nach dem Einsturz der Halle in Bad Reichenhall angeordnet worden sei. „Das Problem liege in der Verwendung eines speziellen Leims", erklärte Kirchenpfleger Christoph Welsch – der gleichzeitig auch Architekt ist. Ein Leim, der durch bestimmte äußerliche Einflüsse wie Temperatur, Feuchtigkeit u.ä. seine Festigkeit verliert. Bei der Heilig-Geist-Kirche in Breitbrunn wurde das gleiche Bindemittel verwendet wie in Bad Reichenhall und Faktoren wie das schwarze Dach (große Temperaturunterschiede), die Kaltdachkonstruktion (erhöhte Feuchtigkeit) und eine geschlossene Konstruktion beschleunigen den Qualitätsverlust bzw. lassen ihn nicht sichtbar werden. Überprüfungen hätten leider bestätigt, dass die Statik der Kirche in Gefahr ist.
Der nächste Schritt wird sein, mögliche Maßnahmen zu prüfen und mit Kosten zu hinterlegen" schließt Welsch seine Ausführungen. Dabei müssten auch diverse andere Alterserscheinungen in die Sanierungskosten miteinbezogen werden und letztendlich ein Gesamtkostenplan der Diözese in Augsburg vorgelegt werden. Die Diözese wird dann abwägen müssen, ob eine Generalsanierung in Frage kommt. Dabei werden auch Faktoren wie Anzahl der Kirchgänger und die Finanzsituation der Kirchengemeinde in die Überlegungen miteinbezogen. Momentan finden die Gottesdienste in der alten Kirche statt, „wo es zur Zeit so kalt ist, dass wir ausreichend Platz für die Kirchgänger haben" meint Simon Rapp zweifelnd. Die Christmette hatte er kurzerhand im Freien abgehalten.

Fragen & Antworten
Bereits im letzten Jahr war die Kanalsanierung des nördlichen Teils von Breitbrunn Thema der Bürgerversammlung gewesen. Für die Anwohner wären z.T. hohe Kosten durch die Pflichtbeiträge entstanden und das hatte für Unmut gesorgt. Die Kanäle sind in einem schlechten Zustand – soweit besteht kein Zweifel – aber noch verursachen sie keinerlei Probleme. Grund für den Gemeinderat, diesen Beschluss aufzuschieben, da hier eine massive Gesetzesänderung zu erwarten ist: die Regierung von Bayern will die Straßenausbaubeitragssatzung kippen und damit wäre die Bürgerbeteiligung hinfällig.
Ein alljährlich wiederkehrender Punkt ist auch der Radweg entlang der Staatsstraße von Breitbrunn nach Herrsching. Willy Mayrhofer hatte diese Frage wieder in den Raum gestellt und der Bürgermeister konnte bestätigen, dass auch hier etwas am Laufen ist. Durch einen Mehrheitsbeschluss im Gemeinderat waren 30.000 Euro im Haushalt eingestellt worden, um eine genaue Vermessung der Straße zu veranlassen. Ob sich damit etwas hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse der benötigten Grundstücksflächen tut, muss abgewartet werden. Noch scheitert das Vorhaben an der fehlenden Verkaufsabsicht der Anwohner.

Für Sie berichtete Barbara Geiling

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